Kanton Wallis: Polizei stoppt Raser und deckt AdBlue-Manipulationen auf

Im Juni registrierte die Kantonspolizei Wallis neun neue Raserdelikte.

Bei Kontrollen wurden zudem ein Fall von Kabotage sowie drei Fälle von AdBlue-Betrug festgestellt. Damit bekräftigt die Polizei ihren Willen, konsequent gegen schwere Verstösse im Walliser Strassenverkehr vorzugehen und die geltenden gesetzlichen Bestimmungen durchzusetzen.

Raserdelikte

Oberwallis:

  • Am Samstag, 6. Juni 2026, kurz vor 11.30 Uhr, war ein 58-jähriger französischer Motorradfahrer auf der Nufenenpassstrasse in Ulrichen unterwegs. Er wurde mit einer Geschwindigkeit von 155 km/h statt der auf diesem Streckenabschnitt erlaubten 80 km/h gemessen.
  • Am Sonntag, 7. Juni 2026, kurz nach 15.30 Uhr, wurde auf demselben Abschnitt ein 30-jähriger Schweizer Motorradfahrer mit 144 km/h gemessen.
  • Am Sonntag, 14. Juni 2026, kurz vor 17 Uhr, wurde ein 28-jähriger spanischer Automobilist auf der Grimselstrasse in Oberwald mit 144 km/h statt der erlaubten 80 km/h registriert.
  • Am Dienstag, 16. Juni 2026, gegen 16.15 Uhr, wurde ein 21-jähriger norwegischer Fahrzeuglenker ebenfalls auf der Grimselstrasse mit 144 km/h gemessen.
  • Am Dienstag, 23. Juni 2026, kurz nach 14 Uhr, wurde ein 44-jähriger polnischer Automobilist auf derselben Strecke in Oberwald mit 152 km/h kontrolliert.

Mittelwallis:

Am Sonntag, 21. Juni 2026, kurz vor 23.30 Uhr, wurde ein 56-jähriger französischer Fahrzeuglenker auf der Route du Simplon in Ardon mit 120 km/h statt der erlaubten 50 km/h registriert.

Unterwallis:

  • Am Sonntag, 7. Juni 2026, kurz vor 16 Uhr, wurde eine 67-jährige französische Automobilistin auf der Route de la Forclaz in Trient mit 128 km/h statt der erlaubten 60 km/h registriert.
  • Kurz darauf wurde bei derselben Kontrolle ein 41-jähriger französischer Automobilist mit 129 km/h gemessen.
  • Am Sonntag, 28. Juni 2026, kurz nach 20.30 Uhr, wurde ein 35-jähriger portugiesischer Fahrzeuglenker auf der Route du Grand-Saint-Bernard bei Le Borgeaud mit 156 km/h statt der erlaubten 80 km/h kontrolliert.
  • Neben den ausgesprochenen Fahrverboten und den vor Ort eingezogenen Führerausweisen mussten mehrere Fahrzeuglenkende Bussengarantien in Höhe von mehreren tausend Franken hinterlegen. Die Betroffenen wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt sowie bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Entsprechende Verfahren wurden eröffnet.
  • Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 22 Raserdelikte registriert.

Kabotage und AdBlue-Betrug

St-Maurice:

  • Am Dienstag, 2. Juni 2026, kurz vor 9 Uhr, kontrollierten die auf die Überwachung des nationalen und internationalen Schwerverkehrs spezialisierten Einsatzkräfte in St-Maurice einen in Frankreich immatrikulierten Lieferwagen.
  • Die Kontrolle ergab, dass der 34-jährige französische Lenker einen innerstaatlichen Warentransport in der Schweiz durchführte. Zudem wurde eine Überladung des Gesamtgewichts von rund 60 Prozent festgestellt.
  • Am Mittwoch, 24. Juni 2026, kurz vor 14 Uhr, wurde ein in Polen immatrikulierter Sattelschlepper kontrolliert, der von Lausanne in Richtung Martinach unterwegs war. Am Steuer sass ein 51-jähriger ukrainischer Lenker.
  • Das Fahrzeug wurde zum Kontrollzentrum in St-Maurice umgeleitet. Bei der eingehenden technischen Kontrolle wurde eine Softwaremanipulation am Motorsteuergerät festgestellt, mit der das AdBlue-System deaktiviert worden war.
  • Am Freitag, 26. Juni 2026, kurz nach 6.30 Uhr, wurde auf der Autobahn A9 bei St-Maurice ein in Frankreich immatrikulierter Sattelzug kontrolliert. Der 38-jährige französische Lenker wurde zum Kompetenzzentrum für den Schwerverkehr eskortiert.
  • Bei der technischen Kontrolle stellte sich heraus, dass ein AdBlue-Emulator parallel an den Stromkreis des Fahrzeugs angeschlossen war und dadurch das Abgasreinigungssystem ausser Betrieb setzte.

Gondo:

Am Mittwochnachmittag, 10. Juni 2026, wurde auf der Simplonpassstrasse in Gondo ein in Polen immatrikulierter Lieferwagen durch Mitarbeitende des Kompetenzzentrums für Schwerverkehr Simplon einer vertieften Kontrolle unterzogen.

Die technischen Überprüfungen ergaben, dass das Abgasreinigungssystem (AdBlue) durch Änderungen an der Fahrzeugsoftware deaktiviert worden war. Diese Manipulation verhinderte das ordnungsgemässe Funktionieren des Systems zur Reduktion von Schadstoffemissionen und ermöglichte es dem Fahrzeug, die geltenden Umweltvorschriften zu umgehen. Am Steuer befand sich ein 41-jähriger polnischer Staatsangehöriger.

Sämtliche Fahrzeuglenker sowie die verantwortlichen Unternehmen wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt angezeigt. Die Gesamtsumme der ausgesprochenen Bussen beläuft sich auf rund 30’000 Franken. Zudem mussten die Betroffenen ihre Fahrzeuge vor der Weiterfahrt wieder in den vorschriftsgemässen Zustand versetzen.

 

Quelle: Kantonspolizei Wallis
Bildquelle: Kantonspolizei Wallis