Belarus bleibt von Eishockey-WM 2027 ausgeschlossen – IIHF zieht klare Grenze
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Weltmeisterschaft Ⳇ Verbreitung
Belarus darf auch 2027 nicht an der Eishockey-Weltmeisterschaft der Männer teilnehmen. Der Internationale Eishockeyverband IIHF bestätigt am 7. November 2026 den Ausschluss der belarussischen A-Nationalmannschaft und der U20-Auswahl. Trotz eines teilweise erfolgreichen Rekurses bleibt die Rückkehr zu diesen beiden Turnieren verwehrt. Anders entwickelt sich die Situation bei Russland, dessen Wiederzulassung nach einem CAS-Urteil geprüft werden muss.
Das IIHF-Council stützt seinen Entscheid auf ein Urteil der verbandseigenen Disziplinarkommission. Diese gab dem Rekurs des belarussischen Verbandes teilweise statt, sah jedoch keine rechtliche Grundlage, eine sofortige Wiederaufnahme anzuordnen. Die IIHF verweist auf bereits festgelegte Turnierformate, Spielpläne, Ticketverkäufe und organisatorische Vorbereitungen.
Für die Schweiz bedeutet der Entscheid Planungssicherheit hinsichtlich Belarus. Die Nationalmannschaft von Jan Cadieux eröffnet die WM am 13. Mai 2027 gegen Deutschland. Gleichzeitig bleibt die mögliche Rückkehr russischer Nationalmannschaften eine erhebliche Herausforderung für den internationalen Spielbetrieb.
IIHF bestätigt Ausschluss nach erneuter Prüfung
Die Entscheidung vom Samstag betrifft zwei bedeutende Wettbewerbe: die U20-Weltmeisterschaft im Dezember 2026 und Januar 2027 in Kanada sowie die Männer-WM im Mai 2027 in Deutschland.
Bereits am 27. Juli hatte die IIHF Belarus von diesen beiden Turnieren ausgeschlossen. Der belarussische Verband wehrte sich dagegen und erreichte eine teilweise erfolgreiche Überprüfung.
Der IIHF-Rat bleibt dennoch bei seiner Entscheidung. Entscheidend seien die bestehenden organisatorischen Rahmenbedingungen. Dazu zählen die Zusammensetzung der Teilnehmerfelder, die veröffentlichten Spielpläne und die Vorbereitungen der Veranstalter.
Belarus war letztmals 2021 an einer Männer-Weltmeisterschaft vertreten. Seit 2022 ist das Land wegen seiner Unterstützung für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine von den wichtigsten internationalen Eishockeywettbewerben ausgeschlossen.
Warum Russland anders behandelt wird
Die unterschiedliche Behandlung der beiden Länder steht im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion.
Russland hatte beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne am 30. Oktober 2026 einen Erfolg erzielt. Das Gericht hob die entsprechenden Ausschlussentscheidungen des Weltverbandes auf.
Die IIHF hält zwar an ihren Sicherheitsbedenken fest, muss aber prüfen, wie sie das Urteil umsetzen kann.
Dazu gehören mögliche Änderungen bestehender Wettbewerbsstrukturen, Gespräche mit den nationalen Verbänden und die Klärung der Sicherheitsbedingungen.
Eine endgültige sportliche Lösung für Russland liegt noch nicht vor.
Belarus verfügt dagegen über kein entsprechendes CAS-Urteil, das eine sofortige Zulassung zur Männer- oder U20-WM verlangen würde.
Belarus darf an anderen Weltmeisterschaften teilnehmen
Der Ausschluss betrifft nicht sämtliche Nationalmannschaften des Landes.
Bereits im Mai und Juli hatte die IIHF einzelne Wettbewerbe separat überprüft. Dabei wurde entschieden, Belarus bei der U18-Weltmeisterschaft der Männer sowie bei zwei Frauen-Wettbewerben wieder zuzulassen.
Zu diesen gehören die Frauen-WM der Division IV und die U18-Frauen-WM der Division III.
Der Weltverband begründet diese unterschiedliche Behandlung mit den jeweiligen Sicherheitsbedingungen und der organisatorischen Durchführbarkeit.
Für die Männer-A-Nationalmannschaft und die U20-Auswahl bleibt der Ausschluss hingegen bestehen.
Belarussischer Verband erwägt Gang vor den CAS
Die Entscheidung stösst beim belarussischen Verband auf Widerstand.
Verbandspräsident Alexander Bogdanovich kritisiert insbesondere, dass die IIHF bei Russland nach Möglichkeiten zur Wiedereingliederung sucht, während Belarus weiterhin ausgeschlossen bleibt.
Der Verband will seine rechtlichen Möglichkeiten prüfen. Dazu gehört ausdrücklich ein möglicher Rekurs beim Internationalen Sportgerichtshof.
Damit könnte nach Russland auch Belarus eine gerichtliche Überprüfung der aktuellen IIHF-Entscheidungen verlangen.
Schweizer WM-Planung bleibt vorerst bestehen
Für die Schweizer Nationalmannschaft ist die Ausgangslage hinsichtlich Belarus klar. Das Team von Jan Cadieux bereitet sich weiterhin auf die Weltmeisterschaft in Deutschland vor.
Das Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Deutschland ist für den 13. Mai 2027 um 20.20 Uhr in Gelsenkirchen angesetzt.
Anschliessend folgen in Mannheim die Begegnungen mit Slowenien, Finnland, Lettland, Schweden, Österreich und der Ukraine.
Bei der U20-Weltmeisterschaft ist die Schweiz zusätzlich unmittelbar vom Streit um Russland betroffen. Swiss Ice Hockey entschied am 7. November, die vorgesehene Begegnung mit der russischen Auswahl nicht auszutragen.
Die Schweiz hält an ihrer Teilnahme am Juniorenturnier in Kanada fest.
Damit muss die IIHF weiterhin klären, wie die internationalen Wettbewerbe trotz unterschiedlicher nationaler Positionen und rechtlicher Verpflichtungen durchgeführt werden können.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert