Gladbachs historischer Absturz – sechs Spiele, sechs Pleiten, null Punkte
von belmedia Redaktion Allgemein Bundesliga Europa Fussball Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Borussia Mönchengladbach erlebt den schlimmsten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag, 18. Oktober 2026, stehen die Fohlen mit null Punkten aus sechs Bundesligaspielen am Tabellenende. Trainer Alexander Blessin wartet weiterhin auf seinen ersten Erfolg. Am kommenden Freitag droht gegen Stuttgart sogar ein neuer Bundesliga-Negativrekord.
Vor 43’702 Zuschauern im Borussia-Park bringt Bambasé Conté die Hoffenheimer bereits in der elften Minute in Führung. Nach der Pause sorgt der erst 17-jährige Wael Mohya mit seinem Ausgleich für einen kurzen Hoffnungsschimmer. Doch nur fünf Minuten später trifft Alexander Prass zum 2:1 für die Gäste. Gladbach findet keine Antwort mehr und wird erneut von enttäuschten Fans ausgepfiffen.
Für den Traditionsverein wird die Lage zunehmend bedrohlich. Mit acht erzielten Toren und 20 Gegentreffern fehlt sowohl die defensive Stabilität als auch die notwendige Effizienz im Angriff. Die Bundesliga-Konkurrenten mit den Schweizer Trainern Urs Fischer und Mauro Lustrinelli haben sich bereits ein Punktepolster erarbeitet. Gladbach hingegen muss dringend verhindern, dass sich der historische Fehlstart zu einer langfristigen Abstiegsgefahr entwickelt.
Gladbach stellt historischen Negativrekord ein
Was vor wenigen Wochen als misslungener Saisonstart begann, hat inzwischen historische Dimensionen erreicht.
Sechs Niederlagen aus den ersten sechs Meisterschaftsspielen kassierten zuvor nur drei Bundesligisten: Fortuna Düsseldorf 1991/92, Mainz 05 in der Saison 2020/21 und der VfL Bochum 2022/23.
Nun gehört auch Borussia Mönchengladbach zu dieser Gruppe.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Probleme trotz des Trainerwechsels bestehen bleiben. Nach der Entlassung von Eugen Polanski übernahm Alexander Blessin die Mannschaft. Doch weder beim verlorenen Rheinderby gegen Köln noch beim Heimdebüt gegen Hoffenheim gelingt ihm der erhoffte Befreiungsschlag.
Erneut entscheidet ein defensiver Fehler
Gegen Hoffenheim zeigt Gladbach zu Beginn die bekannten Schwächen.
Alexander Prass bereitet in der elften Minute die Führung durch Bambasé Conté vor. Die Borussia wirkt anschliessend verunsichert und findet nur selten Lösungen im Spiel nach vorne.
Kurz vor der Pause trifft Hoffenheims Fisnik Asllani mit einem Freistoss die Latte.
Nach dem Seitenwechsel entsteht nochmals Hoffnung. Florian Neuhaus bedient Wael Mohya, der in der 49. Minute mit einem sehenswerten Abschluss ausgleicht.
Doch die Freude dauert nur kurz. Adam Hložek bereitet das 2:1 durch Prass in der 54. Minute vor.
Die Gastgeber können darauf nicht mehr entscheidend reagieren.
Blessin kritisiert die eigene Mannschaft
Alexander Blessin findet nach der Niederlage deutliche Worte.
Der Trainer bezeichnet die Spielweise seiner Mannschaft als "Angsthasenfussball". Besonders die fehlende Entschlossenheit in Zweikämpfen, Ballverluste und mangelnde Dynamik bereiten ihm Sorgen.
Die Aussagen zeigen, dass Gladbach derzeit nicht nur ein taktisches Problem hat.
Wenn eine Mannschaft früh in Rückstand gerät und anschliessend kaum Selbstvertrauen entwickelt, werden selbst einfache Entscheidungen schwieriger.
Auch Sportchef Rouven Schröder erkennt diese Gefahr. Er spricht davon, dass bei den Spielern zunehmend ein negatives "Kopfkino" entstehe.
Verletzungen verschärfen die Krise
Blessin muss zusätzlich auf wichtige Spieler verzichten.
Besonders schwer wiegt der erneute Ausfall von Captain Tim Kleindienst. Der Nationalstürmer hat sich einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen und steht vorerst nicht zur Verfügung.
Auch Franck Honorat, Ko Itakura, Jens Castrop und weitere Spieler fehlen verletzungsbedingt.
Damit verliert Gladbach wichtige Erfahrung, Tempo und individuelle Qualität.
Gerade Kleindienst wäre mit seiner Präsenz im Strafraum und seiner Führungsrolle ein bedeutender Faktor.
Die Verletzungen erklären jedoch nicht sämtliche Probleme. Eine Mannschaft mit den Ansprüchen der Borussia muss auch personelle Ausfälle besser auffangen können.
Woher soll die Wende kommen?
Für Blessin geht es nun darum, die Mannschaft taktisch und mental zu stabilisieren.
Die bisherigen 20 Gegentore entsprechen durchschnittlich mehr als drei Gegentreffern pro Partie. Mit einer solchen Bilanz sind regelmässige Punktgewinne kaum möglich.
Deshalb dürfte die defensive Organisation in den kommenden Trainingseinheiten besonders wichtig sein.
Gleichzeitig benötigt Gladbach Spieler, die Verantwortung übernehmen. Der Treffer von Wael Mohya zeigt immerhin, dass junge Kräfte positive Impulse liefern können.
Am Freitag wartet auswärts der VfB Stuttgart. Eine weitere Niederlage würde nicht nur die sportliche Situation verschlechtern, sondern einen neuen Bundesliga-Negativrekord bedeuten.
Gladbach braucht dringend den ersten Punktgewinn. Andernfalls droht aus dem historischen Fehlstart eine langwierige Saison im Abstiegskampf zu werden.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert