Russland darf zurück an die Eishockey-WM – CAS zwingt IIHF zum Umdenken
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Weltmeisterschaft Ⳇ Verbreitung
Russland darf nach mehr als vier Jahren Ausschluss wieder an Eishockey-Weltmeisterschaften teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne hat am Freitag, 30. Oktober 2026, einer Berufung des russischen Verbandes stattgegeben und die bisherige Sperre mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Der Weltverband IIHF reagiert enttäuscht, muss den Entscheid jedoch umsetzen. Die Rückkehr hat weitreichende Folgen für die WM 2027 in Deutschland.
Das Urteil betrifft die Männer-Weltmeisterschaft 2027 sowie die Frauen-, U20- und beiden U18-Weltmeisterschaften. Der Weltverband hatte die Teilnahme russischer Mannschaften weiterhin aus Sicherheitsgründen untersagt. Nun muss die IIHF gemeinsam mit den Veranstaltern und nationalen Verbänden klären, wie die Rückkehr organisatorisch umgesetzt werden kann. Änderungen am bereits veröffentlichten Spielplan sind möglich.
Auch die Schweizer Nationalmannschaft von Trainer Jan Cadieux ist unmittelbar betroffen. Das geplante Eröffnungsspiel gegen Deutschland in Gelsenkirchen soll am 13. Mai 2027 vor mehr als 60’000 Zuschauern stattfinden. In derselben Vorrundengruppe spielt auch die Ukraine. Ob und wie Russland in das bisherige Turnier mit 16 Mannschaften integriert wird, muss der Weltverband erst entscheiden.
Sportgerichtshof hebt Russlands Ausschluss auf
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 waren russische Nationalmannschaften von internationalen IIHF-Wettbewerben ausgeschlossen.
Der Weltverband verlängerte die Einschränkungen mehrfach. Zuletzt entschied die IIHF im Juli 2026, dass Russland auch bei den wichtigsten Weltmeisterschaften der Saison 2026/27 nicht teilnehmen darf.
Der russische Verband legte dagegen Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ein.
Das Gericht hebt nun die entsprechenden Beschlüsse auf und ermöglicht Russland die Rückkehr.
IIHF reagiert mit deutlicher Kritik
Der Weltverband zeigt sich über den Entscheid ausdrücklich enttäuscht.
Die bisherigen Einschränkungen seien notwendig gewesen, um die Sicherheit aller Beteiligten und die Integrität der Wettbewerbe zu schützen.
Gleichzeitig erklärt die IIHF, dass sie die Autorität des Sportgerichtshofs respektiere und entsprechend handeln werde.
Die bisherigen Sicherheitsbedenken seien durch das Urteil allerdings nicht verschwunden.
Besonders die kurzfristige Umsetzung bereitet Schwierigkeiten, da mehrere Weltmeisterschaften organisatorisch bereits weit fortgeschritten sind.
Die WM 2027 steht vor Veränderungen
Die Männer-Weltmeisterschaft in Deutschland ist bereits weitgehend geplant.
Bisher sind 16 Mannschaften auf zwei Vorrundengruppen verteilt. Deutschland und die Schweiz gehören gemeinsam mit Finnland, Schweden, Lettland, Österreich, Slowenien und der Ukraine zur Gruppe A.
Kanada, die USA, Tschechien und weitere Nationen spielen in Düsseldorf in Gruppe B.
Wie Russland in das bestehende Teilnehmerfeld aufgenommen wird, steht noch nicht fest.
Die IIHF muss unter anderem prüfen, ob der Turniermodus verändert werden muss und welche Auswirkungen dies auf bereits qualifizierte Mannschaften hat.
Besonders heikel: Russland und die Ukraine
Die WM-Teilnahme der Ukraine verleiht der Entscheidung zusätzliche Brisanz.
Die ukrainische Nationalmannschaft hat sich sportlich für die höchste WM-Division qualifiziert und soll ihre Vorrundenspiele in Mannheim bestreiten.
Der Deutsche Eishockey-Bund steht einer russischen Teilnahme weiterhin kritisch gegenüber. Er warnt vor erheblichen sicherheitspolitischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Folgen.
Neben der Frage möglicher Begegnungen zwischen beiden Ländern müssen auch Einreisebestimmungen, Sicherheitsmassnahmen und die Situation der Zuschauer berücksichtigt werden.
Schweizer WM-Planung könnte betroffen sein
Für die Schweizer Nationalmannschaft beginnt das Turnier nach bisherigem Spielplan am 13. Mai gegen Deutschland in Gelsenkirchen.
Danach folgen Begegnungen gegen Slowenien, Finnland, Lettland, Schweden, Österreich und die Ukraine.
Die Schweiz reist nach drei aufeinanderfolgenden WM-Finalteilnahmen mit hohen sportlichen Ambitionen nach Deutschland.
Eine veränderte Gruppeneinteilung könnte die Vorbereitung der Mannschaft von Jan Cadieux beeinflussen.
Auch für Fans, die bereits Eintrittskarten und Reisen gebucht haben, sind mögliche Anpassungen von Bedeutung.
Entscheid reicht über die Männer-WM hinaus
Russlands Rückkehr betrifft insgesamt fünf Weltmeisterschaften im Jahr 2027.
Neben den Männern sind die Frauen, die U20-Junioren sowie die männlichen und weiblichen U18-Nationalteams erfasst.
Die IIHF will nun dringend untersuchen, welche organisatorischen Schritte für die Umsetzung erforderlich sind.
Der Weltverband hat weitere Informationen zum konkreten Ablauf angekündigt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert