Anja Grossmann holt WM-Bronze im Strassenrennen der Juniorinnen

Anja Grossmann gewinnt an der Strassen-WM in Montréal die Bronzemedaille im Strassenrennen der Juniorinnen. Die 17-jährige Schweizerin gehört auf dem anspruchsvollen 80,4-Kilometer-Kurs zur entscheidenden Spitzengruppe und muss sich im Sprint um den WM-Titel nur der Spanierin Alejandra Neira und der Italienerin Matilde Rossignoli geschlagen geben.

Grossmann fährt ein offensives Rennen und setzt sich in der entscheidenden Phase gemeinsam mit Neira und Rossignoli vom Feld ab. Kurz vor dem Ziel schliessen Zeitfahr-Weltmeisterin Maria Okrucińska aus Polen und die Niederländerin Mirthe Mons nochmals auf, womit fünf Fahrerinnen um die Medaillen kämpfen. Im Sprint wartet Neira lange und setzt sich schliesslich vor Rossignoli und Grossmann durch.

Für die Schweizerin ist Bronze eine besonders starke Reaktion auf die hauchdünne Enttäuschung im Einzelzeitfahren. Dort hatte Grossmann den dritten Platz lediglich um sieben Hundertstelsekunden verpasst. Nun belohnt sie sich im Strassenrennen doch noch mit einer WM-Medaille und bestätigt damit ihre Stellung als eines der grössten Schweizer Nachwuchstalente im Radsport.

Grossmann prägt die entscheidende Rennphase

Das Juniorinnenrennen führt über 80,4 Kilometer und sechs Runden auf dem anspruchsvollen WM-Kurs in Montréal. Die zahlreichen Anstiege sorgen dafür, dass das Feld im Verlauf des Rennens immer kleiner wird.

Die Entscheidung beginnt auf der letzten Runde. Grossmann greift gemeinsam mit Alejandra Neira und Matilde Rossignoli an. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel verfügt das Trio über ungefähr 20 Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolgerinnen.

Dahinter geben Maria Okrucińska und Mirthe Mons allerdings nicht auf. Weil das Spitzentrio in der Schlussphase nicht mehr konsequent zusammenarbeitet, können die beiden Verfolgerinnen wieder aufschliessen.

Damit gehen fünf Fahrerinnen gemeinsam in die letzten Kilometer. Die Medaillen werden im Sprint vergeben.

Neira mit dem stärksten Antritt

Okrucińska eröffnet den Sprint früh, danach übernimmt Rossignoli die Spitze. Neira wartet dagegen bis ungefähr 150 Meter vor dem Ziel und beschleunigt dann entscheidend.

Die Spanierin gewinnt in 2:21:00 Stunden und sichert sich das Regenbogentrikot. Rossignoli wird zeitgleich Zweite, Grossmann ebenfalls zeitgleich Dritte.

Okrucińska erreicht das Ziel vier Sekunden hinter der Siegerin auf Rang vier. Mons folgt mit fünf Sekunden Rückstand auf Platz fünf.

Für Grossmann bedeutet das Resultat zugleich eine weitere internationale Bestätigung. Bereits an der WM 2025 hatte die Schweizerin im Strassenrennen der Juniorinnen Bronze gewonnen. Nun steht sie erneut auf dem WM-Podest.

Von sieben Hundertsteln zur Bronzemedaille

Nur wenige Tage zuvor war Grossmann in Montréal noch denkbar knapp an einer Medaille vorbeigefahren. Im Einzelzeitfahren über 10,7 Kilometer belegte sie Rang vier. Auf die britische Bronzemedaillengewinnerin Aalia Clay fehlten lediglich 0,07 Sekunden.

Den ausführlichen Bericht zu diesem Rennen gibt es hier: Grossmann verpasst WM-Bronze um sieben Hundertstel.

Im Strassenrennen dreht die Schweizer Juniorenmeisterin den Spiess um. Grossmann übernimmt selbst Verantwortung, fährt in der entscheidenden Rennphase offensiv und bleibt bis zum letzten Sprint im Kampf um das Regenbogentrikot.

Die 17-Jährige hat damit innerhalb weniger Tage sowohl im Zeitfahren als auch im Strassenrennen gezeigt, dass sie zur internationalen Spitze ihres Jahrgangs gehört.

🏆 GROSSMANNS STARKE WM-BILANZ

  • Strassenrennen: Rang 3 und Bronzemedaille über 80,4 Kilometer.
  • Einzelzeitfahren: Rang 4 – lediglich 0,07 Sekunden fehlten zu Bronze.
  • Grossmann gewann bereits 2025 WM-Bronze im Strassenrennen der Juniorinnen.
  • 2026 wurde sie Schweizer Juniorinnen-Meisterin sowohl im Strassenrennen als auch im Einzelzeitfahren.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert