Forscher untersuchen wichtige Rolle von Immunzellen bei Krebs und Entzündungen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Sonderforschungsbereich/Transregio (TRR) 332 „Neutrophile: Entwicklung, Verhalten und Funktion“ in einer zweiten Förderperiode mit rund 13 Millionen Euro.

Am TRR 332 sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen massgeblich beteiligt. Die Forschenden untersuchen die bislang unterschätzte Vielfalt und Funktion von Neutrophilen – den häufigsten weissen Blutkörperchen. Lange galten diese Immunzellen als kurzlebig und funktionell einheitlich. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Neutrophile zentrale Funktionen bei chronischen Entzündungen, Krebs und der Aufrechterhaltung gesunder Gewebe übernehmen.


Prof. Dr. Jadwiga Jablonska-Koch

In der ersten Förderperiode bündelten Teams der Universität Duisburg-Essen, der Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München gemeinsam mit weiteren Partnerinstituten ihre Expertise aus Immunologie, Tumorbiologie, Infektionsforschung und Bildgebung. Ziel war es, grundlegende Mechanismen der Neutrophilen-Biologie aufzuklären. Dabei konnten neue Erkenntnisse zur Regulation, Aktivierung und krankheitsfördernden Funktion dieser Zellen gewonnen werden. Innovative Bildgebungstechnologien ermöglichten erstmals eine detaillierte Analyse von Neutrophilen im Gewebe.

In der zweiten Förderperiode wird die Forschung auf krankheitsrelevante Modelle übertragen. Im Fokus stehen Erkrankungen von hoher gesellschaftlicher und medizinischer Relevanz wie Gefässentzündungen, Krebs und Infektionen. Ergänzt wird das Programm durch Technologien zur Einzelzell- und Gewebeanalyse sowie durch die neue Graduiertenschule „NeutroTrain“ für Forschende in der frühen Karrierephase.

„Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung und exzellenten Forschungsinfrastruktur leistet der Transregio 332 einen wichtigen Beitrag dazu, Erkenntnisse der Immunbiologie in neue Ansätze für Diagnostik und Therapie zu überführen“, sagt Prof. Dr. Jadwiga Jablonska-Koch, Standortsprecherin des SFB/TRR 332 an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

Neben ihr sind von der Universität Duisburg-Essen Prof. Dr. Daniel Engel, Prof. Dr. Matthias Gunzer, Prof. Dr. Sven Brandau, Prof. Dr. Dirk M. Hermann und Dr. Olga Shevchuk beteiligt. Die Koordination des Sonderforschungsbereichs liegt bei Prof. Dr. Dr. Oliver Söhnlein vom Institut für Experimentelle Pathologie der Universität Münster. Weitere Partner sind die Technische Universität Dresden, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster sowie das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V. in Dortmund.



 

Quelle: Universität Duisburg-Essen
Bildquellen: Bild 1: Angelika Rambold; Bild 2:  Dave Kittel, UDE; Bild 3: Anna Linard Matos