Studie zur Fashion-Branche: Erfolgsmodelle zeigen Ausweg aus der Krise
von belmedia Redaktion Allgemein Analysen & Trends Best Practices businessaktuell.ch Change-Management Dienstleistungen Digitalisierung E-Commerce Europa Experten Handel Industrie 4.0 Innovation Interviews IT & Cybersecurity KI & Automatisierung Kommunikation Konjunktur Management Marketing Neue Medien News Organisation Produkte Schweiz Software Strategie Studien Technologie Unternehmenskultur Unternehmer Wirtschaft Wissenschaft
Der Modehandel steht unter massivem Druck – doch eine fortgesetzte Krise ist keine Zwangsläufigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Fashion Industry – Reinvent Retail to stay ahead“ des europäischen Beratungsunternehmens Eight Advisory.
Die Analyse zeigt: Wer sein Geschäftsmodell an digitalen, kundenzentrierten Erfolgsmodellen ausrichtet, kann auch in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltig Wert schaffen.
Branche zwischen Strukturwandel und Konsumflaute
Seit der Pandemie leidet die Bekleidungs-, Schuh- und Accessoirebranche unter strukturellen und konjunkturellen Belastungen: steigende Rohstoff- und Energiekosten, sinkende Frequenzen in Innenstädten, Kaufkraftverlust und intensiver Preiswettbewerb setzen viele Händler unter Druck. Gleichzeitig verändern sich Konsumgewohnheiten grundlegend. Ultra-Fast-Fashion-Konzepte sowie Second-Hand- und Re-Commerce-Plattformen gewinnen deutlich an Bedeutung.
„Viele Traditionsmarken geraten unter Druck, weil sie nach wie vor auf überladene Kollektionen, hohe Rabattquoten und ein dichtes Filialnetz setzen“, sagt Luc de Saint Sauveur, Partner bei Eight Advisory. „Unsere Analyse zeigt jedoch klar: Es gibt keinen Automatismus in Richtung Krise – wer sein Modell konsequent transformiert, kann wieder nachhaltig Wert schaffen.“
Erfolgsmodelle zeigen neue Wege auf
Die Studie identifiziert mehrere Geschäftsmodelle, die in einem herausfordernden Umfeld überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen:
- Digital Native Vertical Brands (DNVBs) mit integrierter Wertschöpfung und starkem Online-Fokus
- Pre-Order- und On-Demand-Modelle zur Reduktion von Überproduktion und Retouren
- Drop- und Kapselmodelle mit künstlicher Verknappung und hohen Vollpreis-Abverkäufen
- Integrierte zirkuläre Modelle mit Wiederverkauf, Reparatur und Rücknahme
- Community-getriebene Konzepte mit aktiver Einbindung der Kunden
Erfolgreiche Anbieter zeichnet laut Studie ein schlankes, datengetriebenes Geschäftsmodell aus. Sie testen schnell, skalieren effizient und vermeiden hohe Kapitalbindung im Lager.
Fünf Handlungsfelder für etablierte Händler
Für stationäre Modehändler mit dichtem Filialnetz leitet Eight Advisory einen Transformationsfahrplan ab:
- Vom Volumen- zum Wertfokus wechseln: Sortiment straffen, Kollektionen fokussieren und Vollpreisquoten steigern.
- Filialen neu definieren: Geschäfte als Omnichannel-Hubs für Beratung, Events und Community nutzen.
- Marke schärfen: Klare kreative Ausrichtung und konsistente Markenstory etablieren.
- Kundendaten aktivieren: Personalisierte Customer Journeys und datenbasierte Entscheidungen stärken Relevanz und Loyalität.
- Nachhaltigkeit und Community nutzen: Transparente Lieferketten, Second-Hand-Angebote und lokale Verankerung als Differenzierungsfaktoren einsetzen.
„Wer Community, Nachhaltigkeit und datengetriebene Personalisierung in den Mittelpunkt stellt, kann sich vom reinen Preiswettbewerb lösen“, ergänzt Dennis Ginzkey, Partner bei Eight Advisory. Der gezielte Einsatz von KI und intelligenter Datenanalyse helfe insbesondere etablierten Marken, ihre vorhandenen Stärken besser auszuspielen und Marktanteile zurückzugewinnen.
Die Studie kombiniert Marktanalysen, Fallstudien und Benchmarks aus Frankreich und Europa und skizziert einen praxisorientierten Transformationspfad für Modeunternehmen mit Schwerpunkt im stationären Handel.
Quelle: Eight Advisory
Bildquelle: Bild 1: => Symbolbild © Anatoliy Cherkas/Shutterstock.com; sonstige Bilder: => Eight Advisory