Ist Malgin der beste Spieler der Liga? Warum beim ZSC-Star mehr als nur Punkte zählen

Denis Malgin gehört seit seiner Rückkehr in die Schweiz zu den technisch auffälligsten Spielern der National League. Der Stürmer der ZSC Lions vereint Tempo, aussergewöhnliche Puckkontrolle, Spielübersicht und NHL-Erfahrung. Doch reicht das tatsächlich für die Bezeichnung als bester Spieler auf Schweizer Eis? Die Zahlen liefern keine eindeutige Antwort – sein Einfluss auf ein Spiel macht die Diskussion dennoch berechtigt.

Wer den besten Spieler einer Liga bestimmen will, kann nicht einfach auf die Scorerliste schauen. Tore und Assists sind ein wichtiger Massstab, bilden aber Spielintelligenz, Puckkontrolle, Kreativität und die Fähigkeit, unter Druck Lösungen zu finden, nur teilweise ab.

Genau in diesen Bereichen gehört Malgin zur absoluten Spitze der National League. Der 29-Jährige besitzt ein Spielerprofil, das auf Schweizer Eis nur selten zu finden ist.

Ein Punkt pro Spiel in der vergangenen Saison

In der Qualifikation 2025/26 erzielte Malgin für die ZSC Lions in 41 Spielen 14 Tore und bereitete 27 weitere Treffer vor. Mit 41 Punkten kam er damit exakt auf einen Skorerpunkt pro Partie.

Das war hervorragend, reichte aber nicht für Platz eins der ligaweiten Scorerwertung. Markus Granlund von Genève-Servette kam auf 54 Punkte, Matěj Stránský vom HC Davos auf 53. Auch unter den Schweizer Spielern lagen Luca Fazzini mit 47 und Théo Rochette mit 43 Punkten vor Malgin.

Allerdings benötigten beide deutlich mehr Spiele. Sven Andrighetto und Malgin kamen mit jeweils 41 Punkten aus 41 Partien auf denselben Schnitt von einem Punkt pro Begegnung.

Damit zeigt sich bereits das Problem bei der Frage nach dem «besten Spieler»: Die reine Gesamtzahl bevorzugt Akteure, die mehr Spiele absolvieren. Bei der Produktion pro Einsatz gehörte Malgin weiterhin zur Spitze.

Seine grösste Stärke steht nicht vollständig in der Statistik

Malgin ist besonders dann auffällig, wenn wenig Raum vorhanden ist. Er kann den Puck eng am Körper führen, Richtungswechsel einbauen und gegnerische Verteidiger dazu zwingen, ihre Position zu verlassen.

Dazu kommt seine Übersicht. Malgin erkennt Passwege früh und kann Angriffe verzögern oder beschleunigen. Diese Fähigkeit macht ihn gerade im offensiven Drittel schwierig auszurechnen.

Seine Erfahrung spielt ebenfalls eine Rolle. Malgin absolvierte mehr als 250 NHL-Partien und spielte unter anderem für Florida, Toronto und Colorado. Nach seiner Rückkehr zum ZSC wurde er 2024 als wertvollster Spieler der National-League-Playoffs ausgezeichnet.

Stránský war 2026 der MVP

Wer die Frage strikt anhand der vergangenen Saison beantwortet, muss allerdings auch andere Namen nennen. Matěj Stránský wurde von Captains und Trainern der National League zum wertvollsten Spieler gewählt. Erik Brännström überzeugte als Verteidiger, Reto Berra im Tor, während mehrere Stürmer statistisch vor Malgin lagen.

Deshalb wäre die Aussage «Malgin ist zweifellos der beste Spieler der Liga» zu absolut.

Treffender ist: Malgin gehört zu jener kleinen Gruppe von Spielern, die ein Spiel aufgrund ihrer individuellen Klasse jederzeit verändern können.

Wie stark die Konkurrenz in der neuen Saison sein wird, zeigt auch der Überblick zur National-League-Saison 2026/27 mit den wichtigsten Titelkandidaten.

Die neue Saison wird die Antwort liefern

Am 15. September beginnt die Regular Season 2026/27. Für Malgin bietet sie die nächste Gelegenheit, seine Sonderstellung zu bestätigen.

Beim ZSC trägt er viel offensive Verantwortung und verfügt gleichzeitig über Mitspieler wie Sven Andrighetto, die selbst zur nationalen Spitze gehören. Entscheidend wird deshalb weniger sein, ob Malgin am Ende die meisten Punkte erzielt.

Wenn es um reine individuelle Fähigkeiten mit dem Puck, Kreativität und Spielverständnis geht, gibt es auf Schweizer Eis nur sehr wenige Spieler auf seinem Niveau. Ob er tatsächlich die Nummer eins ist, bleibt eine Bewertungsfrage – dass Malgin zu den ernsthaftesten Kandidaten gehört, dagegen kaum.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert