Tiafoe dreht Fünf-Satz-Wahnsinn – US-Halbfinal gegen Shelton

Frances Tiafoe steht nach einem unglaublichen Comeback im Halbfinal der US Open. Der Amerikaner bezwingt seinen Landsmann Alex Michelsen nach 4 Stunden und 39 Minuten mit 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 (10:6). Michelsen servierte im dritten Satz bereits zum Matchgewinn und führte später auch im fünften Durchgang mit 3:0.

Tiafoe steht damit zum dritten Mal nach 2022 und 2024 im Halbfinal seines Heim-Grand-Slams. Der 28-Jährige musste dafür einen Abend überstehen, an dem er mehrmals unmittelbar vor dem Ausscheiden stand.

Im Halbfinal kommt es nun zum rein amerikanischen Duell mit Ben Shelton. Der 23-Jährige hatte wenig später Titelverteidiger Carlos Alcaraz ebenfalls in fünf Sätzen aus dem Turnier geworfen.

Michelsen übernimmt früh die Kontrolle

Alex Michelsen geht ohne Satzverlust in den ersten Grand-Slam-Viertelfinal seiner Karriere und zeigt von Beginn an, weshalb er in New York bislang so überzeugt hat.

Der 22-Jährige setzt Tiafoe mit seinem Aufschlag und aggressiven Returns unter Druck. Den ersten Satz entscheidet Michelsen mit 7:5 für sich.

Auch im zweiten Durchgang bleibt Tiafoe weitgehend ohne Zugriff. Michelsen nutzt seine Chancen konsequenter, gewinnt den Satz mit 6:3 und steht damit nur noch einen Durchgang vor seinem ersten Grand-Slam-Halbfinal.



Michelsen serviert zum Matchgewinn

Die Partie scheint endgültig in Richtung des Aussenseiters zu kippen, als Michelsen auch im dritten Satz früh das Break schafft.

Beim Stand von 5:4 bekommt er sogar die Gelegenheit, die Partie mit eigenem Aufschlag zu beenden.

Doch ausgerechnet in diesem Moment zeigt der junge Amerikaner erstmals deutlich Nerven. Zwei Doppelfehler öffnen Tiafoe die Tür, der sich das Break zum 5:5 holt.

Von diesem Augenblick an verändert sich die gesamte Partie.

Tiafoe findet zunehmend seinen Rhythmus, gewinnt den dritten Satz noch mit 7:5 und ist plötzlich wieder vollständig im Match.

Bereits im Achtelfinal hatte der Amerikaner Daniil Medvedev in drei Sätzen aus dem Turnier geworfen. Gegen Michelsen muss er nun deutlich tiefer gehen.

Tiafoe erzwingt den Entscheidungssatz

Das Momentum liegt nun beim erfahreneren Amerikaner.

Tiafoe übernimmt im vierten Satz zunehmend die Kontrolle, während Michelsen erstmals Mühe hat, seine zuvor dominanten Aufschlagspiele konsequent durchzubringen.

Mit 6:3 gleicht Tiafoe nach vier Sätzen aus.

Nach mehr als dreieinhalb Stunden entscheidet damit ein fünfter Durchgang über den Einzug in den Halbfinal.

Michelsen führt im fünften Satz 3:0

Doch auch der letzte Satz beginnt für Tiafoe denkbar schlecht.

Michelsen findet nochmals neue Energie, schafft früh das Break und zieht auf 3:0 davon. Wieder scheint der 22-Jährige unmittelbar vor dem grössten Sieg seiner Karriere zu stehen.

Tiafoe weigert sich jedoch erneut, die Partie verloren zu geben.

Der Weltranglisten-Zwölfte kämpft sich zurück, holt das Break auf und bringt das Arthur Ashe Stadium mit zunehmender Intensität hinter sich.

Beide Spieler retten sich schliesslich bis zum 6:6.

Zum zweiten Mal an diesem Abend muss ein Match-Tiebreak entscheiden.

Tiafoe behält im Tiebreak die Nerven

In der entscheidenden Kurzentscheidung hat Tiafoe schliesslich die grössere Stabilität.

Er setzt sich im Match-Tiebreak mit 10:6 durch und vollendet nach 4 Stunden und 39 Minuten eines der spektakulärsten Comebacks des diesjährigen Turniers.

Nach dem letzten Punkt weicht der sportliche Jubel schnell einer emotionalen Szene.

Michelsen bricht nach der bitteren Niederlage in Tränen aus. Tiafoe nimmt seinen Landsmann und engen Freund am Netz lange in den Arm und versucht ihn zu trösten.

Für Michelsen endet damit dennoch das beste Grand-Slam-Turnier seiner bisherigen Karriere. Zuvor war er bei den US Open nie über die zweite Runde hinausgekommen.

Amerikanischer Finalist steht bereits fest

Für Tiafoe geht die Reise dagegen weiter.

Zum dritten Mal in fünf Jahren erreicht er den Halbfinal von New York. Dort trifft er nun auf Ben Shelton.

Shelton sorgte im anschliessenden Viertelfinal für die nächste grosse Geschichte des Turniers und schlug Titelverteidiger Carlos Alcaraz nach fünf Sätzen.

Damit steht bereits vor dem Halbfinal fest: Ein Amerikaner wird am Sonntag im Final der US Open stehen.

Für den amerikanischen Herrentennis ist das ein besonderer Moment. Seit Andy Roddicks Triumph 2003 wartet die USA auf einen eigenen US-Open-Champion.

Tiafoe und Shelton sind diesem Ziel nun beide nur noch zwei Siege entfernt.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert