Neue Pi-resistente Tomatensorten versprechen gesunde Pflanzen und reiche Ernte im Garten

Neue Züchtungen sagen der Tomatenkrankheit Nummer 1 – der Kraut- und Braunfäule – den Kampf an.

Die neuen Sorten lassen sich ohne den Schutz eines Tomatenhauses direkt im Garten oder im Topf auspflanzen und gedeihen ohne viel Pflege.

Was wäre ein Sommer ohne Tomaten? In verschiedenen Grössen, Formen und Farben von Rot über Gelb bis hin zu Orange gehören sie hierzulande zu den beliebtesten Gemüsesorten. Kaum sind keine Fröste mehr zu erwarten, kann es mit dem Pflanzen der Setzlinge losgehen. Denn die Ernte vom eigenen Strauch schmeckt einfach am besten.



Alles, was es braucht, ist eine gute Erde, genügend Sonne, Wasser und Dünger: Das Kultivieren von eigenen Tomaten ist keine Hexerei. Oder besser gesagt „wäre“, denn viel zu oft machen den Hobbygärtnernden lästige Pilzkrankheiten einen Strich durch die Rechnung. Allen voran die Kraut- und Braunfäule: Sie ist die Spielverderberin Nummer eins, lässt sie doch die Blätter und Triebe der Pflanzen innert weniger Tage braun werden, führt zu faulenden Stellen an den Früchten und oft zum Totalausfall der Ernte.



Vielversprechende Neuzüchtungen

Es gibt jedoch gute Neuigkeiten an der Tomatenfront: Züchterinnen und Züchter haben in den letzten Jahren gezielt daran gearbeitet, resistente Sorten zu entwickeln. Diese lassen sich ohne den Schutz eines Tomatenhauses im Garten oder im Topf anbauen. Während bei normalen und „toleranten“ Sorten die Kraut- und Braunfäule bei feuchtem Wetter im Sommer oft auftritt, zeigt sie sich bei resistenten Sorten kaum noch oder erst im Herbst, wenn die Ernte bereits weit fortgeschritten ist. Sie sind als Setzlinge in Gärtnereien und Gartencentern unter der Bezeichnung „Pi-resistente“ Tomaten erhältlich. Das Kürzel „Pi“ steht dabei für Phytophthora infestans, den wissenschaftlichen Namen des Erregers der Kraut- und Braunfäule.



Bereits ist eine ganze Palette verschiedener geschmackvoller Sorten erhältlich, von der Cocktailtomate bis hin zum länglichen Mini-San Marzano-Typ. Durch die reduzierte Krankheitsanfälligkeit sind sie ideal für den biologischen Anbau im Gemüsegarten oder auf Balkon und Terrasse.

Nach Einschätzungen von Fachexpertinnen und -experten dürften sich resistente Tomatensorten in den nächsten Jahren einen fixen Platz in den Sortimenten erobern. Sie versprechen, ein echter „Gamechanger“ in der Tomatenkultur zu werden. Fragen Sie in Gärtnereien und Gartencentern nach den neuen resistenten Tomatensorten, damit Sie im Sommer eine reiche Ernte von gesunden Pflanzen geniessen können.



Vorbeugen ist die halbe Ernte

  • Einen möglichst sonnigen Standort wählen
  • Bei Pflanzungen in Töpfe immer neues Substrat verwenden
  • Düngen, düngen, düngen … Tomaten brauchen regelmässige Nährstoffgaben. Befolgen Sie dabei die Herstellerangaben auf dem Düngemittel
  • Einen ausgewogenen Tomatendünger verwenden und zugleich auf eine gleichmässige Wasserversorgung achten, damit Kalzium kontinuierlich aufgenommen werden kann. Besonders die grossfruchtigen Sorten reagieren empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen und können von Blütenendfäule betroffen sein
  • Direkt in den Wurzelbereich giessen, die Blätter möglichst nicht benetzen
  • Staunässe vermeiden
  • Die kleinen Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, regelmässig entfernen. So bleibt die Pflanze luftig, die Blätter trocknen rasch ab und die ganze Kraft geht in den Haupttrieb
  • Die Erde unter den Tomatenpflanzen mit organischem Material wie Rasenschnitt mulchen, um Spritzwasser vom Boden her zu reduzieren
  • Zwischen den Tomatenpflanzen ausreichende Pflanzabstände von 60–80 cm einhalten
  • Eine Unterpflanzung mit Basilikum, Peterli oder Ringelblumen wehrt Schädlinge ab, fördert die Bodengesundheit und das Wachstum


Woher stammt die Tomate?

Die Tomate war ursprünglich in Mittel- und Südamerika heimisch und kam im Gepäck der spanischen Eroberer Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa. Schnell verbreitete sie sich und ist heute in unserer Küche unverzichtbar, sei es als sommerlicher Salat mit Mozzarella und Basilikum oder als Spaghettisaucen-Klassiker. Der Name „Tomate“ soll vom aztekischen Wort „Tomatl“ stammen, was sich mit „Schwellfrucht“, beziehungsweise als „wasserhaltige Frucht“ übersetzen lässt.

 

Quelle: JardinSuisse
Bildquelle: Picturegarden | Rohner