Tag des Luchses: WWF fordert besseren Schutz für bedrohte Wildkatze

Der Luchs (lynx, lynx) gehört zur Schweiz. Er bereichert unsere Natur und steht für eine der wenigen Erfolgsgeschichten des Schweizer Artenschutzes.

Am morgigen Tag des Luchses feiern wir seine Rückkehr – und erinnern daran, dass sein langfristiges Überleben unseren entschlossenen Einsatz verlangt.

Der Luchs ist auf wirksamen Schutz angewiesen – nicht nur auf dem Papier: Vernetzte, sichere Lebensräume ermöglichen den genetischen Austausch zwischen den Populationen – und damit das langfristige Überleben. Der Tag des Luchses am 11. Juni bietet die Gelegenheit, dem Jäger auf leisen Pfoten an einer WWF-Veranstaltung näher zu kommen und mehr über sein Verhalten und seine Rolle im Ökosystem zu erfahren.


Foto: Thomas Hulik

Gabor von Bethlenfalvy, WWF-Luchsexperte: „Die Schweiz verbindet die Luchspopulationen in den Alpen und im Jura. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung, diese Lebensräume wirksam zu vernetzen.“

„Der Luchs spielt eine Schlüsselrolle im Schweizer Ökosystem. Er beeinflusst den Wildbestand und stärkt damit die Stabilität unserer Wälder.“

Neue wissenschaftliche Studien zu den Luchsen in der Schweiz zeigen: Trotz beeindruckendem Comeback mit wachsenden Beständen bleibt unklar, ob die grösste Wildkatze Europas in der Schweiz langfristig überlebt.


Foto: Stanislav Duben/Shutterstock.com

Unmittelbar die grösste Gefahr geht vom Strassen- und Bahnverkehr aus. Unfälle auf Strasse und Schiene bleiben die Todesursache Nummer eins für die scheue Wildkatze, wie eine aktuelle Analyse zu Mortalität und Krankheiten zeigt. Hinzu kommt Wilderei, welche die Untersuchung zwar nachweist, ihr Ausmass jedoch aufgrund der grossen Dunkelziffer mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschätzt wird. Krankheiten hingegen sind als direkte Todesursache seltener. Auffällig ist jedoch, dass bei vielen untersuchten Luchsen wiederkehrend Herzveränderungen festgestellt wurden.

Geringe genetische Vielfalt beeinträchtigt Population

Eine zweite Studie beschreibt konkrete Fälle einer körperlichen Deformation – einer angeborenen Verengung im Herzen (subaortalen Stenose). Diese erschwert das Pumpen. Diese normalerweise sehr seltene Fehlbildung könnte mit der geringen genetischen Vielfalt der Schweizer Luchspopulationen zusammenhängen. Die kritische genetische Situation bleibt somit kein abstraktes Populationsproblem, sondern wirkt sich direkt auf die Gesundheit und das Überleben der Tiere aus.


Foto: Neuman Fotografie/Shutterstock.com

Kurzfristig stellt der Mensch also die grösste Gefahr für die Luchse dar. Langfristig kann die genetische Situation die Gesundheit der Population beeinträchtigen. Genau hier setzen die Lösungen an: vernetzte Lebensräume, gezielte Aussetzungen zur genetischen Stärkung, internationale Zusammenarbeit und konsequentes wissenschaftliches Monitoring.


Entwicklung der Luchspopulation in der Schweiz (2010–2024/25): Ab dem Jahr 2020/21 basiert die Darstellung auf dem biologischen Jahr. Die Erhebungszeiträume erstrecken sich dann jeweils vom 1. Mai des Vorjahres bis zum 30. April des Folgejahres. © KORA

Als Land im Herzen Europas beherbergt die Schweiz mit Abstand die meisten Luchse im grenzübergreifendem Alpen- und Juraraum, rund 360 Individuen. Somit kommt der Schweiz eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Population zu.

Regionale WWF-Events

Morgen, am Donnerstag, 11. Juni 2026, feiern wir den heimlichen König unserer Wälder. Erleben Sie ihn aus nächster Nähe und besuchen Sie unsere regionalen WWF-Events: Von Abendführungen im bereits geschlossenen Tierpark über eine Sonderausstellung zu „Wild – Wald – Wir“ bis zu Filmvorführungen bieten die Events eine breite Palette an Möglichkeiten.

 

Quelle: WWF Schweiz
Bildquellen: Bild 1: Ola JENNERSTEN; sonstige Bilder: siehe Bildlegenden