Juventus plant den nächsten Angriff – 100 Millionen für neue Verstärkungen

Juventus will zurück in die Champions League und bereitet dafür den nächsten grossen Angriff auf dem Transfermarkt vor. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung über bis zu 250 Millionen Euro sollen der sportlichen Führung zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Nach Berechnungen der "Gazzetta dello Sport" könnten mindestens rund 100 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung stehen – ein erheblicher Teil davon dürfte in den Kader fliessen.

Hinter der Operation steht erneut Exor. Die Holding der Agnelli-Elkann-Familie will Juventus finanziell absichern und zunächst 60 Millionen Euro vorschiessen. Insgesamt soll die Kapitalmassnahme bis Dezember abgeschlossen sein. Zwischen 112 und 125 Millionen Euro werden nach den aktuellen Planungen benötigt, um erwartete Verluste der Geschäftsjahre 2026/27 und 2027/28 abzudecken. Der darüber hinausgehende Spielraum soll der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung dienen.

Damit zeichnet sich in Turin ein klarer Kurs ab. Juventus spielt nach Rang sechs in der vergangenen Saison 2026/27 nur in der Europa League und will diese Situation möglichst schnell korrigieren. Sportlich ist die Mannschaft von Luciano Spalletti nach fünf Serie-A-Runden mit zehn Punkten zwar noch nicht an der Tabellenspitze, doch nach dem 5:0 gegen NEC Nijmegen und dem 2:0 gegen Atalanta zeigte die Formkurve zuletzt deutlich nach oben. Beim Heimsieg gegen Atalanta überzeugten die Bianconeri insbesondere mit defensiver Stabilität und einer verbesserten Effizienz.

Kapitalerhöhung ist mehr als eine Rettungsaktion

Die Dimension der geplanten Finanzmassnahme zeigt, dass Juventus nicht nur bestehende Löcher stopfen möchte. Insgesamt geht es um bis zu 250 Millionen Euro. Exor hält rund 65 Prozent der Anteile und hat sich verpflichtet, den eigenen Anteil zu zeichnen und bei Bedarf auch nicht bezogene Aktien anderer Aktionäre zu übernehmen.

Entscheidend ist die Differenz zwischen dem reinen Finanzbedarf und dem gesamten Volumen. Juventus selbst beziffert den Kapitalbedarf zur Deckung der erwarteten Verluste auf ungefähr 45 bis 50 Prozent der gesamten Ermächtigung. Damit bleiben nach aktueller Planung deutlich mehr als 100 Millionen Euro für weitere strategische Projekte übrig.

Dazu zählen ausdrücklich die sportliche Wettbewerbsfähigkeit, mögliche Investitionen in Infrastruktur und eine weitere Stärkung der Marke Juventus.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Turiner im Winter plötzlich 100 Millionen Euro frei ausgeben können. Juventus unterliegt weiterhin den Kostenkontrollen von UEFA und FIGC. Zusätzlich gelten die Vorgaben eines mit der UEFA vereinbarten Settlement Agreements.

Champions League ist das zentrale Ziel

Der wirtschaftliche Druck ist erheblich. Juventus verpasste mit Rang sechs in der vergangenen Saison die Champions League und spielt aktuell in der Europa League. Allein dadurch fehlen dem Klub nach italienischen Berechnungen Einnahmen in einer Grössenordnung von rund 50 bis 70 Millionen Euro.

Die Rückkehr in die Champions League ist deshalb sportlich und finanziell das wichtigste Ziel.

In der Serie A ist die Ausgangslage nach fünf Runden noch völlig offen. Juventus steht mit zehn Punkten auf Rang sieben, lediglich drei Zähler hinter dem Führungstrio Roma, Inter und Lazio.

Das Torverhältnis von 8:4 zeigt zudem, dass Spallettis Mannschaft bislang defensiv stabil geblieben ist. Schon vor dem Atalanta-Spiel hatte Juventus ligaweit die wenigsten gegnerischen Abschlüsse zugelassen und den niedrigsten Expected-Goals-Against-Wert aufgewiesen.

Der Kader wurde bereits kräftig verändert

Juventus hat schon im Sommer erheblich investiert. Zu den Neuzugängen gehören unter anderem Nick Woltemade, Pape Matar Sarr, Jhon Lucumí und Torhüter Kamil Grabara.

Randal Kolo Muani wurde für rund 42 Millionen Euro fest verpflichtet. Gleichzeitig verliessen mehrere Spieler den Klub beziehungsweise wurden verliehen.

Gerade diese Umstrukturierung zeigt, wie Juventus künftig investieren möchte. Nicht allein die Ablösesumme ist entscheidend, sondern die jährliche Belastung aus Gehalt und Abschreibung.

Ein Beispiel ist der Wechsel im Sturm. Trotz der Investition in Kolo Muani soll dessen jährliche Bilanzbelastung geringer sein als jene von Dusan Vlahovic, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Damit entsteht zusätzlicher Spielraum, ohne die finanziellen Vorgaben vollständig auszureizen.

Auch weitere Verkäufe könnten Budget schaffen

Wie gross das tatsächliche Transferbudget wird, hängt deshalb auch von möglichen Abgängen ab.

Ein Name, der in diesem Zusammenhang genannt wird, ist Teun Koopmeiners. Der Niederländer belastet die Juventus-Bilanz nach italienischen Berechnungen jährlich mit rund 17 Millionen Euro. Ein Transfer könnte entsprechend weiteren finanziellen Spielraum schaffen.

Die 100 Millionen Euro sind deshalb weniger als starres Budget für ein einzelnes Transferfenster zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um einen finanziellen Puffer für die kommenden Transferperioden.

Für Juventus ist das ein bedeutender Unterschied zu den vergangenen Jahren. Der Klub muss zwar weiterhin sorgfältig wirtschaften, verfügt mit Exor aber über einen finanzstarken Eigentümer, der den sportlichen Wiederaufstieg ausdrücklich unterstützt.

Juventus soll wieder dauerhaft zur europäischen Spitze gehören

Das langfristige Ziel geht über eine einzelne Champions-League-Qualifikation hinaus. Juventus möchte wieder regelmässig im wichtigsten europäischen Wettbewerb vertreten sein und gleichzeitig bis 2029 wirtschaftlich näher an ein ausgeglichenes Ergebnis kommen.

Die Voraussetzungen dafür sollen jetzt geschaffen werden.

Nach Jahren mit Trainerwechseln, sportlichen Rückschlägen und wirtschaftlichen Problemen bekommt die aktuelle Führung damit deutlich mehr Handlungsspielraum. CEO Giovanni Carnevali und die sportliche Leitung können den Kader gezielter umbauen, ohne ausschliesslich auf Verkäufe angewiesen zu sein.

Sportlich bleibt allerdings entscheidend, dass Spallettis Mannschaft die vorhandene Qualität auch konstant auf den Platz bringt. Der Abstand zur Spitze beträgt nach fünf Runden nur drei Punkte.

Juventus ist deshalb noch nicht zurück an der Spitze. Doch finanziell schafft der Klub gerade Voraussetzungen, um in den kommenden Transferfenstern deutlich stärker auftreten zu können.

🏆 JUVENTUS‘ NEUER FINANZIELLER SPIELRAUM

  • Die geplante Kapitalerhöhung umfasst bis zu 250 Millionen Euro.
  • Rund 112 bis 125 Millionen Euro werden nach aktueller Planung zur Abdeckung erwarteter Verluste benötigt.
  • Mindestens rund 100 Millionen Euro könnten für sportliche und strategische Investitionen zur Verfügung stehen.
  • Das zentrale sportliche Ziel bleibt die schnelle Rückkehr in die Champions League.
📊SERIE A 2026/27 – STAND NACH 5 SPIELTAGEN
Team Sp. Tore Diff. Pkt.
1. Roma 5 14:3 +11 13
2. Inter 5 15:8 +7 13
3. Lazio 5 8:3 +5 13
4. Cagliari 5 5:2 +3 12
5. Milan 5 10:4 +6 11
6. Frosinone 5 9:4 +5 10
7. Juventus 5 8:4 +4 10
8. Como 5 9:6 +3 10
9. Napoli 5 7:6 +1 7
10. Sassuolo 5 9:9 0 7
11. Atalanta 5 5:7 -2 6
12. Lecce 5 5:10 -5 6
13. Udinese 5 8:11 -3 4
14. Torino 5 5:8 -3 4
15. Parma 5 4:7 -3 4
16. Monza 5 8:12 -4 4
17. Fiorentina 5 6:12 -6 4
18. Bologna 5 3:6 -3 2
19. Genoa 5 3:10 -7 1
20. Venezia 5 4:13 -9 0

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert