Schweizerische Post mit solidem Ergebnis – steigender Druck im Briefgeschäft
von belmedia Redaktion Allgemein Analysen & Trends Banken businessaktuell.ch Dienstleistungen Digitalisierung Finanzen Geschäftsmodelle der Zukunft Innovation Investments Kommunikation Konjunktur Logistik Management News Schweiz Strategie Supply Chain Unternehmer Wirtschaft
Die Post blickt auf ein solides Geschäftsjahr mit mehr Paketen, wachsender digitaler Nutzung und einem starken Beitrag von PostFinance zurück.
Gleichzeitig belasten sinkende Briefmengen und fixe Kostenstrukturen weiterhin das Ergebnis.
Solide Finanzen, zufriedene Kundinnen und Kunden – steigender Handlungsdruck: Die Post blickt auf ein starkes operatives Geschäft mit steigenden Paketmengen und einer zunehmenden Nutzung der digitalen Post zurück. Auch PostFinance konnte den Geschäftserfolg in einem herausfordernden Zinsumfeld steigern und zu einem soliden Ergebnis der Post beitragen.
Trotzdem bleibt das Betriebsergebnis total mit 332 Millionen Franken unter dem Vorjahr: Die wirtschaftlichen Erträge bleiben durch den rückläufigen Briefmarkt und weitgehend fixen Kostenstrukturen weiter unter Druck, sodass die Post die bestehende Strategie schärfen muss. Überschattet wird der Jahresabschluss vom tragischen Postauto-Unglück in der Freiburger Gemeinde Kerzers, bei dem mehrere Menschen ihr Leben verloren haben und weitere verletzt wurden. Die Post ist tief betroffen, ihre Gedanken sind bei den Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen.
Der Jahresabschluss der Post erfolgt vor dem Hintergrund des tragischen Postauto-Unglücks in der Freiburger Gemeinde Kerzers. Seit Mittwochabend steht fest, dass sich unter den Todesopfern auch der Fahrer des Postautos befindet. Der Verwaltungsrat, die Konzernleitung und die Mitarbeitenden der Schweizerischen Post trauern um ihren Kollegen und sprechen der Familie ihr tiefes Beileid aus.
Die Post steht mit den Angehörigen in Kontakt und unterstützt die laufenden Abklärungen der zuständigen Behörden. Ziel ist es, die Umstände dieses tragischen Vorfalls vollständig aufzuklären. Auch angesichts dieses tragischen Ereignisses erfüllt die Post ihren Auftrag weiter und zeigt damit ihre Resilienz und Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und zieht ihre Jahresbilanz.
Solides Betriebsergebnis in anspruchsvollem Jahr
Trotz eines anspruchsvollen Umfelds erwirtschaftete die Post ein solides Betriebsergebnis von 332 Millionen Franken (-82 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr). Der Konzerngewinn der Post sank um 20 Millionen Franken auf 315 Millionen Franken. Gestützt wurde das Resultat durch den Geschäftserfolg von PostFinance, trotz struktureller Zinsnachteile. „Ohne den Beitrag von PostFinance läge das Betriebsergebnis des Konzerns nahe bei der schwarzen Null. Unsere Rahmenbedingungen haben sich weiter verschärft“, ordnet Konzernleiter Pascal Grieder ein. Alex Glanzmann, Leiter Finanzen, ergänzt: „Weil die Post kontinuierlich an sich gearbeitet hat, ist sie dennoch leistungsfähig geblieben. Die Qualität unserer Dienstleistungen bleibt unverändert hoch.“
Post-App wird weiter ausgebaut
Die Kundennutzung entwickelte sich in vielen Bereichen positiv. Besonders beliebt ist die neue Post-App, die laufend weiterentwickelt wird. 2025 wurden 4,5 Millionen Sendungen digital verschickt, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 60 Prozent. Per Ende 2025 haben 360 000 Privatkundinnen und -kunden den Empfang digitaler Sendungen abonniert, das sind rund 90 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die markante Steigerung verdeutlicht die Relevanz der digitalen Post, die mit dem digitalen Brief und weiteren Angeboten eine sichere digitale Kommunikation ermöglicht.
Ein hohes Kundenvertrauen geniesst die Post auch in der Logistik. Erstmals seit der Pandemie nahm die Zahl der Pakete zu und betrug 186,6 Millionen Sendungen (+3,7 Prozent).
PostFinance erzielte nach IFRS ein Betriebsergebnis von 290 Millionen Franken. Neue digitale Anlage- und Vorsorgelösungen sowie Funktionen im E-Trading sind wichtige Entwicklungen für die Kundinnen und Kunden.
PostAuto verzeichnete mit über 189 Millionen Fahrgästen einen Rekord (+3,3 Prozent).
Rückläufig entwickelten sich wie erwartet der Briefmarkt (1,49 Mrd; -4,2 Prozent adressierte Sendungen) und die Schaltergeschäfte (-9,5 Prozent). Vor allem aufgrund der sinkenden Briefmengen brechen der Post kontinuierlich wichtige Einnahmen weg. Im Brief- und Zeitungsgeschäft betrug der Umsatzrückgang im letzten Jahr 85 Millionen Franken.
Kerngeschäft stärken, Wachstum fokussieren, schneller werden
Um unter finanziellem Druck erfolgreich zu bleiben, wird die Post ihre bestehende Strategie bis 2030 schärfen. Sie stärkt dabei ihr Geschäft der Logistik, Kommunikation, Mobilität sowie Finanzdienstleistungen und setzt primär auf fokussiertes organisches Wachstum in diesen Kernmärkten statt auf Akquisitionen. „Wir machen weniger, dafür mit mehr Fokus und Wirkung.
Wir wollen den Gewinnbeitrag unseres Paketgeschäfts erhöhen, das Wachstum im Anlagegeschäft beschleunigen und sicherstellen, dass die Kundinnen und Kunden künftig die Dienstleistungen der Post häufiger nutzen“, erklärt Pascal Grieder. Mit kundennahen Produkten und Dienstleistungen wird die Post mehr Wert für die täglich 250 000 Kundinnen und Kunden in den Filialen schaffen und ihre hohen Qualitätskriterien weiter erfüllen. Wie bereits angekündigt, will die Post ihr Netz mit rund 2000 Filialen konstant halten und 600 davon selbst betreiben. PostFinance baut ihr Geschäft in den Bereichen Vorsorgen, Zahlen und Anlegen aus und stellt sich im anhaltend anspruchsvollen Zinsumfeld robuster auf.
Für eine finanziell tragfähige Grundversorgung wird die Post auch weiterhin Preismassnahmen ergreifen und wie bisher interne Kosten senken müssen. In den internen Bereichen werden bis 2030 die Abläufe vereinfacht, um schneller zu werden. Die entsprechenden Prozesse laufen aktuell. Zudem zählt die Post auch auf die notwendige Unterstützung der Politik. Einerseits, um mittelfristig einen Dialog zum Umfang der Grundversorgung führen zu können, und andererseits, um die bestehende unternehmerische Freiheit zu wahren.
Quelle: Die Schweizerische Post
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