Davis Cup: Fonseca vor Stricker-Duell noch nicht bei 100 Prozent

Dominic Stricker bekommt zum Auftakt des Davis-Cup-Duells gegen Brasilien eine unerwartete Chance. Brasiliens Topspieler João Fonseca kehrt nach rund einem Monat Wettkampfpause zurück und räumt vor seinem ersten Einsatz offen ein, körperlich noch nicht dort zu sein, wo er gerne wäre. Der Weltranglisten-29. hat wegen Beschwerden im Bauchbereich sogar die US Open verpasst.

Stricker trifft am Freitag ab 20.00 Uhr Schweizer Zeit in der Farmasi Arena von Rio de Janeiro auf Fonseca. Auf dem Papier ist der Unterschied beträchtlich: Der 20-jährige Brasilianer steht auf ATP-Rang 29, Stricker wird derzeit als Nummer 262 geführt. Doch Fonseca hat seit Mitte August kein reguläres Turnier mehr bestritten und erst vergangene Woche wieder mit dem Tennistraining begonnen.

Für die Schweiz könnte gerade das Auftakteinzel enorm wichtig werden. Ein Erfolg Strickers würde den Druck vor der zweiten Partie auf Brasilien erhöhen, in der Gustavo Heide auf Stan Wawrinka trifft. Für Wawrinka ist das Duell in Rio gleichzeitig der letzte Davis-Cup-Auftritt seiner Karriere. Die Schweiz kämpft am Freitag und Samstag um den Einzug in die Qualifiers 2027.

Fonseca musste sogar die US Open absagen

Fonsecas Vorbereitung verlief alles andere als ideal. Im August machten ihm Beschwerden auf der linken Seite des Bauchbereichs zu schaffen. Der Brasilianer musste zunächst beim Masters-1000-Turnier in Cincinnati passen und verzichtete anschliessend auch auf die US Open.

Damit fehlt dem grössten brasilianischen Tennistalent vor dem Davis Cup vor allem Matchpraxis. Fonseca erklärte nach der Auslosung in Rio, dass die Rehabilitation schwierig gewesen sei und er körperlich gerne weiter wäre. Gleichzeitig betonte er, dass er sich seit der Wiederaufnahme des Trainings auf dem Platz zunehmend besser fühle.

Für Brasilien ist seine Rückkehr dennoch von grosser Bedeutung. Fonseca ist mit Abstand der bestklassierte Einzelspieler des Teams und hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass er mit der Weltspitze mithalten kann.

Stricker reist mit einem Turniersieg im Rücken an

Stricker steckt zwar seit längerer Zeit ausserhalb der Top 100 fest, hat in den vergangenen Monaten aber wieder positive Signale geliefert. Besonders wichtig war sein Triumph beim Challenger in Sion Ende August.

Der 24-jährige Berner gewann dort fünf Partien in Folge. Im Final setzte er sich gegen Benjamin Hassan mit 6:1, 2:6 und 6:2 durch. Zuvor hatte er unter anderem Mika Brunold und Tommaso Compagnucci geschlagen.

Sein Karrierehoch liegt auf ATP-Rang 88. Dass Stricker auf deutlich höherem Niveau spielen kann, bewies er bereits 2023, als er bei den US Open bis in den Achtelfinal vorstiess. Gegen Fonseca hat er bislang noch nie gespielt.

Brasilien setzt auf schnellen Hallenplatz

Gespielt wird in der Farmasi Arena auf einem Hartplatz unter dem Hallendach. Fonseca zeigte sich mit den Bedingungen zufrieden und verglich den Court mit jenem der Swiss Indoors in Basel.

Nach Stricker gegen Fonseca folgt am Freitag Wawrinkas Partie gegen die brasilianische Nummer zwei Gustavo Heide. Am Samstag ist zunächst das Doppel Orlando Luz/Rafael Matos gegen Jakub Paul/Stricker vorgesehen. Anschliessend würden nach aktuellem Spielplan Fonseca gegen Wawrinka und Heide gegen Stricker folgen.

Der Sieger der Begegnung zieht in die Davis-Cup-Qualifiers 2027 ein. Für die Schweiz wäre ein Punkt gleich im ersten Einzel deshalb besonders wertvoll – und Fonsecas ungewohnte Ausgangslage macht die Aufgabe für Stricker zumindest interessanter, als es der Unterschied in der Weltrangliste vermuten lässt.

🎾 DAS DAVIS-CUP-DUELL IN RIO

  • Freitag, 20.00 Uhr Schweizer Zeit: Dominic Stricker – João Fonseca.
  • Anschliessend: Stan Wawrinka – Gustavo Heide.
  • Stricker gewann Ende August den Challenger in Sion, Fonseca bestreitet sein erstes Match seit rund einem Monat.
  • Der Sieger von Brasilien gegen die Schweiz qualifiziert sich für die Davis-Cup-Qualifiers 2027.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert