E-Taxis in der Schweiz: Welche Elektroautos eignen sich für den Fahrdienst?
von belmedia Redaktion Allgemein Auto Elektro Elektromobilität Elektronik familie.ch Magazine Mobilität motor.ch motortipps.ch nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz sicherheit.ch Technik Themen Trends Ⳇ Verbreitung
Elektroautos gewinnen auch im Schweizer Taxigewerbe an Bedeutung. Immer mehr Betriebe prüfen, ob sich ihre Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor durch vollelektrische Modelle ersetzen lassen. Besonders in Städten mit vielen Kurzstrecken und hoher Fahrleistung bietet der Elektroantrieb interessante Möglichkeiten. Doch welche Autos eignen sich überhaupt als E-Taxi, und worauf müssen Taxiunternehmen achten?
Ein E-Taxi ist grundsätzlich ein gewöhnliches batterieelektrisches Auto, das für die gewerbliche Personenbeförderung eingesetzt wird. Besonders interessant sind geräumige Limousinen, Kombis und SUV mit guter Reichweite und kurzen Ladezeiten. Modelle wie Tesla Model 3 und Model Y, Hyundai Ioniq 5 oder Mercedes EQE erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Eine eigene technische Fahrzeugkategorie bilden E-Taxis nicht.
In der Schweiz beschäftigt sich insbesondere Zürich mit der Elektrifizierung seiner Taxiflotte. Die Stadt hat dafür die Initiative E-Taxi in ihr Elektromobilitätskonzept aufgenommen. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Lademöglichkeiten und mögliche Anreize für Taxiunternehmen. Denn entscheidend ist nicht nur das Fahrzeug selbst: Ein elektrisch betriebenes Taxi muss während langer Arbeitstage zuverlässig verfügbar bleiben.
Ein Elektroauto wird zum Taxi
Ein E-Taxi unterscheidet sich technisch kaum von einem privat genutzten Elektroauto. Der Antrieb erfolgt über einen Elektromotor, der seine Energie aus einer wiederaufladbaren Batterie bezieht.
Typisch sind Automatikbetrieb, leises Anfahren und die Rückgewinnung von Bremsenergie.
Für den Taxieinsatz kommen Anforderungen hinzu: häufiges Ein- und Aussteigen, viele Kilometer, ausreichend Beinfreiheit und genügend Platz für Koffer.
Das Fahrzeug benötigt ausserdem die vorgeschriebenen Bewilligungen und die passende Taxi-Ausrüstung.
Welche Elektroautos eignen sich?
Tesla Model 3 und Model Y sind mögliche Kandidaten. Das Model 3 bietet die Bauform einer Limousine, während das Model Y mit seiner höheren Karosserie und dem grosszügigen Gepäckraum für Flughafenfahrten interessant sein kann.
Der Hyundai Ioniq 5 bietet einen geräumigen Innenraum und eine 800-Volt-Ladearchitektur. Hyundai nennt für entsprechende Versionen bis zu 570 Kilometer WLTP-Reichweite. Unter geeigneten Bedingungen soll sich die Batterie in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lassen.
Auch der Mercedes EQE kommt für einen komfortorientierten Fahrdienst infrage.
Diese Modelle sind Beispiele für technisch geeignete Fahrzeuge, nicht automatisch ein Nachweis für ihren Einsatz in bestimmten Schweizer Taxiflotten.
Laden wird Teil der täglichen Arbeitsplanung
Bei einem herkömmlichen Taxi dauert das Tanken wenige Minuten. Beim Elektroauto hängt die Ladepause von der Batterie, der Ladeleistung und dem aktuellen Ladestand ab.
Ein Betrieb mit eigener Lademöglichkeit kann Fahrzeuge während Ruhezeiten oder über Nacht laden.
Schwieriger wird es für Fahrer, die keinen festen Stellplatz besitzen und ausschliesslich auf öffentliche Stationen angewiesen sind.
Bei längeren Fahrten ist eine vorausschauende Planung der Ladestopps besonders wichtig.
Warum Zürich die E-Taxis fördern möchte
Die Stadt Zürich hat 2025 ein Gesamtkonzept Elektromobilität verabschiedet. Darin ist eine eigene Initiative E-Taxi enthalten.
Geprüft werden unter anderem Ladeeinrichtungen an Taxistandplätzen, bevorzugte Standplätze für elektrische Fahrzeuge und wirtschaftliche Anreize.
Auch mögliche Ladestationen an städtischen Anlagen werden untersucht.
Die Stadt begründet das Vorhaben unter anderem mit der hohen Fahrleistung von Taxis. Werden solche Fahrzeuge elektrisch betrieben, können lokale Emissionen und Lärmbelastungen sinken.
Rechnet sich ein E-Taxi finanziell?
Ein Elektroauto benötigt keinen klassischen Ölwechsel und besitzt weniger verschleissanfällige Teile im Antriebsstrang.
Das kann die Wartungskosten reduzieren. Auch der Strom kann günstiger sein als Benzin oder Diesel, insbesondere beim Laden zu betrieblichen Tarifen.
Dem stehen Anschaffungskosten, Versicherungen, Reifenverschleiss, Ladegebühren und Wertverlust gegenüber.
Eine pauschale Ersparnis lässt sich deshalb nicht seriös angeben. Jeder Taxibetrieb muss seine Fahrleistung, Standzeiten und Energiekosten einzeln berechnen.
Winter und Flughafenfahrten als Belastungsprobe
Die Schweizer Wintermonate stellen besondere Anforderungen.
Niedrige Temperaturen, Heizung und lange Autobahnfahrten können die tatsächliche Reichweite deutlich reduzieren. Die offiziellen WLTP-Angaben sind deshalb kein verlässlicher Wert für jeden Arbeitstag.
Bei Flughafenfahrten kommen grosse Gepäckstücke hinzu. Ein geeignetes Taxi muss sowohl die Fahrgäste als auch deren Koffer komfortabel transportieren können.
Die Batteriegrösse allein entscheidet folglich nicht über die Alltagstauglichkeit. Ebenso wichtig sind Ladeplanung, Sitzkomfort und Kofferraum.
Die Entwicklung dürfte weitergehen
Elektrische Taxis verbinden die Vorteile moderner Elektroautos mit den besonderen Anforderungen des gewerblichen Personenverkehrs.
Für Passagiere können sie ein ruhigeres Fahrerlebnis ermöglichen. Für Betreiber bieten sie Chancen, verlangen aber auch eine andere Organisation des Betriebs.
Ob sich ein Modell langfristig bewährt, entscheidet nicht das Markenlogo, sondern seine Zuverlässigkeit über viele Kilometer.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert