TC Dählhölzli Bern: Die Sportoase im Kirchenfeld seit 1907 im Porträt

Mitten im Berner Kirchenfeld-Quartier, eingebettet zwischen Tierpark und Jubiläumsstrasse, liegt einer der ältesten Tennisclubs der Schweiz: der TC Dählhölzli. Seit 1907 treffen sich hier Nachwuchscracks, Hobbyspielerinnen und Seniorendoppel auf denselben Sandplätzen – eine Kontinuität, die nur wenige Schweizer Vereine vorweisen können.

Wer nach einem Club sucht, der Tradition und Offenheit für ganz unterschiedliche Spielertypen miteinander verbindet, findet im TC Dählhölzli ein gutes Beispiel dafür, wie das Schweizer Vereinstennis im besten Fall funktioniert.

Über hundert Jahre Vereinsgeschichte

Gegründet wurde der TC Dählhölzli 1907 von Paul Du Bois, der dem Club bis heute als Gründerfigur eng verbunden bleibt. Damit gehört der Verein zu den ältesten Tennisclubs der Schweiz überhaupt – zu einer Zeit, als der Tennissport hierzulande gerade erst Fuss fasste. Bis heute prägt diese lange Geschichte die Anlage: Das über hundertjährige Clubhaus beherbergt inzwischen die neue Sportbar Bern und bildet damit eine Brücke zwischen der Gründerzeit des Vereins und seinem heutigen Betrieb.

Acht Sandplätze und ein Verbund mit dem Nachbarclub

Sportlich verfügt der TC Dählhölzli über acht eigene Sandplätze. Direkt angrenzend spielt zudem der Tennis Sporting Club auf sechs weiteren Sandplätzen, sodass sich am Standort Kirchenfeld insgesamt vierzehn Plätze konzentrieren – eine für Schweizer Verhältnisse aussergewöhnlich grosse Anlage an einem einzigen Ort. Reserviert werden die Plätze über die Buchungsplattform Gotcourts, wobei Mitglieder im Sommer uneingeschränkt und kostenlos spielen können, während auch Nichtmitglieder zu gewissen Zeiten einen Platz buchen können. Die Sommersaison eröffnet der Club jeweils im April, sobald Boden und Witterung es zulassen – 2026 etwa konnten die Plätze am 11. April erstmals bespielt werden.


Blick über die frisch präparierten Sandplätze, im Hintergrund der Gurten – die Lage der Anlage gehört zu den schönsten der Stadt Bern.

Erfolgreiche Interclub-Saisons

Wie ernst der Wettkampfgedanke im TC Dählhölzli genommen wird, zeigt der Blick auf den Interclub. Zur Saison 2024 trat der Verein mit insgesamt 17 Teams an – 7 Damen- und 10 Herrenmannschaften, davon 6 in den Nationalligen. Höhepunkt jener Saison war der Titel der Damen-Mannschaft in der Nationalliga A: Mit einem Team um Fiona Ganz, Angie Joy Hug, Kenisha Moning, Tina Nadina Smith, Yuki Naito und Romina Oprandi sicherte sich der TC Dählhölzli den Schweizer Meistertitel, wie der Verein selbst auf seiner News-Seite vermeldete. Auch 2025 und 2026 war die Damenmannschaft wieder im Interclub der Nationalliga A beziehungsweise in den unteren Ligen aktiv. Für alle, die solche Partien nicht live vor Ort verfolgen können, listet die Sport-Livestream-Plattform Kitris.tv den TC Dählhölzli als Austragungsort für Turnier-Übertragungen.

Training mit der Tennis Academy FITT

Für die eigentliche Unterrichtstätigkeit arbeitet der TC Dählhölzli seit Jahren mit der Tennis Academy FITT von Zan und Ziga Krajnc zusammen; Ziga Krajnc verantwortet im Verein zugleich das Ressort Junioren. Diese Zusammenarbeit ist ein typisches Beispiel dafür, wie viele Schweizer Vereine heute funktionieren: Der Club stellt Infrastruktur, Mitgliedschaft und Wettkampfstruktur zur Verfügung, während eine spezialisierte Tennisschule das Training für Kinder, Jugendliche und Erwachsene übernimmt. Für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger bedeutet das einen direkten Draht zu strukturiertem Unterricht, ohne dass der Verein selbst ein eigenes Trainerteam aufbauen muss.

Ein Mitgliedschaftsmodell für jede Lebenssituation

Auch beim Mitgliedschaftsmodell zeigt sich die Offenheit des Vereins für unterschiedliche Bedürfnisse. Neben der klassischen Einzelmitgliedschaft für 660 Franken (plus 200 Franken Eintrittsgebühr) und einer Ehepaar-Mitgliedschaft für 1100 Franken (plus 300 Franken Eintritt) gibt es eigene, deutlich günstigere Kategorien für Studierende und Lehrlinge bis Jahrgang 1998 sowie für Junioren in zwei Altersstufen. Wer nur gelegentlich unter der Woche tagsüber spielen möchte, kann eine Tagesmitgliedschaft für 460 Franken lösen, während eine reine Interclub-Mitgliedschaft für 200 Franken sich gezielt an Spielerinnen und Spieler richtet, die vor allem am Mannschaftswettbewerb interessiert sind. Auch eine passive Mitgliedschaft für 50 Franken steht allen offen, die dem Verein verbunden bleiben möchten, ohne selbst regelmässig zu spielen.

Sportbar Bern: Gastronomie mit Feierabend-Charakter

Ein wichtiger Teil des Vereinslebens spielt sich in der Sportbar Bern ab, die von Gastgeberin Michaela Mraskova geführt wird. Werktags ist das Lokal ab 10 Uhr für den gemütlichen Kaffee geöffnet, an Samstagen bereits ab 8 Uhr, jeweils bis 23 Uhr. Neben Speisen und einer grossen Getränkeauswahl lassen sich hier auch Fussball-, Eishockey- oder Tennisübertragungen verfolgen, im Aussenbereich laden zwei Lounges zum sommerlichen Apéro ein. Die Infrastruktur steht darüber hinaus auch für Firmenanlässe, Hochzeiten oder Geburtstage zur Verfügung – der TC Dählhölzli versteht sich damit längst nicht mehr nur als reiner Sportverein, sondern auch als gesellschaftlicher Treffpunkt im Kirchenfeld.


Die Terrasse der Sportbar Bern liegt direkt an den Plätzen.

Anreise und Lage

Die Anlage liegt verkehrstechnisch günstig im Berner Kirchenfeld-Quartier, an der Jubiläumsstrasse 103. Mit dem öffentlichen Verkehr erreicht man den TC Dählhölzli vom Bahnhof Bern aus in wenigen Minuten mit dem Bus Nr. 19 Richtung Elfenau bis zur Haltestelle Ka-We-De, von wo aus der Club zu Fuss in rund hundert Metern erreichbar ist; auch eine PubliBike-Station liegt nur wenige Schritte entfernt. Wer mit dem Auto anreist, parkiert am besten an der Thormannstrasse beim oberen Eingang zum Dählhölzliwald und Tierpark oder unten beim Schwimmbad Ka-We-De, von wo aus ebenfalls nur ein kurzer Fussweg zur Anlage bleibt.

Ein Club, der Tradition und Offenheit verbindet

Der TC Dählhölzli zeigt exemplarisch, wie sich ein über hundertjähriger Traditionsverein bis heute weiterentwickeln lässt, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren. Die Kombination aus historischer Vereinsgeschichte, einer grossen Platzanlage im Verbund mit dem Nachbarclub, einem breiten Mitgliedschaftsangebot für unterschiedlichste Lebenssituationen und einer professionellen Trainingskooperation macht den Club zu einem guten Beispiel dafür, was viele Schweizer Tennisclubs bis heute auszeichnet: ein Ort, an dem der Wettkampfehrgeiz von 17 Interclub-Teams und die gemütliche Doppelrunde am Feierabend ganz selbstverständlich nebeneinander Platz haben.

 

Bildquelle: TC Dählhölzli Bern