Migräne: Ohrakupunktur zeigt positive Wirkung auf Schmerzen und Gehirnaktivität

Eine Akupunkturbehandlung am Ohr kann Migräneschmerzen lindern und die Auswirkungen der Erkrankung auf den Alltag verringern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der University of Southern Santa Catarina. Die positiven Effekte hielten bis zu 30 Tage nach der Behandlung an.

Zusätzlich konnten die Forscher mithilfe der Hämoenzephalografie Veränderungen der Sauerstoffsättigung im präfrontalen Cortex des Gehirns nachweisen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Aurikulotherapie eine sinnvolle Ergänzung der Schmerzbehandlung sein könnte.

Sauerstoffsättigung besser

Bei der Untersuchung des präfrontalen Cortex mittels Hämoenzephalografie (HEG), einer nicht-invasiven Methode zur Messung des Blutflusses im Gehirn, wurden Unterschiede bei der allgemeinen Sauerstoffsättigung festgestellt. Die nachgewiesenen Muster unterschieden sich zwischen den beiden Gruppen jedoch nicht deutlich.

Nach Ansicht der Forscher ermöglichen die Ergebnisse dennoch eine objektive Überwachung bestimmter Gehirnfunktionen bei Frauen mit chronischer Migräne. Weitere Studien mit einer grösseren Teilnehmerzahl sind bereits geplant.

Studienleiterin Fernanda Belle bewertet die Resultate als ermutigend. Während der Nachbeobachtungszeit seien Verbesserungen der klinischen Beschwerden nachgewiesen worden. Zudem hätten sich die Auswirkungen der Behandlung auf das Gehirn als vergleichsweise beständig erwiesen. Die Aurikulotherapie könnte deshalb einen interessanten ergänzenden Ansatz in der Schmerztherapie darstellen.

68 Teilnehmerinnen getestet

An der Studie nahmen 68 Frauen teil, bei denen seit mindestens einem Jahr Migräne diagnostiziert worden war. Alle litten an mindestens 15 Migränetagen pro Monat. Die Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt innerhalb von acht Wochen insgesamt acht Sitzungen Aurikulotherapie. Dabei stimulierten semi-permanente Nadeln gezielt bestimmte Punkte am Ohr.

Zusätzlich wurden Senfkörner angebracht, um die Stimulation bis zur nächsten Behandlung aufrechtzuerhalten. Die Teilnehmerinnen wussten nicht, welcher Gruppe sie angehörten.

In der Aurikulotherapie-Gruppe sank der durchschnittliche Schmerzwert direkt nach der Behandlung von 50,5 auf 44,7 Punkte und nach 30 Tagen auf 41 Punkte. Dies entspricht einer Verringerung um elf beziehungsweise 18 Prozent. Auch in der Vergleichsgruppe mit Scheinbehandlung gingen die Schmerzwerte zurück – von 50,2 auf 44,3 unmittelbar nach der Behandlung und auf 43,9 nach 30 Tagen. Insgesamt waren die Schmerzwerte einen Monat nach der Behandlung in beiden Gruppen niedriger.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
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