Montella kämpft weiter – Verband hält noch zu ihm
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Vincenzo Montella steht bei der Türkei so stark unter Druck wie kaum zuvor in seiner Amtszeit. Drei Niederlagen aus drei Nations-League-Spielen, heftige Kritik von Fans und Medien und nun ausgerechnet das Rückspiel gegen Italien: Der 52-Jährige denkt trotzdem nicht ans Aufgeben. Auch der türkische Fussballverband hält bislang an seinem Nationaltrainer fest.
Die sportliche Bilanz ist brutal. Nach dem 0:1 gegen Frankreich verlor die Türkei zuhause 1:4 gegen Italien und anschliessend 0:3 in Belgien. Mit null Punkten und 1:8 Toren liegt der WM-Teilnehmer abgeschlagen am Tabellenende der Gruppe A1. Bereits beim Italien-Spiel in Bursa forderten Teile des Publikums lautstark Montellas Rücktritt, nach der Niederlage in Lüttich nahm der Druck nochmals zu.
Montella will davon nichts wissen. Nach dem Belgien-Spiel erklärte er, die Mannschaft müsse sich weiterentwickeln, ihr Bestes geben und weiterarbeiten. Rückhalt besitzt der Italiener zumindest weiterhin beim Verband: Sein Vertrag läuft bis zum Ende der EM 2028, TFF-Präsident İbrahim Hacıosmanoğlu hatte Montella selbst nach dem enttäuschenden WM-Auftritt öffentlich verteidigt und Kontinuität eingefordert. Hinter Montella liegen zudem persönlich schwere Monate: Im Juli starb seine Schwester Caterina nach einem schweren Unfall im eigenen Haus.
Montella weigert sich aufzugeben
Schon nach dem 1:4 gegen Italien machte Montella deutlich, dass ein freiwilliger Rücktritt für ihn nicht zur Debatte steht. Der Trainer argumentiert, dass die Türkei erstmals in Liga A gegen einige der stärksten Nationalmannschaften Europas antrete und aus solchen Spielen lernen müsse.
Auch nach dem 0:3 gegen Belgien änderte sich seine Haltung nicht. "Wir müssen uns weiterentwickeln, unser Bestes geben und weiterarbeiten", erklärte Montella.
Dabei nimmt der Trainer einen grossen Teil der Kritik selbst auf sich. Gleichzeitig verteidigt er seine Spieler gegen Angriffe aus dem Umfeld. Noch vor der Belgien-Partie erinnerte er daran, dass genau diese Mannschaft die Türkei zur Europameisterschaft, in Liga A und nach langer Abwesenheit wieder zu einer Weltmeisterschaft geführt hatte.
Die jüngste 0:3-Niederlage der Türkei in Belgien hat den Druck auf Montella allerdings nochmals deutlich erhöht.
Verband hat Montella bislang nicht fallen gelassen
Entscheidend für Montellas Zukunft ist die Haltung der türkischen Verbandsspitze. Hacıosmanoğlu hatte dem Italiener bereits nach dem enttäuschenden Abschneiden an der Weltmeisterschaft demonstrativ den Rücken gestärkt.
Damals erklärte der TFF-Präsident sinngemäss, dass eine Nationalmannschaft kein Klub sei, bei dem nach jedem Rückschlag Trainer und Spieler ausgetauscht werden könnten. Der Verband wolle an seinem Projekt festhalten.
Diese langfristige Linie wird auch durch Montellas Vertrag unterstrichen. Im Juni 2025 wurde das ursprünglich bis September 2026 laufende Arbeitspapier bis zum Ende der Europameisterschaft 2028 verlängert.
Eine offizielle Mitteilung über eine Trennung oder ein Ultimatum gibt es bislang nicht. Damit geht Montella auch in Bologna weiterhin als türkischer Nationaltrainer an der Seitenlinie ins Spiel.
Auch persönlich ein schwieriges Jahr
Die sportliche Krise trifft Montella nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag. Seine Schwester Caterina starb im Juli im Alter von 65 Jahren an den Folgen eines schweren häuslichen Unfalls.
Der türkische Fussballverband sprach Montella und seiner Familie damals öffentlich sein Beileid aus. Die Verbindung zwischen Verband und Trainer geht damit längst über eine rein sportliche Zusammenarbeit hinaus.
Montella selbst hat mehrfach betont, wie eng er sich inzwischen mit der Türkei verbunden fühlt. Bei seiner Vertragsverlängerung bezeichnete er das Verhältnis zu Hacıosmanoğlu sogar als Freundschaft.
Ausgerechnet Italien wird zum nächsten Test
Sportlich hilft all das allerdings wenig, wenn die Resultate ausbleiben. Am Montagabend wartet in Bologna erneut Italien.
Das Hinspiel endete für die Türkei mit einem 1:4-Debakel. Italien steht nach drei Spielen bei vier Punkten und benötigt selbst dringend einen Sieg, während die Türkei noch immer auf den ersten Zähler wartet.
Für Montella geht es deshalb um weit mehr als nur um die Tabelle. Eine starke Reaktion würde ihm Argumente für seinen eingeschlagenen Weg liefern. Eine weitere klare Niederlage dürfte dagegen die Diskussionen um seine Zukunft trotz des bisherigen Rückhalts des Verbands weiter verschärfen.
- Vertrag: Montella ist bis zum Ende der EM 2028 an den türkischen Verband gebunden.
- Nations League: drei Spiele, drei Niederlagen und ein Torverhältnis von 1:8.
- Verband: Präsident Hacıosmanoğlu hat Montella bislang öffentlich gestützt und Kontinuität eingefordert.
- Nächstes Spiel: Italien – Türkei am 5. Oktober um 20.45 Uhr in Bologna.
| Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Frankreich | 3 | 2 | 1 | 0 | 3:1 | +2 | 7 |
| 2. Belgien | 3 | 2 | 0 | 1 | 5:1 | +4 | 6 |
| 3. Italien | 3 | 1 | 1 | 1 | 5:4 | +1 | 4 |
| 4. Türkei | 3 | 0 | 0 | 3 | 1:8 | -7 | 0 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert