Durch die Wüste nach Hegra: Handelswege, Pilgerreisen und ein Hotel voller Geschichte
von belmedia Redaktion Aktiv & Abenteuer Allgemein Draussen Events Flug Freizeit hotelaktuell.ch Hotels Jahreszeiten Kultur nachrichtenticker.ch Natur Natur & Naturereignisse Natur & Umwelt News Orte Reisen Reisen & Ausflüge reiseziele.ch Sommer Städte Städtereisen Themen tierwelt.news Tipps Trends Trips
Seit Jahrhunderten kreuzen sich in der Region AlUla im Nordwesten Saudi-Arabiens die Wege von Reisenden. Einst waren es Händler, die mit ihren Karawanen auf der Weihrauchroute durch die Wüste zogen, später Pilger, die mit der legendären Hejazbahn Richtung Medina fuhren.
In der Region rund um die antike Nabatäerstadt Hegra lassen sich diese historischen Wege bis heute nachverfolgen – von monumentalen Felsgräbern über Relikte der berühmten Bahnstrecke bis hin zu aussergewöhnlichen Orten wie dem Hotel „The Chedi Hegra“, das einen ehemaligen Bahnhof in seine Architektur integriert hat.
Wind kommt auf, erst ein Flüstern, dann ein Dröhnen
Der Himmel färbt sich gelb, Sand wirbelt hoch. Inmitten des Sturms kämpft sich eine Karawane voran. Die Kamele sind beladen mit Säcken voller Weihrauch und Myrrhe, die Männer, die sie führen, schützen ihre Gesichter mit Tüchern. Orientierung ist kaum noch möglich. Doch dann flaut der Sturm ab, vor ihnen tauchen die Umrisse einer Stadt auf. Direkt aus den Felsen geschlagene Fassaden. Die Karawane hat Hegra erreicht.
Handel und Begegnungen in der Wüstenoase
So könnte es damals gewesen sein, an einem Tag vor über 2000 Jahren. Die antike Stadt Hegra, erbaut vom nordarabischen Volk der Nabatäer und heute UNESCO-Weltkulturerbe, war einst einer der wichtigsten Orte entlang der Weihrauchstrasse. Über diese Handelsroute gelangten kostbare Harze, Gewürze und andere Waren aus dem Süden der Arabischen Halbinsel bis an den Mittelmeerhafen von Gaza und nach Damaskus. Händler, Pilger und Reisende aus den unterschiedlichsten Ländern und Regionen nutzten Hegra als Rast- und Handelsplatz. Über viele Jahrhunderte kreuzten sich hier die Wege tausender Menschen, und AlUla entwickelte sich zu einem der zentralen Knotenpunkte auf der Arabischen Halbinsel.
Die Hejazbahn verändert das Reisen
Über alle Zeit blieb die Region ein wichtiger Zwischenstopp. Später waren es vor allem Pilger auf ihrem Weg nach Medina, die sich rund um Hegra auf den letzten Abschnitt der Reise vorbereiteten. Bis Ende des 19. Jahrhunderts konnte eine solche Reise noch rund eineinhalb Monate dauern. Mit dem Bau der Hejazbahn änderte sich das jedoch grundlegend: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts liess das Osmanische Reich eine Bahnstrecke errichten, die weitgehend jenen Routen, die schon lange zuvor von den Karawanen genutzt worden waren, folgten. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern pro Stunde brauchte man nun bis Mitte der 1920er Jahre nur drei Tage von Damaskus nach Medina. Natürlich war auch AlUla Teil des neuen Streckennetzes. Neben den Ruinen der Nabatäerstadt hielten nun Dampflokomotiven und Personenwaggons statt Karawanen mit Kamelen. Übrigens: Einige der Lokomotiven und Waggons der Hejazbahn stammten aus Deutschland und sind bis heute entlang der Strecke zu sehen. Gleise, Bahnhofsgebäude und einzelne Züge stehen noch immer mitten in der Wüste.
Ein Bahnhof wird zum Hotel
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Verbindung der Geschichte der Weihrauchroute und der Hedjazbahn mit der Gegenwart im Hotel „The Chedi Hegra“. Teile des ehemaligen Bahnhofs wurden in das Luxushotel integriert. Auf dem Gleis vor dem historischen Bahnhofsgebäude steht nach wie vor eine der alten Dampflokomotiven – heute allerdings nicht mehr zwischen Sand und Wind, sondern überdacht, ins Hotel integriert, mitten im Restaurant.
Quelle: Lieb Management & Beteiligung
Bildquelle: Bild 1 und Bild 2: RCU; Bild 3 – Bild 5: The Chedi Hegra