Gefässerweiterung als Schlüssel: Östrogen bewahrt Frauen vor hohem Blutdruck

Das Hormon Östrogen bewahrt Frauen von einem zu hohen Blutdruck, wie Forscher der University of Waterloo um Anita Layton ermittelt haben. Die Fähigkeit des Hormons, die Blutgefässe zu entspannen und zu erweitern, also die Gefässerweiterung, ist der Schlüsselfaktor. Mit diesem Wissen lassen sich künftig wirksamere Behandlungsmöglichkeiten für Frauen nach den Wechseljahren entwickeln, da dann die Östrogenwerte natürlich abnehmen. Details sind in „Math Biosci“ nachzulesen.

Mittels eines mathematischen Modells der Herz-Kreislauf- und Nierensysteme hat das Team identifiziert, welche der vielen Auswirkungen von Östrogen die wichtigste Rolle spielt. Hierfür wurde jahrelang an einem mathematischen Modell der Nieren von Frauen und des Herz-Kreislauf-Systems gearbeitet. Dieses ermöglicht mehr Flexibilität und Präzision als bei Tests mit menschlichen Teilnehmern im Labor, heisst es.

„Wir können eine Wirkung aktivieren, dann eine andere und sehen dabei genau, wie sie sich auf den Körper auswirken“, unterstreicht Forschungsleiterin Layton. Dieses innovative Modell basiere auf vorhandenen Labordaten und seine Ergebnisse würden laufend durch den Vergleich mit Beobachtungen aus der realen Welt verglichen.

Modell erkennt Wirksamkeit

Bei zwei bekannten Medikamenten zur Senkung von Bluthochdruck hat das Modell vorhergesagt, dass Angiotensin-Rezeptor-Blocker bei der Behandlung von Frauen wirksamer sind als Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer. Dies werde auch nach dem Rückgang der Hormonwerte nach den Wechseljahren der Fall sein. Laut Layton ist die Gesundheit von Frauen, vor allem Älterer, zu lange von der Medizin übersehen worden. Es gehe hier um die Gleichstellung der Geschlechter.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © Photoroyalty/Shutterstock.com