Dominic Geisseler und Sarah Longhi klettern bei den World Climbing Para Series aufs Podest

Am 15. und 16. Juni fanden im österreichischen Innsbruck die World Climbing Para Series statt. In 19 Kategorien traten die weltweit besten Kletterinnen und Kletterer mit körperlichen Behinderungen und Sehbeeinträchtigungen gegeneinander an. Der Schweizer Para-Kletterer Dominic Geisseler und die Para-Kletterin Sarah Longhi gewannen Silber beziehungsweise Bronze.

Fast 300 Para-Athletinnen und -Athleten kletterten am 15. und 16. Juni an den World Climbing Para Series im österreichischen Innsbruck. Die weltweit besten Kletterinnen und Kletterer mit körperlichen Behinderungen traten in 19 verschiedenen Kategorien gegeneinander an – aufgeteilt nach der Art der Behinderungen und deren Schweregrad.

Das Schweizer Para Climbing Team reiste mit 15 Athletinnen und Athleten an.

Medaillen für Sarah Longhi und Dominic Geisseler

Sarah Longhi aus Knonau (ZH) und Dominic Geisseler aus Pratteln (BL) kletterten auf das Podest.

Sarah Longhi trat in der Kategorie RP2 an. Die Athletinnen dieser Kategorie haben neurologische oder physiologische Einschränkungen mittlerer Schwere, die sehr unterschiedlich sein können und sich auf die Beweglichkeit, die Koordination und die Kraft auswirken. Longhi sitzt im Alltag im Rollstuhl und hat vor allem Mühe, die Bewegung ihres rechten Beins zu kontrollieren. Mit kreativen Lösungen kämpfte sie sich die Wand hoch und erreichte den starken dritten Rang.


Sarah Longhi auf dem Podium der Kategorie RP2 bei den Finalwettkämpfen der World Climbing Para Series Innsbruck 2026 in Innsbruck (Österreich) am 16. Juni 2026.

Die Routen mit grossen, runden Griffen und schweren Einzelstellen hätten sie sehr herausgefordert, sagt Longhi, und freut sich darüber, dass sie die Herausforderungen meistern konnte. „Ich konnte zeigen, was mit Leidenschaft und Durchhaltewillen möglich ist“, so die Athletin.

Dominic Geisseler holte in Innsbruck Silber und erreichte damit zum zwölften Mal seit 2023 bei einem internationalen Wettkampf das Podest. Dem Athleten fehlen mehrere Fingerglieder, und er startet in der Kategorie AU3 für Kletterer mit Einschränkungen im Bereich der Hand.


Dominic Geisseler beim Finale der World Climbing Para Series Innsbruck 2026 in Innsbruck (Österreich) am 16. Juni 2026.

Obschon immer mehr neue Athleten in seiner Kategorie starten, kann er sich an der Spitze halten. Die Erfahrung und der grosse Einsatz in den Trainings zahlen sich für ihn aus. Nach der Qualifikationsrunde lag Geisseler noch auf dem fünften Rang. Umso zufriedener ist er, dass er sich im Final nochmals steigern konnte.


Siegerehrung der Kategorie AU3 bei der World Climbing Para Series Innsbruck 2026 in Innsbruck (Österreich). Dominic Geisseler sicherte sich den zweiten Rang.

„Ich konnte die Finalroute richtig geniessen, es war eine der besten, die ich je geklettert bin – sehr abwechslungsreich, kreativ geschraubt und bis zum Schluss spannend“, sagt Geisseler.

Para Climbing boomt

Beide Mitglieder des Para Climbing Teams schwärmen von der grossartigen Stimmung am Wettkampf und der Unterstützung durch andere Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Nationen.

Auffällig ist, wie stark die Teilnehmerzahlen in den einzelnen Kategorien angestiegen sind. Dies hängt auch damit zusammen, dass einzelne Kategorien an den Paralympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles vertreten sein werden.

Dem Trainer des Swiss Para Climbing Team, Michael Bühler, bereitet die Entwicklung Freude: „Seit unserem ersten internationalen Wettkampf in Innsbruck im Jahr 2022 ist sehr viel geschehen, alle machen stetig Fortschritte – das ist schön zu sehen.“

Resultate Swiss Para Climbing Team

Herren B1

  • 11. Rang Steven Mack, 1986, Volketswil (ZH)

Herren B3

  • 6. Rang Sebastian Schmitz, 1982, Baar (ZG)

Damen B1

  • 8. Rang Laila Grillo, 1991, Allschwil (BL)

Herren AL2

  • 17. Rang Martin Villiger, 1996, Horw (LU)
  • 22. Rang Christoph Zundel, 1982, Baar (ZG)

Damen AL2

  • 11. Rang Dilan Zbinden, 1996, Uster (ZH)

Damen AU2

  • 11. Rang Lune Boesch, 2001, Zürich

Herren RP1

  • 21. Rang Bruno Aerni, 2001, Clarens (VD)
  • 28. Rang Niko Galbusera, 2001, Lumino (TI)

Herren RP3

  • 11. Rang Matthias Bärtschi, 1966, Grafenried (BE)

Damen RP1

  • 6. Rang Doris Rohner, 1987, Malters (LU)
  • 12. Rang Michèle Mettauer, 1994, Aarau (AG)

Damen RP2

  • 3. Rang Sarah Longhi, 1986, Knonau (ZH)

Herren AU3

  • 2. Rang Dominic Geisseler, 1981, Pratteln (BL)

Damen AU3

  • 7. Rang Lucille Bolomey, 1984, Le Lieu (VD)

Kategorien

Die Para-Kletterinnen und Para-Kletterer starten je nach Art und Schwere der körperlichen Behinderung in unterschiedlichen Kategorien. Die Zahlen 1, 2 oder 3 geben an, wie stark die Einschränkung ist. 1 ist jeweils am stärksten.

  • Kategorien B1, B2, B3: Die Athletinnen und Athleten haben unterschiedlich starke Einschränkungen beim Sehen – von kompletter Blindheit bis zu eingeschränkter Sehschärfe oder Sichtfeld.
  • Kategorien AL1, AL2: Die Athletinnen und Athleten haben Einschränkungen an den Beinen. Sie sitzen im Rollstuhl, sind gelähmt oder haben Amputationen. In der Kategorie AL2 kann mit oder ohne Prothese geklettert werden.
  • Kategorien AU2, AU3: Die Athletinnen und Athleten haben Einschränkungen an den Armen oder Händen. Sie haben nur einen Arm, eine Unterarmamputation (AU2) oder Einschränkungen im Bereich der Hand (AU3).
  • Kategorien RP1, RP2, RP3: Die Athletinnen und Athleten haben neurologische oder physiologische Einschränkungen, die sehr unterschiedlich sein können. Diese wirken sich auf Beweglichkeit, Koordination und Kraft aus.

 

Quelle: Schweizer Alpen-Club SAC
Bildquelle: World Climbing / Dimitris Tosadis