Union Berlin hält an Lustrinelli fest – Schweizer Trainer soll die Wende schaffen

Beim 1. FC Union Berlin bleibt Mauro Lustrinelli trotz des Fehlstarts und der historischen 0:7-Niederlage beim FC Bayern im Amt. Präsident Dirk Zingler setzt nach aktuellem Stand weiter auf den Schweizer Trainer. Gleichzeitig ist klar: Nach nur einem Punkt aus vier Bundesliga-Spielen und bereits 17 Gegentoren steht Union sportlich deutlich unter Druck.

Die Niederlage in München war die höchste Bundesliga-Pleite der Vereinsgeschichte. Nach einem 3:3 gegen Eintracht Frankfurt zum Auftakt folgten ein 0:4 in Leverkusen, ein 1:3 gegen Schalke und schliesslich das 0:7 bei Bayern. Lustrinelli wartet damit weiterhin auf seinen ersten Bundesliga-Sieg mit Union.

Trotzdem gibt es bislang kein Signal für einen Trainerwechsel. Union will dem im Sommer begonnenen Umbau Zeit geben. Lustrinelli versucht, die Mannschaft offensiver auszurichten und stärker mit Viererkette sowie mehr Ballbesitz spielen zu lassen. Dieser Prozess ist bislang allerdings nur phasenweise zu erkennen.

Zingler setzt weiterhin auf den Schweizer

In der aktuellen Berliner Presseschau wird berichtet, dass Union-Präsident Dirk Zingler trotz des Fehlstarts weiter auf Lustrinelli setzt. Bereits Anfang September hatte Zingler nach einem Sommer mit zahlreichen Veränderungen öffentlich zu Geduld und Optimismus aufgerufen.

Diese Linie wird bislang beibehalten. Eine Trennung vom Schweizer steht aktuell nicht unmittelbar bevor.

Für Lustrinelli bedeutet das jedoch nicht, dass die Resultate auf Dauer zweitrangig bleiben. Union befindet sich nach vier Spieltagen mit nur einem Punkt in einer schwierigen Ausgangslage und muss nach der Länderspielpause dringend stabiler auftreten.

17 Gegentore in vier Spielen

Die grösste Baustelle liegt klar in der Defensive. Union hat in vier Bundesliga-Partien bereits 17 Gegentreffer kassiert.

Nach dem 3:3 gegen Frankfurt folgten elf Gegentore in den nächsten beiden Spielen gegen Leverkusen und Schalke sowie nochmals sieben in München.

Beim FC Bayern hielt Union zunächst vergleichsweise gut dagegen. Jamal Musiala traf in der 18. Minute zum 1:0, Harry Kane erhöhte per Penalty und Michael Olise stellte noch vor der Pause auf 3:0.

Nach dem Seitenwechsel brach die Berliner Defensive zunehmend auseinander. Kane, Ismael Saibari und zweimal Olise sorgten für den 7:0-Endstand.

Den ausführlichen Rückblick auf die historische Niederlage gibt es im Beitrag Lustrinelli erlebt mit Union historische 0:7-Niederlage in München.

Lustrinelli will Systemwechsel durchziehen

Der frühere Thun-Trainer versucht in Berlin einen deutlich anderen Fussball zu etablieren als Union in den vergangenen Jahren häufig gespielt hat.

Mehr Ballbesitz, eine Viererkette und ein offensiveres Auftreten sollen langfristig die neue Identität prägen. Lustrinelli hatte bereits vor dem Bayern-Spiel eingeräumt, dass seine Mannschaft die neuen Abläufe noch nicht vollständig verinnerlicht hat.

Er verglich die Entwicklung mit dem Erlernen des Fahrradfahrens: Entscheidend sei, nach Rückschlägen immer wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Genau dieser Geduldsfaktor dürfte derzeit auch intern eine Rolle spielen. Union hat im Sommer nicht nur den Trainer gewechselt, sondern den Kader ebenfalls verändert.

Aebischer und Imeri erhöhen den Schweizer Fokus

Aus Schweizer Sicht ist die Situation in Berlin besonders interessant. Michel Aebischer gehört regelmässig zum Union-Mittelfeld und stand auch beim 0:7 gegen Bayern in der Startelf.

Kurz vor Ende des Transferfensters kam zudem Kastriot Imeri von den Young Boys nach Berlin. Der Offensivspieler kennt Lustrinelli bereits aus der gemeinsamen Zeit beim FC Thun.

Damit trägt das Berliner Projekt inzwischen eine deutliche Schweizer Handschrift. Umso wichtiger wird sein, ob Lustrinelli seinen Ansatz in den kommenden Wochen auch in Resultate umwandeln kann.

Länderspielpause kommt zum richtigen Zeitpunkt

Nach dem Bayern-Debakel erhält Union nun Zeit zum Arbeiten. Das nächste Bundesliga-Spiel findet erst am 10. Oktober zuhause gegen den SV Elversberg statt.

Zuvor bestreiten die Berliner am 26. September ein Testspiel beim kroatischen Klub HNK Rijeka.

Für Lustrinelli ist diese Phase wichtig. Er kann an der defensiven Organisation, den Abständen zwischen den Linien und der Abstimmung in der Viererkette arbeiten, ohne unmittelbar unter dem Druck eines Bundesliga-Spieltags zu stehen.

Gleichzeitig dürfte das Heimspiel gegen Elversberg grosse Bedeutung erhalten. Union braucht dringend den ersten Sieg, um den Fehlstart nicht weiter anwachsen zu lassen.

⚽ UNION NACH VIER BUNDESLIGA-SPIELEN

  • 1 Punkt aus vier Partien.
  • Torverhältnis: 4:17.
  • Das 0:7 beim FC Bayern war die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte.
  • Nächstes Ligaspiel: 10. Oktober zuhause gegen den SV Elversberg.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert