Formel 1 in Singapur: Mercedes setzt auf zwei Fahrzeugversionen – Antonelli hat Probleme

Mercedes sucht in Singapur nach Antworten: George Russell und Kimi Antonelli fahren am aktuellen Formel-1-Wochenende mit unterschiedlichen Entwicklungsständen des W17.

Während Russell zur früheren Fahrzeugversion zurückgekehrt ist, setzt WM-Leader Antonelli weiterhin auf das neue Technikpaket. Der direkte Vergleich soll zeigen, warum die jüngsten Änderungen bisher nicht den erwarteten Fortschritt gebracht haben.

Der Freitag lieferte einen auffälligen Unterschied: Russell wurde Zweiter im Sprint-Qualifying, Antonelli musste sich mit Platz sieben begnügen. Für Mercedes geht es dabei auch um die Frage, welche Entwicklungsrichtung langfristig die richtige ist.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Zwei Versionen: Russell fährt den früheren Entwicklungsstand, Antonelli das neue Technikpaket.

Das Problem: Die Weiterentwicklung hat bisher nicht den erhofften Leistungssprung gebracht.

Der Vergleich: Im Sprint-Qualifying vom 9. Oktober belegten die Mercedes-Fahrer die Plätze zwei und sieben.

Wichtig: Diese Platzierungen stammen aus dem Sprint-Qualifying und sind keine Rennergebnisse.

Warum Mercedes zwei Entwicklungsstände einsetzt

Das grössere Update wurde beim vorherigen Rennwochenende in Malaysia eingeführt. In Singapur fährt Russell nun wieder die Spezifikation aus Aserbaidschan, während Antonelli die Weiterentwicklung samt neuem Frontflügel erprobt.

Teamchef Toto Wolff will auf diese Weise herausfinden, welche Teile funktionieren und wo nachgebessert werden muss. Die Erkenntnisse sollen auch bei der Vorbereitung auf 2027 helfen.

Wolff betont allerdings, dass das neue Auto nicht zwangsläufig langsamer sei. Es lasse sich derzeit schwieriger fahren. Der ältere Entwicklungsstand wirke stabiler, doch für ein abschliessendes Urteil seien weitere Daten erforderlich.

Antonelli vermisst die Berechenbarkeit

Für Antonelli verlief der Auftakt enttäuschend. Sowohl im einzigen freien Training als auch im Sprint-Qualifying belegte er den siebten Platz. Russell war in beiden Sitzungen schneller.

Der Italiener schilderte nach dem Qualifying, dass sich seine Fahrzeugversion schwierig und unberechenbar verhalte. Eine vollständige schnelle Runde zusammenzubringen, sei entsprechend anspruchsvoll gewesen.

Antonelli war mit hohen Erwartungen nach Singapur gereist. Nach dem Freitag sah er jedoch erheblichen Klärungsbedarf. Gemeinsam mit Renningenieur Peter Bonnington und dem übrigen Team wollte er nach Möglichkeiten suchen, die Abstimmung zu verbessern. Auch bei seiner eigenen Fahrweise sah er noch Spielraum.

Verstappen setzt die schnellste Zeit

Die Bestzeit im Sprint-Qualifying sicherte sich Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot absolvierte seine schnellste Runde in 1:31,156 Minuten.

Russell fehlten lediglich 0,120 Sekunden auf die Spitze. Charles Leclerc wurde im Ferrari Dritter, gefolgt von den McLaren-Fahrern Oscar Piastri und Lando Norris. Lewis Hamilton belegte im zweiten Ferrari Rang sechs.

Antonellis Rückstand auf Verstappen betrug 0,693 Sekunden. Zwischen den beiden Mercedes-Fahrern lagen damit 0,573 Sekunden.

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Eine einzelne Zeit beantwortet noch nicht jede Frage

Der Freitag spricht zunächst für Russells Kombination aus Fahrer, Fahrzeugversion und Abstimmung. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass jedes neue Bauteil schlechter funktioniert.

Die entscheidende Frage lautet, ob Mercedes das Potenzial der Weiterentwicklung zuverlässig auf die Strecke bringen kann. Mehr theoretische Leistung hilft wenig, wenn der Fahrer dem Auto in schnellen Runden nicht ausreichend vertrauen kann.

Genau deshalb ist der Vergleich in Singapur interessant: Er zeigt, dass Fortschritt in der Formel 1 nicht allein aus neuen Teilen besteht. Ebenso wichtig ist, wie gut das gesamte Fahrzeug zusammenarbeitet und wie berechenbar es sich fahren lässt.

DER DIREKTE VERGLEICH

Sprint-Qualifying in Singapur

Ergebnis vom Freitag, 9. Oktober 2026. Auswahl der ersten sieben Fahrer.

Rang Fahrer Team Rundenzeit
1 Max Verstappen Red Bull 1:31,156
2 George Russell Mercedes 1:31,276
3 Charles Leclerc Ferrari 1:31,399
4 Oscar Piastri McLaren 1:31,454
5 Lando Norris McLaren 1:31,587
6 Lewis Hamilton Ferrari 1:31,702
7 Kimi Antonelli Mercedes 1:31,849

 

Quellen: Formula 1; FIA
Titelbild: Symbolbild © jamesteohart – istockphoto.com