Säntis in Bewegung: Bis zu 15'000 Kubikmeter Fels drohen auf die Schwägalp zu stürzen
von belmedia Redaktion Allgemein Appenzell Ausserrhoden Appenzell Innerrhoden Bevölkerungsschutz Magazine nachrichtenticker.ch Natur Natur & Naturereignisse Natur & Umwelt News Orte Regionen reiseziele.ch Schweiz Schweiz Sicherheit Themen tierwelt.news tourismus.ch wetter24.ch Wetterbericht Wettereinsätze Ⳇ Verbreitung
Die imposante Bergwelt rund um Säntis und Schwägalp zeigt derzeit ihre unberechenbare Seite: An der Säntis-Nordwand ist ein gewaltiger Felsbereich instabil geworden.
Bis zu 15’000 Kubikmeter Gestein könnten abbrechen. Für Ausflügler/innen und Wanderer/innen gibt es jedoch eine wichtige Entwarnung: Der offizielle Wanderweg Schwägalp–Siebenhütten kann weiterhin benutzt werden.
Instabiler Felsbereich bei Rettungsflug entdeckt
Entdeckt wurde die Gefahr eher zufällig. Bei einem Rettungsflug der Rega bemerkte ein Pilot in einer Steilwand unterhalb des Girenspitzes einen auffälligen Felsbereich.
Die Behörden der beiden Appenzeller Kantone liessen die Situation daraufhin durch Geologen untersuchen. Nach der Auswertung von Bildern, weiteren Erkundungsflügen und Abklärungen vor Ort steht fest: Der betreffende Felsbereich ist absturzgefährdet.
Das Volumen des instabilen Gesteins wird auf rund 10’000 bis 15’000 Kubikmeter geschätzt.
Teile der Schwägalp vorsorglich gesperrt
Ein möglicher Felssturz könnte Bereiche auf der Schwägalp erreichen. Deshalb wurden vorsorglich einzelne Gebiete gesperrt.
Besonders betroffen ist die Kiesgrube oberhalb von Siebenhütten. Der Betrieb wurde eingestellt und der Zugang abgesperrt.
Auch eine Flurstrasse im potenziellen Gefahrenbereich ist für Fussgänger/innen bis auf Weiteres gesperrt. Autos und Velos dürfen die Strasse weiterhin benutzen, da sie sich wesentlich kürzer im Gefahrenbereich aufhalten.
Wichtig für Wanderer: Offizieller Wanderweg bleibt offen
Für Besucher/innen der beliebten Ausflugsregion gibt es gleichzeitig eine wichtige Nachricht: Der offizielle Wanderweg zwischen Schwägalp und Siebenhütten befindet sich gemäss den Behörden nicht im Gefahrenbereich.
Er kann deshalb weiterhin ohne Einschränkungen begangen werden.
Auch das Restaurant Schwägalp befindet sich gemäss SRF nicht im Gefahrenbereich. Die Schwägalp mit ihrem grossen Parkplatz ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in der Säntisregion.
Geologen beobachten die Lage weiter
In den kommenden Wochen sind weitere geologische Untersuchungen vorgesehen. Erst danach soll entschieden werden, ob zusätzliche Sicherheitsmassnahmen notwendig sind.
Wer derzeit einen Ausflug auf die Schwägalp plant, sollte die signalisierten Wege nicht verlassen und sämtliche Absperrungen beachten.
Gerade das aktuelle Ereignis zeigt eindrücklich, wie dynamisch die Schweizer Bergwelt ist: Während nur wenige Bereiche vorsorglich gesperrt werden müssen, bleiben die offiziellen sicheren Wege für Naturfreunde zugänglich.
Schwägalp bleibt faszinierendes Ausflugsziel
Die Schwägalp am Fuss des Säntis gehört zu den eindrucksvollen Naturlandschaften der Ostschweiz. Moorlandschaften, Bergpanorama und zahlreiche Wanderwege machen die Region zu einem beliebten Ziel für Tagesausflüge.
Wer in den kommenden Tagen unterwegs ist, sollte sich vor der Tour über die aktuelle Situation informieren und ausschliesslich die freigegebenen Wege benutzen.
Quellen: Kanton Appenzell Ausserrhoden, SRF, Blick
Titelbild: Symbolbild © Conny Pokorny – shutterstock.com