Vogelabwehr am Flughafen Zürich: Warum sogar Wiesel Flugzeuge schützen
von belmedia Redaktion Airlines Allgemein Alltag Flug flughafen.ch Flugzeug Magazine Mobilität nachrichtenticker.ch News praevention.ch Regionen Reisen & Ausflüge Schweiz Sicherheit sicherheit.ch Themen Zürich Ⳇ Verbreitung
Am Flughafen Zürich arbeiten nicht nur Fluglotsen, Feuerwehr und Sicherheitskräfte für einen sicheren Flugbetrieb. Auch Spezialisten für Wildtiere sind täglich im Einsatz. Sie beobachten Vögel, kontrollieren Grünflächen und verhindern gefährliche Begegnungen mit Flugzeugen. Dabei kommen überraschende Methoden zum Einsatz: Neben gezielten Vergrämungsmassnahmen helfen sogar Wiesel, das Risiko von Vogelschlägen zu reduzieren.
Besonders während des Starts und der Landung können Vögel zur Gefahr werden. Gerät ein grösserer Vogel oder ein ganzer Schwarm in die Flugbahn einer Maschine, drohen Schäden an Triebwerken, Cockpitscheiben und anderen Bauteilen. Deshalb beschäftigt die Flughafen Zürich AG Fachleute für das Wildtiermanagement. Sie kontrollieren regelmässig das Gelände und greifen ein, wenn sich Tiere in sicherheitsrelevanten Bereichen aufhalten.
Die Arbeit beginnt allerdings lange vor einem möglichen Zwischenfall. Die meisten offenen Grünflächen am Flughafen Zürich werden als Langgraswiesen bewirtschaftet. Dadurch finden bestimmte Vogelarten weniger attraktive Bedingungen vor. Gleichzeitig werden natürliche Mäusejäger wie Wiesel gefördert. Dieses Zusammenspiel aus Landschaftspflege, Tierbeobachtung und gezielter Vergrämung bildet eine wichtige Grundlage der biologischen Flugsicherheit.
Warum Vögel für Flugzeuge gefährlich werden
Ein einzelner kleiner Vogel verursacht bei einer Kollision nicht zwangsläufig einen grösseren Schaden. Anders sieht es bei schweren Vogelarten oder ganzen Schwärmen aus.
Besonders kritisch sind Treffer an den Triebwerken oder an der Cockpitscheibe.
Die gefährlichsten Situationen entstehen während des Starts, des Landeanflugs und in geringer Flughöhe.
Flugzeuge bewegen sich dann in jenen Bereichen, die auch von zahlreichen Vogelarten genutzt werden.
Wildhüter kontrollieren das Flughafengelände
Am Flughafen Zürich gehört die Verhütung von Vogelschlägen zu den Aufgaben des Wildtiermanagements.
Die Mitarbeitenden führen Reviergänge durch, erfassen Wildtierbestände und überwachen Veränderungen.
Dabei achten sie auf Vogelarten, deren Anzahl, Aufenthaltsorte und Flugbewegungen.
Entdecken sie eine gefährliche Ansammlung in Pistennähe, können gezielte Massnahmen eingeleitet werden.
Die Organisation ist auch auf Wildtierprobleme ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten vorbereitet.
Warum das Gras am Flughafen hoch wachsen darf
Viele Menschen würden erwarten, dass Grünflächen neben Start- und Landepisten möglichst kurz geschnitten werden.
Am Flughafen Zürich ist häufig das Gegenteil der Fall.
Die meisten offenen Flächen werden als extensiv genutzte Langgraswiesen gepflegt.
Hohes Gras erschwert Greifvögeln die Suche nach Mäusen. Gleichzeitig können sich Schwarmvögel weniger gut niederlassen.
Die Bewirtschaftung verfolgt damit zwei Ziele: Sie reduziert bestimmte Vogelschlagrisiken und erhält ökologisch wertvolle Lebensräume.
Wiesel übernehmen eine ungewöhnliche Aufgabe
Besonders bemerkenswert ist die Förderung von Wieseln am Flughafen Zürich.
Die kleinen Raubtiere jagen Mäuse und stehen damit in Nahrungskonkurrenz zu Greifvögeln.
Wenn Wiesel einen Teil der Mäuse erbeuten, bleiben für jagende Greifvögel weniger Beutetiere übrig.
Das kann dazu beitragen, dass sich weniger Greifvögel über den betroffenen Flächen aufhalten.
Die Flughafen Zürich AG beschreibt diese Massnahme ausdrücklich als Bestandteil ihrer Vogelschlagprävention.
Wie werden Vögel direkt vertrieben?
Nicht jede gefährliche Situation lässt sich allein durch Landschaftspflege verhindern.
Befinden sich Vögel in unmittelbarer Nähe einer Piste, können ausgebildete Fachleute sie gezielt vergrämen.
Dafür kommen je nach Flughafen und Situation beispielsweise akustische Signale oder pyrotechnische Hilfsmittel infrage.
Auch spezielle Laser werden an Flughäfen zur Vogelabwehr eingesetzt. Ihr Einsatz unterliegt strengen Sicherheitsvorgaben.
Entscheidend ist, dass die Tiere tatsächlich aus dem Gefahrenbereich verschwinden und dabei weder Menschen noch Flugzeuge gefährdet werden.
Vögel können sich an Abschreckungsmethoden gewöhnen
Eine dauernd wiederholte Geräuschquelle verliert mit der Zeit möglicherweise ihre Wirkung.
Einige Vogelarten erkennen, dass von bestimmten Signalen keine unmittelbare Gefahr ausgeht.
Deshalb müssen die Verantwortlichen ihre Methoden auf die jeweilige Situation abstimmen.
Auch Wetter, Vogelzug und Jahreszeit verändern die Bedingungen.
Die Beobachtung der Tiere ist somit genauso wichtig wie die eigentliche Vergrämung.
Forschung soll die Prävention verbessern
Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften untersucht seit April 2024 verschiedene Einflussfaktoren auf Vogelschläge am Flughafen Zürich.
Dabei werden räumliche Daten mit Angaben über Kollisionen verknüpft.
Untersucht werden unter anderem Zusammenhänge mit Wetter, Flugbewegungen, Tageszeiten und Grünflächenbewirtschaftung.
Aus den Ergebnissen sollen nach Möglichkeit zusätzliche Massnahmen zur Verringerung des Risikos abgeleitet werden.
Bereits der Beitrag über Vogelschlagprävention und Wildtierschutz zeigt, weshalb die Zusammenarbeit von Flugbetrieb und Naturschutz entscheidend ist.
Naturschutz mitten zwischen den Pisten
Das Flughafengelände ist keineswegs eine reine Betonlandschaft.
Zwischen den Pisten befinden sich Wiesen, Gewässer und ökologisch wertvolle Flächen.
Dazu gehört auch das Klotener Riet mit geschützten Moorbereichen.
Die Pflege dieser Gebiete wird mit den zuständigen Naturschutzfachstellen abgestimmt.
So entsteht eine besondere Aufgabe: Der Flughafen muss einen sicheren Flugbetrieb gewährleisten und gleichzeitig die natürlichen Lebensräume verantwortungsvoll bewirtschaften.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert