Schweiz: Hitze verändert Hochtouren – SAC empfiehlt sorgfältige Tourenplanung
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Die anhaltende Hitze verändert die Verhältnisse im Hochgebirge. Während einige Touren sehr gute Bedingungen bieten, sind andere aussergewöhnlich anspruchsvoll. Der Schweizer Alpen-Club SAC rät Berggängerinnen und Berggängern deshalb, ihre Touren sorgfältig zu planen und sich vorgängig über die aktuellen Verhältnisse zu informieren.
Der schneearme Winter, das sehr warme Frühjahr und die wiederholten Hitzeperioden seit Sommerbeginn haben die Bedingungen im Hochgebirge deutlich verändert. Viele Gletscher sind bereits stark ausgeapert: Die schützende Schneeschicht ist geschmolzen und das blanke Eis liegt frei. Dadurch können klassische Hochtouren schwieriger sein als in den vergangenen Jahren. Offene Spaltenzonen und grosse Bergschründe verändern Zustiege und erschweren die Routenwahl. Einzelne Anstiege sind deshalb derzeit nicht empfehlenswert.
Auch der auftauende Permafrost wirkt sich auf die Verhältnisse aus. In einigen Gebieten nimmt die Steinschlaggefahr zu, und einzelne Geländeabschnitte können instabil werden.
Marcel Kraaz, Bergführer und Ressortleiter Breitensport beim Schweizer Alpen-Club SAC, empfiehlt Berggängerinnen und Berggängern eine sorgfältige Vorbereitung. Dazu gehört insbesondere, sich gründlich über die aktuellen Verhältnisse zu informieren.
Der Schweizer Alpen-Club SAC informiert in seinem Tourenportal über bekannte Gefahrenstellen und aussergewöhnliche Verhältnisse. Aktuelle Zustandsmeldungen und Tourenberichte helfen zusätzlich dabei, die Situation vor Ort einzuschätzen.
Empfehlungen des Schweizer Alpen-Clubs SAC
- Vor jeder Tour die aktuellen Verhältnisse prüfen. Neben dem SAC-Tourenportal bieten auch Plattformen wie gipfelbuch.ch, hikr.org oder camptocamp.org wertvolle Informationen. Auskünfte erteilen zudem Hüttenwartinnen und Hüttenwarte sowie lokale Bergführerbüros.
- Die Tourenplanung an die aktuellen Bedingungen anpassen. Schwierigkeiten und Routenführungen können von Tourenbeschreibungen oder Erfahrungen aus früheren Jahren abweichen.
- In Mixed-Gelände mit Fels, Eis, Firn und Schnee vermehrt mit Stein- und Eisschlag rechnen. Auch klassische Gletscheranstiege können durch offene Spaltenzonen oder Bergschründe deutlich anspruchsvoller sein.
- Vor der Tour alternative Ziele oder Routen prüfen. Je nach Verhältnissen bieten Gratanstiege oder reine Felsklettertouren günstigere Bedingungen.
- Wissen und Fähigkeiten mit Aus- und Weiterbildungen regelmässig auf dem aktuellen Stand halten.
- Wer wenig Erfahrung im Hochgebirge hat, sollte Touren mit einer Bergführerin, einem Bergführer oder im Rahmen einer SAC-Sektionstour unternehmen.
Quelle: Schweizer Alpen-Club SAC
Bildquelle: SAC/Samuel Oppliger