Chiara Leone verpasst EM-Podest knapp

Chiara Leone hat an der Europameisterschaft im Sportschiessen vom 26. Juli 2025 in Châteauroux eine Einzelmedaille knapp verpasst. Die Schweizer Olympiasiegerin belegte im Dreistellungskampf über 50 Meter den vierten Rang. Nach einer starken ersten Finalhälfte lag die Aargauerin zeitweise auf Silberkurs, ehe sie im entscheidenden Stehendschiessen zurückfiel. Mit der Schweizer Mannschaft durfte sie dennoch über Bronze jubeln.

Für Leone war die Rückkehr nach Châteauroux mit besonderen Erinnerungen verbunden. An gleicher Stätte hatte sie 2024 Olympiagold gewonnen. Auch bei der EM zeigte die damals 27-Jährige ihre Klasse und qualifizierte sich mit 590 Punkten für den Final der besten acht Schützinnen. Dort gehörte sie lange zu den aussichtsreichsten Medaillenkandidatinnen.

Am Ende entschieden wenige Schüsse über Edelmetall. Leone erzielte im Final 438,7 Punkte und wurde von der Französin Agathe Girard auf den vierten Rang verwiesen. Gemeinsam mit Franziska Stark und Annina Tomaschett sicherte sie der Schweiz jedoch die Bronzemedaille in der Teamwertung.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Wettbewerb: EM 2025, Gewehr 50 m Dreistellung
Austragungsort: Châteauroux, Frankreich
Chiara Leone: 4. Rang mit 438,7 Punkten
Europameisterin: Rikke Maeng Ibsen aus Dänemark
Schweizer Team: Bronzemedaille
Was das bedeutet
Leone bestätigte mit dem vierten Einzelrang ihre internationale Konkurrenzfähigkeit. Die Teammedaille unterstrich gleichzeitig die Stärke der Schweizer Gewehrschützinnen. Für die Olympiasiegerin war der Finaleinzug nach längerer Pause auf dieser Bühne ein wichtiger Schritt.

Leone lange auf Medaillenkurs

Im Final der acht besten Schützinnen entwickelte sich zunächst ein Wettkampf nach dem Geschmack der Schweizerin. Leone überzeugte insbesondere in der knienden und liegenden Position. Nach 30 Schüssen lag sie mit 310,2 Punkten auf dem zweiten Zwischenrang.

Auch zu Beginn des Stehendschiessens behauptete sie sich in der Spitzengruppe. Nach 35 Schüssen lag Leone weiterhin auf Silberkurs und konnte sogar auf eine weitere Annäherung an die führende Norwegerin Jeanette Hegg Duestad hoffen.

Doch in der zweiten Stehendserie verlor die Aargauerin an Präzision. Die Konkurrenz rückte näher, und der Kampf um die Medaillen wurde zunehmend enger.

Der letzte Schuss kostet die Medaille

Die Entscheidung fiel in der Ausscheidungsphase. Leone musste um den dritten Platz kämpfen, nachdem sie ihre zuvor ausgezeichnete Ausgangsposition nicht halten konnte.

Mit ihrem letzten Schuss erreichte sie lediglich 8,5 Punkte. Damit stand ihr Endresultat von 438,7 Punkten fest.

Agathe Girard aus Frankreich zog an der Schweizerin vorbei und sicherte sich mit 448,1 Punkten die Bronzemedaille.

Leone musste sich mit dem undankbaren vierten Rang begnügen. Der Abstand zur Drittplatzierten betrug am Ende 9,4 Punkte.

Dennoch betrachtete die Schweizerin ihren Auftritt differenziert. Ihr letzter grosser Final in dieser Disziplin war der olympische Goldlauf ein Jahr zuvor gewesen. Nach der langen Pause fehlte ihr nach eigener Einschätzung noch etwas Wettkampfroutine.

Dänin gewinnt dramatischen Goldkampf

Auch der Kampf um den Europameistertitel brachte eine überraschende Wendung.

Jeanette Hegg Duestad hatte den Wettkampf über weite Strecken angeführt und schien auf dem Weg zur Goldmedaille zu sein. Im entscheidenden letzten Schuss erreichte die Norwegerin jedoch nur 8,0 Punkte.

Ihre dänische Konkurrentin Rikke Maeng Ibsen nutzte diese Gelegenheit eindrucksvoll. Sie erzielte mit ihrem letzten Versuch 10,9 Punkte und gewann den Titel mit 462,6 Punkten.

Duestad blieb mit 461,1 Punkten Silber. Der Unterschied zwischen den beiden Schützinnen betrug lediglich 1,5 Punkte.

Bronze für die Schweizer Frauen

Trotz des verpassten Einzelpodests gab es für Leone einen Grund zur Freude. Zusammen mit Franziska Stark und Annina Tomaschett gewann sie die Bronzemedaille im Dreistellungskampf der Frauen.

Deutschland sicherte sich in der Mannschaftswertung Gold vor Tschechien.

Die beiden Teamkolleginnen von Leone hatten den Einzelfinal verpasst. Stark belegte in der Qualifikation Platz 24, Tomaschett wurde 29.

Für Leone hatte die Mannschaftsmedaille einen besonderen Stellenwert. Sie betonte nach dem Wettkampf, dass gemeinsame Erfolge besonders schön seien, weil die Athletinnen diese miteinander feiern könnten.

Die Rückkehr an den Ort ihres Olympiasiegs brachte damit zwar keine erfolgreiche Titelverteidigung im Einzel, aber einen weiteren internationalen Medaillengewinn für den Schweizer Schiesssport.

AKTUELLER STAND
EM 2025 – Gewehr 50 m Dreistellung Frauen
Finalresultat | Châteauroux, 26. Juli 2025
Rang / Athletin Nation Punkte
1. Rikke Maeng Ibsen DEN 462,6
2. Jeanette Hegg Duestad NOR 461,1
3. Agathe Girard FRA 448,1
4. Chiara Leone SUI 438,7
5. Marta Zeljkovic CRO 429,4
6. Marianne Palo FIN 416,2
7. Aleksandra Havran SRB 406,3
8. Viktoriya Sukhorukova UKR 399,7

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert