Vier Punkte zum Start – trotzdem bleiben bei Xavis Oranje Fragen

Xavi Hernández ist als niederländischer Nationaltrainer resultatmässig ordentlich gestartet. Nach dem 1:1 gegen Deutschland und dem 2:1-Auswärtssieg in Serbien steht Oranje mit vier Punkten auf Rang zwei der Nations-League-Gruppe A2. Trotzdem gibt es bereits Diskussionen um Spielweise, Pressing und die personellen Entscheidungen des neuen Bondscoachs.

Besonders nach dem Sieg in Belgrad machte Xavi selbst deutlich, dass ihm das Resultat allein nicht genügt. Der Spanier kritisierte das Pressing seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit und bemängelte, dass Oranje vorhandene Räume zu selten konsequent attackierte. Auch beim schnellen Verlagern des Spiels und beim Breitengeben sieht der neue Nationaltrainer noch Verbesserungspotenzial.

Gleichzeitig zeigt die Tabelle, dass der Start keineswegs misslungen ist. Griechenland führt die Gruppe nach zwei Siegen mit sechs Punkten an, die Niederlande folgen mit vier Zählern. Deutschland steht bei einem Punkt, Serbien ist noch ohne Zähler. Schon am Donnerstag wartet auswärts in Griechenland damit ein richtungsweisendes Duell um die Tabellenführung.

Xavi fordert mehr als nur Ergebnisse

Xavis Anspruch war bereits vor seinem Debüt klar. Er wollte von seiner Mannschaft mehr Intensität, mehr Leidenschaft und einen dominanteren Spielstil sehen.

Gegen Deutschland funktionierte das vor allem nach der Pause. Oranje erhöhte den Druck deutlich und kam spät durch Cody Gakpo noch zum verdienten 1:1. Die zweite Halbzeit bezeichnete Xavi danach ausdrücklich als jene Art von Fussball, die er künftig sehen wolle.

Beim 1:1 gegen Deutschland rettete Gakpo Oranje in der Nachspielzeit einen Punkt. Gleichzeitig war schon dort sichtbar, dass die Mannschaft noch nicht über 90 Minuten konstant nach Xavis Vorstellungen spielt.

Meerdink wird zum Gewinner des Starts

In Serbien war Mexx Meerdink der entscheidende Mann. Der AZ-Stürmer erzielte beide niederländischen Treffer und führte Oranje damit zum ersten Sieg unter Xavi.

Besonders bemerkenswert: Meerdink war ursprünglich nicht als klare Nummer eins im Sturm vorgesehen. Nach Ausfällen und Verletzungen rückte er aber immer stärker ins Zentrum. Gegen Serbien verwandelte er zunächst einen Penalty und erzielte in der 69. Minute nach Vorarbeit von Guus Til auch das 2:1 aus dem Spiel heraus.

Xavi lobte danach ausdrücklich nicht nur Meerdinks Tore, sondern auch dessen Arbeit für die Mannschaft.

Depay-Entscheid sorgt weiter für Diskussionen

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kaderplanung. Xavi verzichtete in seinem ersten Aufgebot auf Memphis Depay, den Rekordtorschützen der Niederlande.

Der neue Bondscoach bezeichnete diese Entscheidung selbst als die schwierigste seiner ersten Kaderzusammenstellung. Gleichzeitig liess er die Tür für eine spätere Rückkehr offen.

Auffällig war zudem, dass Xavi ursprünglich nur wenige klassische Mittelstürmer nominierte. Nach mehreren Ausfällen musste er bereits nachjustieren. Meerdinks starke Auftritte haben die Diskussion kurzfristig beruhigt, vollständig beendet ist sie damit aber nicht.

Griechenland wird zum echten Gradmesser

Am Donnerstag folgt nun das bisher wichtigste Spiel der Xavi-Ära. Griechenland hat beide Nations-League-Partien gewonnen und steht mit sechs Punkten an der Spitze.

Ein niederländischer Sieg würde Oranje an Griechenland vorbeiziehen. Bei einer Niederlage würde der Rückstand auf fünf Punkte anwachsen.

Genau deshalb dürfte die Partie zeigen, wie schnell Xavi seine Kritikpunkte korrigieren kann. Resultatmässig ist der Start gelungen. Spielerisch verlangt der Trainer selbst aber bereits deutlich mehr.

⚽ XAVIS START MIT ORANJE

  • 1:1 gegen Deutschland beim Debüt in Amsterdam.
  • 2:1-Auswärtssieg gegen Serbien dank zwei Toren von Mexx Meerdink.
  • Vier Punkte aus zwei Spielen und Rang zwei in Gruppe A2.
  • Nächstes Spiel: 1. Oktober auswärts gegen Tabellenführer Griechenland.
📊NATIONS LEAGUE – GRUPPE A2
# Team Sp. S U N Tore Diff. Pkt.
1. Griechenland 2 2 0 0 3:1 +2 6
2. Niederlande 2 1 1 0 3:2 +1 4
3. Deutschland 2 0 1 1 1:2 -1 1
4. Serbien 2 0 0 2 2:4 -2 0

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert