Sucht Ambrì Verstärkung? Club prüft Ersatz für den Fall eines Virtanen-Ausfalls

Beim HC Ambrì-Piotta ist die Personalplanung vor dem Saisonstart noch nicht ganz abgeschlossen. Der Grund heisst Jesse Virtanen. Der finnische Verteidiger arbeitet nach seiner Operation zwar am Comeback, doch seine Einsatzfähigkeit für den Meisterschaftsauftakt bleibt offen. Deshalb sondiert der Club den Markt und prüft, ob bei Bedarf ein zusätzlicher ausländischer Spieler auf Zeit verpflichtet werden soll.

Die Ausgangslage ist klar: Virtanen gehört zu den wichtigsten Verteidigern im Kader der Leventiner. Fällt er aus, verliert Ambrì nicht nur Erfahrung, sondern auch Qualität im Spielaufbau, in Überzahlsituationen und im allgemeinen Defensivverhalten.

Entsprechend überrascht es nicht, dass Sportchef Lars Weibel dieses Thema kurz vor dem Saisonbeginn besonders genau verfolgt.

Virtanen bleibt die grosse offene Personalfrage

Virtanen hatte sich im Frühjahr in den Playouts verletzt und musste operiert werden. Damals wurde eine Pause von rund vier bis fünf Monaten kommuniziert. Diese Frist ist inzwischen beinahe erreicht, dennoch gibt es noch keine endgültige Garantie für einen Einsatz zum Saisonstart.

Die jüngsten medizinischen Untersuchungen fielen zwar positiv aus, doch Ambrì will bei einem so wichtigen Spieler offenbar kein unnötiges Risiko eingehen. Gerade zu Beginn der Saison kann ein zu früher Einsatz mehr schaden als nützen.

Für den Club bedeutet das: Die sportliche Leitung muss vorbereitet sein, falls Virtanen die ersten Partien tatsächlich noch verpasst.

Ein zusätzlicher Ausländer auf Zeit ist denkbar

Genau deshalb beobachtet Ambrì derzeit den Markt. Im Raum steht die Möglichkeit, vorübergehend einen zusätzlichen ausländischen Spieler zu verpflichten. Ziel wäre es, trotz einer möglichen Abwesenheit von Virtanen mit sechs ausländischen Spielern antreten zu können.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Es geht nicht darum, einen siebten Ausländer für einen vollständig fitten Kader zu holen oder die bestehende Struktur dauerhaft zu sprengen. Vielmehr prüft Ambrì eine pragmatische Zwischenlösung für den Fall, dass ein zentraler Leistungsträger zum Saisonstart noch fehlt.

Das passt auch zur aktuellen Linie des Clubs. Ambrì will sportlich konkurrenzfähig bleiben, gleichzeitig aber die finanziellen Möglichkeiten nicht überschreiten. Eine allfällige Verstärkung müsste also sportlich sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar sein.

Warum Virtanen so wichtig ist

Die Überlegungen der Clubführung zeigen auch, welchen Stellenwert Virtanen innerhalb der Mannschaft besitzt. Der Finne ist nicht bloss ein ausländischer Verteidiger unter vielen, sondern eine Schlüsselfigur in der Defensive.

Mit seiner Übersicht, seiner Ruhe am Puck und seiner offensiven Qualität gehört er zu jenen Spielern, die einer Mannschaft Struktur geben können. Gerade in engen Partien oder in Special Teams fällt dieses Profil stark ins Gewicht.

Mehr zum aktuellen Umbruch und zur neuen sportlichen Ausrichtung des Clubs gibt es im Beitrag über Ambrìs neue Ära, die Saisonziele und die offene Personalfrage um Jesse Virtanen.

Entscheidung dürfte erst kurz vor dem Start fallen

Am 15. September beginnt die Saison für Ambrì mit dem Auswärtsspiel gegen Ajoie, drei Tage später folgt das erste Heimspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Bis dahin dürfte sich entscheiden, ob Virtanen rechtzeitig fit wird oder ob der Club tatsächlich noch reagieren muss.

Der aktuelle Stand lässt sich deshalb so zusammenfassen: Ja, Ambrì sucht beziehungsweise prüft eine mögliche Verstärkung – allerdings nur unter der Bedingung, dass Virtanen zum Saisonauftakt noch nicht bereit ist. Eine fixe Verpflichtung wurde bislang nicht bestätigt, doch die sportliche Leitung will im Ernstfall handlungsfähig sein.

Für die Leventiner ist das eine logische Vorsichtsmassnahme. Denn wenn ein Schlüsselspieler wackelt, braucht es rechtzeitig einen Plan B.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert