Nach Penalty-Panne im Derby: GC-Coach Zeidler will Morandi intern zur Rede stellen

Giotto Morandis verschossener Penalty im Zürcher Derby hat beim Grasshopper Club ein Nachspiel. GC-Trainer Peter Zeidler zeigte sich nach dem 2:2 gegen den FC Zürich irritiert darüber, dass der Rückkehrer zum Strafstoss antrat. Der Coach kündigte an, die Situation intern mit Morandi klären zu wollen.

Für den 27-jährigen Tessiner hätte das 295. Zürcher Derby zur grossen Bühne werden können. Stattdessen stand Morandi nach dem Schlusspfiff vor allem wegen einer Szene in der 65. Minute im Mittelpunkt.

Beim Stand von 1:1 erhielt GC einen Penalty. Morandi schnappte sich den Ball, trat an – und setzte seinen Versuch an die Latte.

Zeidler reagiert auffällig deutlich

Der Fehlschuss allein sorgte allerdings nicht für die Irritation bei Peter Zeidler.

Nach der Partie deutete der GC-Trainer an, dass offenbar nicht vorgesehen gewesen war, dass Morandi den Strafstoss ausführt.

«Ich möchte jetzt nichts dazu sagen. Wir werden das intern klären. Wir werden drüber reden», erklärte Zeidler nach dem Derby.

Damit liess der 64-Jährige offen, welche Abmachungen innerhalb der Mannschaft für einen solchen Fall gelten und ob Morandi mit Konsequenzen rechnen muss.

Klar ist jedoch: Die Szene dürfte intern nochmals aufgearbeitet werden.

Morandi hätte GC erstmals in Führung bringen können

Dabei war die Ausgangslage für den Rückkehrer eigentlich perfekt.

Der FC Zürich hatte in der 54. Minute durch Kevin Spadanuda das 1:0 erzielt. Nur vier Minuten später antwortete GC: Samuel Krasniqi traf zum 1:1.

In der 65. Minute bot sich den Grasshoppers dann die grosse Chance, das Derby komplett zu drehen. Nach einem Foul von Spadanuda im Strafraum zeigte der Schiedsrichter auf den Penaltypunkt.

Morandi übernahm die Verantwortung, traf jedoch nur die Latte.

Besonders bitter: Der Mittelfeldspieler war erst rund zehn Minuten zuvor eingewechselt worden und hätte sich bei seinem zweiten Einsatz seit der Rückkehr zu GC sofort als Derbyheld feiern lassen können.

Morandi war früher GC-Penaltyschütze

Ganz überraschend war Morandis Griff zum Ball allerdings nicht.

Vor seinem Wechsel zu Servette gehörte er bei den Grasshoppers zu den gesetzten Penaltyschützen. Im Barrage-Hinspiel gegen den FC Thun im Mai 2024 verwandelte er beispielsweise in der 97. Minute einen enorm wichtigen Strafstoss zum 1:1.

Unter Peter Zeidler gelten inzwischen aber offenbar andere Absprachen.

Morandi war erst im August nach einem Jahr bei Servette zu seinem früheren Klub zurückgekehrt. Der Vertrag des Tessiners bei GC läuft bis zum Ende der Saison 2027/28.

Mehr zur Rückkehr des Offensivspielers gibt es im Beitrag Grasshoppers holen Giotto Morandi zurück.

Pllana rettet GC tief in der Nachspielzeit

Dass der verschossene Penalty nicht noch schwerer ins Gewicht fiel, hatte GC am Ende Bujar Pllana zu verdanken.

Nach Morandis Fehlschuss blieben die Grasshoppers zunächst das aktivere Team. Dennoch schlug der FCZ in der 80. Minute erneut zu. Umeh Emmanuel brachte die Gäste mit 2:1 in Führung.

GC warf danach alles nach vorne.

In der 96. Minute brachte Krasniqi einen Freistoss auf den zweiten Pfosten. Dort stand Pllana frei und köpfte den Ball zum viel umjubelten 2:2 ins Tor.

Damit retteten die Grasshoppers zumindest noch einen Punkt.

Für Morandi dürfte das Derby trotzdem noch nicht abgeschlossen sein. Nach seinem verschossenen Penalty wartet nun das angekündigte interne Gespräch mit Zeidler.

Sportlich geht es für die Grasshoppers am kommenden Samstag auswärts beim FC Thun weiter.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert