Kanton Genf: Kriminalität sinkt im Jahr 2025 – mehr Gewalt, weniger Cybercrime
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„Die Kriminalität in Genf ist 2025 rückläufig.
Die neuesten Zahlen zeigen eine deutliche Verbesserung, wobei einige Rückgänge über dem nationalen Durchschnitt liegen.
Der Kanton verzeichnete 50.020 Straftaten nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuch (SPC), verglichen mit 52.146 im Jahr 2024, was einem Rückgang von 4 % entspricht (CH: -2 %). Dieser Trend ist vor allem auf einen Rückgang der Eigentumsdelikte zurückzuführen, die von 39.504 auf 36.844 Fälle sanken, ein Rückgang von 7 % (CH: -4 %). Sexualdelikte, die 2024 stark angestiegen waren (GE: +19 %; CH: +10 %), sind hingegen 2025 um 6 % gesunken und stehen damit entgegen dem nationalen Trend (+6 %). Auch Verstösse gegen das Bundesgesetz über Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen (LStup) und das Ausländer- und Integrationsgesetz (LEI) weisen einen rückläufigen Trend auf. Die Zahl der Drogendelikte sank um 11 % auf 4.016 Fälle gegenüber 4.527 im Jahr 2024 (CH: -8 %). Auch die Verstösse gegen das US-Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetz (IRPA) gingen um 8 % zurück und erreichten 9.046 Fälle gegenüber 9.879 im Vorjahr (CH: -5 %). Dieses insgesamt positive Bild birgt jedoch einige besorgniserregende Bereiche. Straftaten gegen Leib und Leben nahmen um 7 % zu (CH: +2 %), ein Anstieg, der vor allem auf leichte Körperverletzung zurückzuführen ist, während schwere Körperverletzung zurückging (-7 %).
Vermögen: ein allgemeiner Rückgang von 7 %, bedingt durch einen Rückgang von Raubüberfällen und Betrügereien
Insgesamt wird für 2025 mit einem Rückgang der Eigentumsdelikte gerechnet. Bei Betrugsfällen wird ein Rückgang um 11 % erwartet, von 3.156 auf 2.804 Fälle (CH: -5 %).
Die Zahl der Raubüberfälle ist stark gesunken: Im Jahr 2025 wurden 218 Fälle registriert, im Vergleich zu 274 im Jahr 2024. Dies entspricht einem Rückgang von 20 %, nachdem im Vorjahr ein sehr starker Anstieg zu verzeichnen war (GE: +68 %).
Diese Verbesserung betrifft jedoch nicht alle Formen von Sachbeschädigung. Einbrüche nahmen um 7 % zu, von 3.196 auf 3.410 Fälle (CH: +1 %). Dieser Anstieg betraf vor allem Keller in Mehrfamilienhäusern (+65 %, 668 Fälle), während Einbrüche in Villen zurückgingen.
Einbrüche, Wohnungseinbrüche und Raubüberfälle: unterschiedliche Phänomene
Ein Einbruch ist ein Diebstahl, der durch Aufbrechen und Eindringen oder heimliches Eindringen begangen wird, in der Regel in Abwesenheit der Bewohner.
Homejacking, ein Delikt, das unter Raub im Sinne von Artikel 140 des Strafgesetzbuches fällt, bezeichnet dagegen das gewaltsame Eindringen in eine bewohnte Wohnung unter Anwendung von Drohungen oder Nötigung.
Im Jahr 2025 wurden in Genf 18 Fälle von Wohnungseinbrüchen registriert, im Vergleich zu 15 im Jahr 2024.
Fahrzeugdiebstähle sind um 12 % gesunken, wobei je nach Kategorie unterschiedliche Trends zu beobachten sind.
In Genf gingen die Fahrzeugdiebstähle um 12 % zurück, von 7.143 auf 6.278 Fälle (CH: -5 %).
Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf einen Rückgang der Fahrraddiebstähle (DE: -15 %; CH: -8 %) und der Diebstähle von Elektromopeds (DE: -21 %; CH: -3 %) zurückzuführen. Bei Letzteren handelt es sich um den ersten Rückgang seit mehreren Jahren.
Gleichzeitig stiegen die Autodiebstähle um 12 % (CH: +6 %) und die Motorraddiebstähle um 7 % (CH: +2 %).
Sexualdelikte: Rückgang nach dem starken Anstieg im Jahr 2024
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2024 wird für 2025 ein Rückgang der Sexualdelikte um 6 % prognostiziert, von 632 auf 592 Fälle. Der nationale Trend verläuft in die entgegengesetzte Richtung, mit einem Anstieg um 6 % in der Schweiz.
Die Zahl der Vergewaltigungsfälle sank um 8 % von 142 auf 131. Auch die Fälle von sexueller Nötigung und sexueller Belästigung gingen zurück, von 97 auf 77 (-21 %). Die Fälle von Pornografie stiegen hingegen leicht an, von 129 auf 135 (+5 %).
Die Aufklärungsquote bei allen Sexualdelikten liegt bei nahezu 88 %. In 47 % der Vergewaltigungsfälle besteht zwischen Opfer und Täter eine Partnerschaft, eine ehemalige Partnerschaft oder eine familiäre Beziehung. In 37 % der Fälle liegt eine andere Art von Beziehung vor, während in 16 % der Fälle keine vorherige Verbindung zwischen den Beteiligten bestand.
Körperliche Gewalt nimmt wieder zu, vor allem aufgrund einfacher körperlicher Verletzungen.
Die Zahl der Straftaten gegen Leben und körperliche Unversehrtheit stieg von 2.140 auf 2.291 Fälle, was einem Anstieg von 7 % in Genf entspricht (CH: +2 %).
Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Zunahme einfacher Körperverletzungen zurückzuführen, deren Zahl von 923 auf 1.012 Fälle (+10%) gestiegen ist.
Die Zahl schwerer Körperverletzungen sank von 56 auf 52 Fälle (-7 %). Die Zahl der versuchten Tötungsdelikte blieb mit 53 Fällen, darunter drei vollendete Tötungsdelikte, stabil.
Häusliche Gewalt: Eine symbolische Schwelle überschritten
Häusliche Gewalt bleibt auf einem besorgniserregenden Niveau. Im Jahr 2025 überstieg die Zahl der Straftaten in Genf 2.000, wobei 2.008 Fälle registriert wurden, was einem Anstieg von 4 % entspricht (CH: +4 %).
Cyberkriminalität: ein Rückgang um 27 %, deutlich über dem nationalen Durchschnitt.
Bis 2025 wird in Genf mit einem deutlichen Rückgang der Cyberkriminalität gerechnet. Die Zahl der Straftaten sinkt von 4.082 auf 2.963 Fälle, ein signifikanter Rückgang um 27 % (CH: -2 %).
Der Rückgang betrifft insbesondere Wirtschaftskriminalität im Internet, die von 3.869 auf 2.756 Fälle (-29 %) sank, sowie Cyberbetrug, der um 36 % zurückging. Auch Reputationsschäden im Internet und unlautere Geschäftspraktiken gingen um 17 % zurück.
Die Zahl der Phishing-Fälle stieg jedoch um 33 % (CH: +25 %). Trotz des Rückgangs des Gesamtvolumens der Straftaten belief sich der Gesamtschaden im Jahr 2025 auf 29 Millionen Franken, verglichen mit 22 Millionen im Jahr 2024. Der Medianschaden betrug 900 Franken, gegenüber 400 Franken im Vorjahr.
Eine hochmobilisierte Polizeitruppe
Diese Ergebnisse spiegeln ein besonders hohes operatives Engagement der Genfer Kantonspolizei wider. Die Einsatzkräfte reagierten mit unermüdlichem Einsatz und begegneten den Herausforderungen mit Entschlossenheit. Im Jahr 2025 bearbeitete die Zentrale Notrufzentrale (CECAL) 208.615 Anrufe.
Die Kantonspolizei bearbeitete 85.288 Anfragen – die höchste Zahl seit 2012 –, während die Gemeindepolizei 4.932 Einsätze durchführte. Darüber hinaus wurden 5.487 Fälle an die Staatsanwaltschaft oder das Jugendgericht weitergeleitet.
Die Polizei sicherte auch zahlreiche öffentliche Veranstaltungen. Insgesamt wurden im Jahr 2025 4.189 Anträge auf Demonstrationen geprüft. Davon führten 1.539 zu einer Vorabbenachrichtigung an das Ministerium für Institutionen und Digitales, und bei 362 Veranstaltungen war ein Polizeieinsatz erforderlich.
Drogenkontrolle und Prävention
Vor Ort wurden 1.693 drogenbezogene Einsätze durchgeführt, die Hälfte davon betraf Crack-Kokain. Die Bekämpfung des Strassenhandels mit Drogen beanspruchte 29.326 Polizeistunden.
Parallel dazu wurden Präventionsmassnahmen für alle Altersgruppen durchgeführt, persönlich, online und per Post.
Quelle: Kantonspolizei Genf
Bildquelle: Kantonspolizei Genf (bearbeitet mit KI)