Vom Grandhotel zur Touristenstadt: Wie die ersten Reisenden Thun veränderten

Thun war nicht immer die selbstverständliche Feriendestination am Eingang zum Berner Oberland. Erst wohlhabende Bildungsreisende, mutige Hotelpioniere, Dampfschiffe und neue Bahnverbindungen machten aus der kleinen Landstadt einen international bekannten Etappenort.

Die frühen Gäste veränderten weit mehr als das Gastgewerbe. Für sie entstanden Hotels, Promenaden, Parkanlagen, Kirchen, Souvenirläden und Verkehrsverbindungen. Zugleich entwickelte sich ein Bild von Thun, das bis heute wirkt: die Stadt als Verbindung von historischem Zentrum, See und Alpenpanorama.

Als die Alpen vom Hindernis zum Reiseziel wurden

Bis weit ins 18. Jahrhundert galten die Alpen vielen europäischen Reisenden als gefährlich, unwegsam und wenig einladend. Mit der Aufklärung und der Romantik änderte sich diese Wahrnehmung. Gelehrte, Künstler und vermögende Bildungsreisende entdeckten Berge, Gletscher und Wasserfälle als Ausdruck einer überwältigenden Natur.

Thun lag günstig auf der Route von Bern in das Berner Oberland. Die Stadt bot Zugang zum See und zu den Tälern, ohne selbst bereits im Hochgebirge zu liegen. Reisende konnten hier ihre Fahrt unterbrechen, Vorräte ergänzen, Führer organisieren und den weiteren Weg nach Interlaken, Grindelwald oder Lauterbrunnen vorbereiten.

Um 1800 war Thun dennoch keine klassische Sehenswürdigkeit. Ältere Reiseführer beschrieben die kleine Landstadt eher zurückhaltend. Das Schloss, der Blick vom Schlossberg und die Aussicht auf See und Alpen lieferten zwar eindrückliche Motive, doch komfortable Unterkünfte und verlässliche Transportmittel fehlten weitgehend.

Die Stadt erkannte früh, dass anspruchsvollere Reisende bessere Übernachtungsmöglichkeiten benötigten. Zwischen 1781 und 1783 wurde der Freienhof neu errichtet. Damit entstand ein Gasthaus, das den wachsenden Erwartungen eines internationalen Publikums eher entsprach als die bisherigen einfachen Herbergen.

Die ersten Gäste kamen vor allem aus England

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stammte ein grosser Teil der ausländischen Reisenden aus Grossbritannien. Die sogenannte Grand Tour gehörte zur Bildungskultur vermögender Familien. Die Schweiz wurde dabei zunehmend vom Durchgangsland zu einem eigenständigen Ziel.

Englische Reisende suchten nicht nur spektakuläre Landschaften. Sie erwarteten geregelte Mahlzeiten, saubere Zimmer, zuverlässige Postverbindungen und Möglichkeiten zum gesellschaftlichen Austausch. Damit beeinflussten sie die Ausgestaltung der Hotels und die Dienstleistungen, die in Thun angeboten wurden.

Eine Reise blieb aufwendig. Gepäck wurde in Kutschen, auf Schiffen und später in Zügen transportiert, während Fahrpläne und Anschlüsse weniger verlässlich waren als heute. Längere Aufenthalte waren deshalb üblich; ein Hotel war nicht nur Schlafplatz, sondern für mehrere Wochen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.


Frühe Gesellschaftsreisen waren mit umfangreichem Gepäck und zahlreichen Umstiegen verbunden. Hotels mussten deshalb nicht nur Zimmer anbieten, sondern auch Transporte, Trägerdienste und die sichere Weiterreise organisieren.

Die Familie Knechtenhofer erkannte das Potenzial

Zu den wichtigsten Pionieren des Thuner Tourismus gehörte die Familie Knechtenhofer. Metzgermeister, Wirt und Oberst Jakob Wilhelm Knechtenhofer erwarb ab 1813 in Hofstetten mehrere Liegenschaften. In diesen konnten ausländische Gäste beherbergt werden, noch bevor sich dort ein eigentliches Hotelviertel entwickelte.

Seine Söhne Johann Jakob, Johannes und Johann Friedrich übernahmen die Geschäfte in den 1820er-Jahren. Sie verbanden Gastgewerbe, Verkehr und Grundstücksentwicklung zu einem für die damalige Zeit bemerkenswerten Gesamtkonzept. Unterkünfte und Transportmittel sollten sich gegenseitig Gäste zuführen.

Im Jahr 1831 kauften die Brüder das Ländtehaus am Aareufer. Es lag an einem entscheidenden Übergang zwischen Stadt und See. Reisende konnten dort ankommen, speisen, übernachten oder auf ein Schiff umsteigen.

Das 1834 eröffnete Hotel Bellevue wurde zum Kern des neuen Fremdenviertels in Hofstetten. Es gehörte bald zu den angesehenen Häusern der Schweiz und zog besonders Gäste aus der englischen Aristokratie an. Die ruhige Lage, der Hotelpark und das Alpenpanorama unterschieden das Bellevue deutlich von den Gasthäusern innerhalb der dicht bebauten Altstadt.

Ein Dampfschiff machte den See berechenbar

Die Knechtenhofers wussten, dass ein gutes Hotel allein nicht ausreichte. Der Seeweg musste komfortabler, schneller und planbarer werden. Deshalb liessen sie in Paris ein Dampfschiff bauen, das in Einzelteilen nach Thun transportiert und am See zusammengesetzt wurde.

Die „Bellevue“ nahm 1835 den Betrieb auf und war das erste Dampfschiff auf dem Thunersee. Johannes Knechtenhofer führte zeitweise selbst das Kommando. Das Schiff verband Thun mit Neuhaus bei Interlaken und machte die Weiterreise ins Oberland wesentlich attraktiver.

Im Unterschied zu Segel- und Ruderbooten war ein Dampfschiff weniger vom Wind abhängig. Regelmässigere Abfahrten erleichterten die Planung und stärkten das Vertrauen der Gäste in die neue touristische Infrastruktur. Hotel, Ländte und Schifffahrt bildeten damit ein abgestimmtes Angebot.

Die Dampfschifffahrt veränderte zugleich die Wahrnehmung des Sees. Er war nicht länger nur Verkehrsraum für lokale Güter und Personen, sondern wurde selbst zur Attraktion. Die Fahrt eröffnete wechselnde Ausblicke auf Uferorte, Schlösser und Bergketten und machte bereits die Anreise zum Erlebnis.


Rathaus Hotel, Thun — Grandhotels inszenierten Landschaft, Architektur und gesellschaftliches Leben als Einheit. Repräsentative Fassaden signalisierten schon bei der Ankunft, dass der Aufenthalt selbst Teil des Reiseerlebnisses war.


Hofstetten wurde zum internationalen Fremdenviertel

Rund um das Bellevue wuchs eine touristische Welt mit eigenen Regeln und Angeboten. Zwischen 1840 und 1842 entstand das Hotel Du Parc. Weitere Chalets und Nebengebäude ergänzten den Hotelbetrieb und gaben dem Quartier den Charakter einer weitläufigen Ferienanlage.

Im Jahr 1841 wurde im Hotelpark die erste englische Kirche der Schweiz errichtet. Sie bot den britischen Gästen Gottesdienste in ihrer Sprache und machte deutlich, wie stark sich die lokale Infrastruktur auf eine internationale Kundschaft ausrichtete. Religion, Erholung und gesellschaftliche Kontakte gehörten zum mehrwöchigen Aufenthalt.

Spazierwege und gepflegte Grünanlagen wurden zu wichtigen Bestandteilen des touristischen Angebots. Die Gäste sollten sich bewegen, begegnen und die Landschaft betrachten können, ohne auf städtischen Verkehrswegen unterwegs zu sein. Der Hotelpark war damit zugleich Bühne, Rückzugsraum und gesellschaftlicher Treffpunkt.

Auch die lokale Wirtschaft profitierte. Kutscher, Bootsleute, Wäscherinnen, Dienstpersonal, Gärtner, Handwerker und Händler fanden zusätzliche Arbeit. Souvenirs, Landschaftsbilder, Reisebedarf und lokale Produkte wurden für eine zahlungskräftige Kundschaft angeboten.

Die Eisenbahn öffnete Thun für grössere Besucherströme

Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1859 veränderte sich der Tourismus erneut. Die Reise von Bern nach Thun wurde schneller, planbarer und für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich. Gleichzeitig liessen sich Gepäck, Lebensmittel und Hotelbedarf effizienter transportieren.

Die Eisenbahn bedrohte zunächst einzelne ältere Geschäftsmodelle. Kutschenverbindungen verloren an Bedeutung, und Reisende konnten Thun leichter passieren, ohne dort zu übernachten. Hotels mussten deshalb stärker darum werben, dass aus einem Umstieg ein Aufenthalt wurde.

Thun entwickelte sich zur Verkehrsdrehscheibe zwischen Bahn, Strasse und Schifffahrt. Die Stadt war Ausgangspunkt für Fahrten über den See und weiter in die Täler des Oberlands. Fahrpläne, Hoteltransfers und Gepäckdienste wurden zunehmend aufeinander abgestimmt.

Die bessere Erreichbarkeit brachte auch Tagesgäste. Damit entstanden andere Bedürfnisse als bei wohlhabenden Reisenden, die mehrere Wochen blieben. Restaurants, Ausflugsschiffe, Aussichtspunkte und Geschäfte gewannen gegenüber dem klassischen Langzeitaufenthalt an Bedeutung.


Das Panorama war ein wirtschaftlicher Standortfaktor. Hotels, Promenaden und Ausflugsschiffe wurden so angeordnet und beworben, dass See und Gebirge zum zentralen Erlebnis des Aufenthalts wurden.

Der Thunerhof sollte Thun in die erste Liga bringen

In den 1860er-Jahren entstand der Wunsch, Thun als Fremdenort aufzuwerten. Die vorhandenen Hotels in Hofstetten galten zwar als vornehm, doch andere Schweizer Destinationen bauten ebenfalls repräsentative Häuser. Ein modernes Grandhotel sollte den Anspruch der Stadt sichtbar machen.

Die Baugesellschaft Thun erwarb 1872 Land auf dem Gelände einer früheren Ziegelei. Nach Plänen des Berner Architekten Paul-Adolphe Tièche entstand dort der Thunerhof. Der 1875 eröffnete Bau orientierte sich an der monumentalen Architektur europäischer Paläste und Grandhotels.

Seine Dimensionen waren ein deutliches Zeichen. Grosse Säle, breite Treppen, hohe Räume und eine repräsentative Fassade vermittelten internationalen Gästen Komfort und gesellschaftlichen Rang. Der Thunerhof war nicht bloss eine Unterkunft, sondern eine architektonische Inszenierung der aufstrebenden Touristenstadt.

Wirtschaftlich verlief der Start schwieriger als erhofft. Die Baugesellschaft geriet bald in finanzielle Probleme, sodass die Einwohnergemeinde das Hotel 1878 übernehmen musste. Thun wurde damit selbst zur Hotelbesitzerin und trug das unternehmerische Risiko des prestigeträchtigen Betriebs.

Hotels schufen eine neue städtische Öffentlichkeit

Die Grandhotels waren weitgehend eigene Welten, blieben aber nicht von der Stadt getrennt. Konzerte, Empfänge und gesellschaftliche Ereignisse brachten Gäste, lokale Honoratioren und Kulturschaffende zusammen. Internationale Moden und Verhaltensweisen wurden dadurch in Thun sichtbar.

Das Personal bewegte sich täglich zwischen Hotel und Stadt. Köche, Zimmermädchen, Portiers, Kellner, Wäscherinnen und Gärtner bildeten eine Dienstleistungswelt, die hohe Ansprüche erfüllen musste. Fremdsprachen, diskreter Service und formelle Umgangsformen wurden zu beruflichen Qualifikationen.

Hotels beeinflussten auch die Versorgung. Gäste erwarteten Lebensmittel, Getränke und Ausstattungsgegenstände, die vor Ort nicht immer erhältlich waren. Händler und Produzenten passten ihr Sortiment an, während Wäschereien, Fuhrhalter und Reparaturbetriebe neue Aufträge erhielten.

Der Fremdenverkehr schuf damit Arbeitsplätze, verstärkte aber auch soziale Unterschiede. Hinter der eleganten Fassade standen lange Arbeitstage und stark hierarchische Betriebsstrukturen. Der Komfort der Gäste beruhte auf einer grossen Zahl oft wenig sichtbarer Dienstleistungen.


Rathaus Hotel, Thun — Grandhotels inszenierten Landschaft, Architektur und gesellschaftliches Leben als Einheit. Repräsentative Fassaden signalisierten schon bei der Ankunft, dass der Aufenthalt selbst Teil des Reiseerlebnisses war.

Ansichtskarten verkauften ein Idealbild von Thun

Mit dem Tourismus entstand eine neue Bilderwelt. Panoramen, Stiche, Hotelprospekte und später Ansichtskarten zeigten Thun mit Schloss, See und schneebedeckten Bergen. Störende Elemente des Alltags verschwanden häufig aus diesen Darstellungen.

Die Bilder erfüllten mehrere Funktionen. Sie dienten als Erinnerung, Reiseandenken und Werbung zugleich. Gäste verschickten Ansichten in ihre Heimatländer und machten die Stadt damit in privaten Netzwerken bekannt.

Um den Thunerhof entstand sogar eine eigene touristische Konsumwelt. Gegenüber dem Grandhotel boten Geschäfte Landschaftsbilder, Souvenirs und Reiseandenken an. Die Vorstellung von Thun wurde dadurch nicht nur erlebt, sondern als transportierbares Bild verkauft.

Das Forschungsprojekt „Thunensia“ des Schlossmuseums bewahrt zahlreiche dieser Ansichten. Die Bestände zeigen, wie intensiv der Tourismus das visuelle Gedächtnis der Stadt prägte. Viele bis heute verbreitete Perspektiven entstanden bereits während der Belle Époque.

Die goldenen Jahre vor dem Ersten Weltkrieg

Im Jahr 1895 verkaufte die Einwohnergemeinde den Thunerhof an die Aktiengesellschaft Hotels Thunerhof und Bellevue Thun. Damit wurden mehrere wichtige Häuser organisatorisch verbunden. Die folgenden Jahre bis zum Ersten Weltkrieg gelten als die erfolgreichste Phase der Thuner Grandhotellerie.

Der 1896 eröffnete Kursaal ergänzte das Angebot um Unterhaltung und gesellschaftliche Veranstaltungen. Ein Tennisplatz kam 1904 hinzu. Thun bot damit nicht nur Landschaft und Ausflüge, sondern auch jene Freizeitformen, die ein internationales Publikum von einem mondänen Ferienort erwartete.

Die Hotels standen zugleich in Konkurrenz mit den alpinen Destinationen. Grindelwald, Mürren, Wengen und weitere Orte rückten durch neue Verkehrsverbindungen näher. Viele Reisende nutzten Thun zunehmend als Etappenort, bevor sie direkt in die Bergwelt weiterfuhren.

Der historische Aufstieg der Schweizer Grandhotellerie wird im BELMEDIA-Beitrag über historische Hotels als Zeugnisse der Tourismus- und Baugeschichte vertieft. Er zeigt, wie Verkehrswege, Architektur und mehrwöchige Aufenthalte gemeinsam eine neue Hotelkultur hervorbrachten.

Krieg und Wirtschaftskrisen beendeten die Belle Époque

Der Erste Weltkrieg unterbrach den internationalen Reiseverkehr abrupt. Wohlhabende Gäste aus Grossbritannien und anderen Ländern blieben aus. Grosse Häuser mit umfangreichem Personal, hohen Heizkosten und aufwendigen Parkanlagen konnten ihre Fixkosten kaum noch decken.

Auch nach dem Krieg kehrte die frühere Welt nicht vollständig zurück. Inflation, politische Unsicherheit und veränderte Reisegewohnheiten belasteten die Hotellerie. Aufenthalte wurden kürzer, und neue Verkehrsmittel ermöglichten eine schnellere Weiterreise.

Der Thunerhof stellte den Hotelbetrieb 1939 ein. Im Jahr 1942 übernahm die Stadt die Hotels Thunerhof und Bellevue. Der Thunerhof wurde ab 1943 als Verwaltungsgebäude genutzt und beherbergte zeitweise auch Wohnungen.

Das Bellevue blieb länger Hotel, konnte jedoch nicht dauerhaft an die goldenen Jahre anknüpfen. Die Geschichte der Thuner Grandhotels zeigt damit ein verbreitetes Muster: Häuser, die für eine spezifische Reisekultur gebaut worden waren, mussten nach deren Ende neue Funktionen finden.


Mit der Eisenbahn wurde das Reisen schneller und zugänglicher, zugleich verkürzten sich viele Aufenthalte. Aus dem mehrwöchigen Hotelgast entwickelte sich zunehmend ein mobiler Ferien- und Ausflugsreisender.

Vom Ferienaufenthalt zum Stadt- und Tagestourismus

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Tourismus grundlegend. Automobile, Reisebusse und dichter werdende Bahnverbindungen ermöglichten individuelle und kürzere Reisen. Der mehrwöchige Aufenthalt einer wohlhabenden Familie verlor gegenüber Wochenenden, Rundreisen und Tagesausflügen an Bedeutung.

Thun musste seine Rolle neu bestimmen. Die Stadt blieb Tor zum Oberland, durfte aber nicht bloss Durchgangsstation sein. Altstadt, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur, Schifffahrt und Veranstaltungen wurden wichtiger für Gäste, die nur wenige Stunden oder Tage blieben.

Damit verschob sich der touristische Mittelpunkt. Nicht mehr allein das Grandhotel mit seinem Park organisierte den Aufenthalt. Die gesamte Stadt wurde zum Erlebnisraum, in dem Gastronomie, Detailhandel, Museen, öffentliche Plätze und Promenaden zusammenwirkten.

Historische Hotelbauten blieben dennoch wichtige Orientierungspunkte. Ihre Erhaltung stellt besondere Anforderungen an Architektur, Haustechnik und Nutzung. Der BELMEDIA-Beitrag über die Verbindung von historischer Hotelarchitektur und zeitgemässem Betrieb ordnet diese Aufgabe aus baulicher Sicht ein.

Video: Thun zwischen Geschichte und Gegenwart

Die touristische Entwicklung lässt sich bis heute im Stadtbild ablesen. Schloss, Altstadt, Aare, Seeufer und ehemalige Hotelbauten liegen eng beieinander. Diese räumliche Nähe unterscheidet Thun von reinen Ferienorten, die erst rund um den Tourismus entstanden.

Das Video stellt die Entwicklung der Stadt und wichtige historische Orte vor. Es ergänzt die Geschichte der frühen Reisenden um einen Blick auf jenes Thun, das aus mittelalterlicher Stadt, Verkehrsknoten und Tourismuszentrum zusammengewachsen ist.

VIDEO ZUM ARTIKEL
Thun: Stadtgeschichte zwischen Schloss, Aare und See

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Stadtgeschichte · Thun
Wie Thun sein heutiges Gesicht erhielt

Das Video führt durch die Geschichte Thuns und zeigt zentrale Orte der Stadt. Dabei wird sichtbar, wie historische Bauten, Kultur und die besondere Lage zwischen Aare und Thunersee zusammenwirken.

Das erwartet Sie im Video
Ein kompakter Überblick über die Entstehung Thuns, wichtige Sehenswürdigkeiten und die Verbindung von historischem Erbe und moderner Stadt.
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Ergänzende Stadtgeschichte

Die ersten Reisenden prägen Thun bis heute

Viele Elemente des heutigen Thun gehen auf das frühe Tourismuszeitalter zurück. Die Verbindung von Bahnhof, Schifffahrt, Altstadt und Seeufer folgt einer Entwicklung, die im 19. Jahrhundert begann. Auch die Vorstellung, Thun als Ausgangspunkt für das Berner Oberland zu nutzen, blieb erhalten.

Gleichzeitig wurde aus der touristischen Sonderwelt der Grandhotels eine offenere Touristenstadt. Promenaden, Parks und Aussichtspunkte stehen nicht mehr nur Hotelgästen zur Verfügung. Sie gehören zum öffentlichen Stadtraum und werden von Einheimischen ebenso genutzt wie von Reisenden.

Der Tourismus veränderte Architektur, Arbeitswelt und Selbstbild der Stadt. Er brachte internationale Gäste und neue Berufe, verstärkte aber auch wirtschaftliche Abhängigkeiten. Kriege und veränderte Reiseformen zeigten, wie verletzlich ein auf ausländische Kundschaft ausgerichtetes System sein konnte.

Vom Freienhof über das Bellevue und das erste Dampfschiff bis zum Grand Hôtel Thunerhof entstand Schritt für Schritt eine Infrastruktur, die Thun weit über die Region hinaus bekannt machte. Die frühen Reisenden kamen wegen des Weges in die Alpen – und halfen dabei, Thun selbst zu einem Reiseziel zu machen.

 

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