AlixPartners-Studie: Convenience-Shops kämpfen mit Preisdruck und Wandel
von belmedia Redaktion Analysen & Trends businessaktuell.ch Dienstleistungen Digitalisierung Europa Geschäftsmodelle der Zukunft Handel Innovation Internationale Entwicklungen Management News Produkte Schweiz Strategie Studien Unternehmer Wirtschaft
Eine neue Konsumentenumfrage von AlixPartners mit über 4.000 Teilnehmenden zeigt: Preis, neue Kundenansprüche und veränderte Mobilität setzen Convenience- und Tankstellenshops in der DACH-Region zunehmend unter Druck.
Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Konsumentenumfrage der global tätigen Unternehmensberatung AlixPartners, an der insgesamt mehr als 4.000 Personen in der Schweiz, Deutschland und Österreich teilgenommen haben.
Convenience-Shops sind kleine Einzelhandelsgeschäfte, die durch Standortnähe, lange Öffnungszeiten und ein kleines Sortiment für den schnellen Bedarf punkten. Aus der Befragung lassen sich drei wesentliche Herausforderungen für Convenience-Shops ableiten:
- Preis: Die Folgen von Teuerung und Kaufkraftverlust prägen weiterhin das Konsumverhalten in der DACH-Region. Die grosse Mehrheit der Konsumenten empfindet Produkte als teurer im Vergleich zum Vorjahr und ist zurückhaltender mit dem eigenen Konsum; mehr als ein Drittel aller Schweizer sowie die Hälfte aller Deutschen und Österreicher planen deshalb, weniger Einkäufe in Convenience-Shops zu tätigen.
- Kundenansprüche: Frisch zubereitete Speisen, Backwaren und warme Getränke sind zu festen Bestandteilen des Convenience-Geschäfts geworden. Nicht alle Konsumanlässe (z.B. Frühstück, Mittag, Snack für „zwischendurch“) werden allerdings gleich gut von den Convenience-Shops abgedeckt, insbesondere in der zweiten Tageshälfte.
- Mobilität: Der klassische Tankstopp mit Getränk und Snack verliert an Bedeutung. In der Schweiz erfolgen nur noch 39 Prozent aller Convenience-Käufe an Tankstellen, während es in Deutschland noch 50 Prozent und in Österreich 59 Prozent sind. Mit guter öffentlicher Verkehrs-Anbindung und veränderten Mobilitätsmustern verschiebt sich die Frequenz zunehmend in urbane Lagen und zu Verkehrsknotenpunkten.
Nordal Cavadini, Partner & Managing Director für Retail bei AlixPartners, sagt: „Viele Convenience-Betreiber müssen ihre Shops weiterentwickeln. Die altgedienten Geschäftsmodelle greifen nicht mehr und müssen jetzt auf den Prüfstand.“
Regionale Unterschiede im DACH-Raum
Während die Schweiz mit einer Marktdurchdringung von fast 100 Prozent – lediglich 3 Prozent der Schweizer kaufen nie im Convenience-Shop ein – der klare Vorreiter bei Convenience-Formaten ist und diese verstärkt für Mahlzeiten wie Frühstück oder Mittagessen nutzt, zeigt sich der deutsche Markt differenzierter.
So kaufen die Konsumenten im Nachbarland Deutschland deutlich häufiger an klassischen Tankstellen als in Convenience-Shops ein, wobei jeder Fünfte diese Formate komplett meidet. Eine Gemeinsamkeit teilen die drei Länder dennoch: Der Convenience-Einkauf wird über die gesamte Region hinweg zunehmend zum Wochenend-Phänomen. Rund die Hälfte der Einkäufe findet nämlich am Samstag oder Sonntag statt – auch, weil Alternativen zu Randzeiten und an Sonntagen weitgehend fehlen.
Jan Schlichenmaier, Partner & Managing Director für Retail bei AlixPartners, sagt: „Preiswahrnehmung wird auch im Convenience-Geschäft zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Betreiber müssen neue Antworten darauf finden, Aktionen gezielt einsetzen und Eigenmarken glaubwürdig positionieren. Darüber hinaus sind Innovationen im Bereich Food Services und digitale Services unerlässlich.“
Über die AlixPartners Convenience-Studie
Die Studie wurde im dritten Quartal 2025 von der global tätigen Unternehmensberatung AlixPartners erstellt. Sie basiert auf einer repräsentativen, von Innofact durchgeführten Konsumentenumfrage unter insgesamt mehr als 4.000 Personen in der DACH-Region.
Quelle: AlixPartners
Bildquelle: Symbolbild © Sorbis/Shutterstock.com