Elektronenstrahlen sollen Autolacke widerstandsfähiger und kratzfester machen
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Auto Business business24.ch businessaktuell.ch Europa Forschung Handel Innovation Inspiration Lifestyle Magazine Mobilität motortipps.ch Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Produkte Strategie Technologie Themen Tipps Transport Trends Unternehmen Verkehr Wirtschaft Ⳇ Verbreitung
Kratzer in Autolacken und anderen Beschichtungen könnten künftig deutlich seltener werden. Forscher von Nemho Innovations setzen auf ein alternatives Aushärtungsverfahren, bei dem frische Lacke nicht mit UV-Licht, sondern mit Elektronenstrahlen behandelt werden. Dadurch sollen Beschichtungen widerstandsfähiger und langlebiger werden.
Studienleiter Tommaso Frison, der an der Technischen Universität Eindhoven promoviert hat, sieht in der Elektronenstrahlhärtung erhebliche Vorteile gegenüber den heute verbreiteten UV-Verfahren.
UV-Licht stösst an Grenzen
Klassische Farben und Lacke enthalten Lösungsmittel, die während des Trocknungsprozesses verdunsten. Dabei verbinden sich die Moleküle zu einer festen Oberfläche. Bei modernen strahlungsgebundenen Verfahren wird dieser Prozess durch Licht oder andere energiereiche Teilchen ausgelöst, die eine chemische Reaktion in Gang setzen und die Beschichtung innerhalb kürzester Zeit aushärten lassen.
Bislang kommen dafür überwiegend UV-Strahlen zum Einsatz. Bei dickeren oder komplex aufgebauten Beschichtungen dringt das UV-Licht jedoch nicht immer tief genug ein. Dadurch entstehen Bereiche, in denen die Vernetzung unvollständig bleibt und die Oberfläche weniger widerstandsfähig wird.
Verzicht auf problematische Zusatzstoffe
Nach Angaben von Nemho Innovations gehört das Unternehmen zu den führenden Entwicklern im Bereich der Elektronenstrahlhärtung.
„UV-Härtungsanlagen sind deutlich kostengünstiger als EB-Anlagen. Das ist einer der Hauptgründe, warum die UV-Technologie nach wie vor dominiert. Allerdings weisen auf dieser Technik basierende Beschichtungen einige Nachteile auf“, erklärt Frison.
Für die UV-Härtung werden sogenannte Photoinitiatoren benötigt. Diese chemischen Zusatzstoffe lösen die Reaktion aus, gelten jedoch teilweise als toxisch. Dadurch eignen sich entsprechende Beschichtungen nicht für alle Einsatzbereiche, beispielsweise im Bereich von Lebensmittelverpackungen.
Zudem ist UV-Licht weniger geeignet für dicke Beschichtungen oder Farben, die Pigmente und Füllstoffe enthalten.
Schneller und widerstandsfähiger
Die Elektronenstrahlhärtung kommt ohne Photoinitiatoren aus und soll deutlich schneller arbeiten als herkömmliche UV-Verfahren. Besonders in der Druck- und Verpackungsindustrie könnten dadurch höhere Produktionsgeschwindigkeiten erreicht werden.
Darüber hinaus sollen die Beschichtungen widerstandsfähiger gegenüber Witterungseinflüssen und chemischen Belastungen sein. Nach Einschätzung von Frison werden sich die höhere Qualität und die schnellere Verarbeitung langfristig trotz der höheren Investitionskosten durchsetzen.
Quelle: pressetext.redaktion / Wolfgang Kempkens
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