(Degersheim SG). Die langen, teilweise mit grossen Neigungen versehenen Hauptverbindungsstrassen im Unterhalt der Gemeinde, stellen hohe Anforderungen an das entsprechende Winterdienstfahrzeug.
Nachdem der dafür bis anhin im Einsatz stehende Unimog ausgemustert werden musste, hat sich die Gemeinde für eine Mietlösung entschieden. Neu wird jeweils für die Wintermonate ein Traktor gemietet. Aufgrund seiner Bedingungen die er erfüllen muss, ein eindrückliches Gefährt.
Polizei.news | Kanton St.Gallen | Täglich aktuell
Das Wichtigste auf einen Blick
- Gemeinde: Degersheim im Kanton St.Gallen.
- Neuerung: Grosstraktor ersetzt bisherigen Unimog im Winterdienst.
- Fahrzeug: John Deere 6R250 für den Winter 2026/2027.
- Beschaffung: Miete statt Kauf eines neuen Winterdienstfahrzeugs.
- Mietdauer: Jeweils fünf Wintermonate.
- Vertrag: John Deere 6R185 oder vergleichbarer Traktor für die kommenden Jahre.
- Einsatzgebiet: Hauptverbindungsstrassen der Gemeinde.
- Beispiele: Buebentalstrasse und Hauptstrasse in Wolfertswil.
- Besondere Anforderungen: Lange Strassen mit teilweise starken Steigungen und grossen Schneemengen.
- Vorteile: Tiefere Kosten, bessere Fahrzeugauslastung und höhere Flexibilität.
- Personal: Alle Mitarbeitenden des Werkhof-Teams dürfen den Traktor lenken.
- Auslieferung: Ende Oktober 2026.
Für eine speditive und gute Schneeräumung auf den Gemeindeverbindungstrassen, wie z.B. die Buebentalstrasse oder die Hauptstrasse in Wolfertswil, ist die Gemeinde auf ein kräftiges und schweres Fahrzeug angewiesen. Herkömmliche Kommunalfahrzeuge sind nicht in der Lage den grossen Pflug zu schieben und die entsprechend grossen Schneemassen von der Strasse zu bringen. Zu diesem Zweck hatte die Gemeinde bis anhin einen Unimog in ihrem Fuhrpark. Dieses Fahrzeug gilt als Lastwagen und kann nur von Personen gelenkt werden, die über einen entsprechenden Ausweis verfügen. Zudem hat der Werkhof ausserhalb des Winterdienstes keine Arbeiten zu verrichten, für welche der Unimog geeignet oder nötig wäre. Folglich stand der Unimog jeweils mehr in der Garage als im Einsatz. Hohe Unterhaltskosten verursachte er dennoch.
Als es den Unimog zu ersetzen galt, hat sich der Gemeinderat gegen eine Neubeschaffung und stattdessen für eine Mietlösung entschieden. Vertraglich hat er abgesichert, dass in den kommenden Jahren für die fünf Wintermonate ein John Deere 6R185 oder ähnlich gemietet werden kann. Diese Traktoren, werden im Sommer jeweils von Lohnunternehmen gemietet, haben aber im Winter in der Regel keine Verwendung. Entsprechend sind die Konditionen für die Gemeinde attraktiv, das Modell des Traktors kann aber jährlich variieren.
Der Gemeinderat sieht in dieser Mietlösung verschiedene Vorteile. Er ist überzeugt, dass die Kosten gegenüber einer Neubeschaffung deutlich tiefer sind. Zudem erachtet er es als nachhaltiger, wenn ein Fahrzeug über seine Lebensdauer hinweg gut genutzt wird. Auch im Betrieb sind Vorteile zu erwarten. So ist die Übersichtlichkeit deutlich besser, es ist keine Schwerverkehrsabgabe zu entrichten und alle Mitarbeitenden des Werkhof-Teams haben die Berechtigung das Fahrzeug zu lenken.
Ende Oktober wurde nun das diesjährige Mitfahrzeug ausgeliefert. Es handelt sich dabei um einen John Deere 6R250, welches mit seiner Wuchtigkeit sofort ins Auge sticht.
Quelle: Gemeinde Degersheim
Bildquelle: Gemeinde Degersheim
Polizei.news informiert | Winterdienst in der Schweiz
Schnee, Eis und steile Strassen: Winterdienst in Schweizer Gemeinden
Wenn im Winter grosse Schneemengen fallen, beginnt für die Werkhöfe der Schweizer Gemeinden eine anspruchsvolle Arbeit. Strassen müssen geräumt, gefährliche Glättestellen behandelt und wichtige Verkehrsverbindungen möglichst rasch wieder befahrbar gemacht werden. Besonders in ländlichen und hügeligen Regionen stellen steile Strassen, enge Kurven und grosse Schneemengen hohe Anforderungen an Personal und Maschinen. Moderne Traktoren, Lastwagen und Kommunalfahrzeuge übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend ist nicht allein die Motorleistung, sondern das Zusammenspiel von Fahrzeuggewicht, Bereifung, Schneepflug und sicheren Arbeitsabläufen.
1. Warum Schneeräumung an steilen Strassen besonders schwierig ist
An Strassen mit starken Steigungen müssen Winterdienstfahrzeuge nicht nur ihr eigenes Gewicht bewegen, sondern gleichzeitig grosse Schneemengen zur Seite schieben. Dabei entstehen erhebliche Widerstände am Schneepflug. Bei nassem und schwerem Schnee steigt die Belastung zusätzlich. Eine ausreichende Motorleistung ist deshalb wichtig, reicht allein aber nicht aus. Entscheidend sind auch das Fahrzeuggewicht, die Traktion, die Gewichtsverteilung und eine geeignete Bereifung. Auf vereisten oder besonders steilen Abschnitten können Schneeketten erforderlich sein. Ebenso wichtig ist eine angepasste Fahrweise, damit das Fahrzeug trotz der hohen Belastung kontrollierbar bleibt.
2. Warum grosse Traktoren für den Winterdienst geeignet sein können
Leistungsfähige landwirtschaftliche Traktoren verfügen häufig über Allradantrieb, eine hohe Zugkraft und hydraulische Systeme für den Betrieb grosser Anbaugeräte. Dadurch eignen sich bestimmte Modelle auch für schwere Schneeräumarbeiten. Besonders auf längeren Gemeindestrassen können sie mit entsprechend dimensionierten Schneepflügen eingesetzt werden. Allerdings muss die gesamte Kombination für den vorgesehenen Einsatz geeignet und rechtlich zugelassen sein. Auch Achslasten, Beleuchtung, Fahrzeugabmessungen und die sichere Befestigung des Räumgeräts müssen berücksichtigt werden. Nicht jeder landwirtschaftliche Traktor darf ohne Weiteres für einen gewerblichen oder kommunalen Winterdienst verwendet werden.
3. Weshalb Gemeinden Fahrzeuge für den Winter mieten
Ein schweres Winterdienstfahrzeug verursacht auch dann Kosten, wenn es nicht im Einsatz steht. Dazu gehören Anschaffung, Unterhalt, Reparaturen, Versicherung und die Bereitstellung eines geeigneten Abstellplatzes. Gerade in Regionen mit stark schwankenden Schneemengen kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, Maschinen nur während der Wintermonate zu mieten. Landwirtschaftliche Lohnunternehmen nutzen leistungsstarke Traktoren häufig vor allem während der Vegetations- und Erntezeit. Im Winter stehen gewisse Maschinen weniger im Einsatz. Eine saisonale Vermietung kann deshalb sowohl für Gemeinden als auch für Fahrzeughalter interessant sein. Welche Lösung günstiger ist, hängt allerdings von den konkreten Vertrags- und Betriebskosten ab.
4. Räumen, salzen oder splitten: Was ist der Unterschied?
Beim Winterdienst werden verschiedene Verfahren eingesetzt. Die mechanische Schneeräumung entfernt Schnee mit Pflügen oder anderen Räumgeräten von der Fahrbahn. Auftaumittel wie Streusalz werden verwendet, um Eisbildung zu verhindern oder vorhandene Glätte zu bekämpfen. Splitt und andere abstumpfende Materialien verbessern dagegen vor allem die Griffigkeit, ohne das Eis selbst zu schmelzen. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Temperatur, dem Wetter, der Strassenart und den örtlichen Anforderungen ab. Der Einsatz von Streumitteln soll gezielt und unter Berücksichtigung der Umweltbelastung erfolgen.
5. Warum nicht jede Gemeindestrasse gleichzeitig geräumt wird
Der Winterdienst muss mit den vorhandenen Fahrzeugen und Mitarbeitenden organisiert werden. Deshalb legen Gemeinden in der Regel Prioritäten und Räumrouten fest. Wichtige Hauptverbindungen, Zufahrten zu öffentlichen Einrichtungen und stark beanspruchte Verkehrsachsen können dabei vorrangig behandelt werden. Kleinere Nebenstrassen und weniger stark frequentierte Wege werden unter Umständen später geräumt. Eine gesetzliche Pflicht, sämtliche Strassen jederzeit vollständig schnee- und eisfrei zu halten, besteht nicht. Umfang und Zeitpunkt der Massnahmen richten sich nach den örtlichen Verhältnissen, den geltenden Vorschriften und dem zumutbaren Aufwand.
6. Schneepflüge brauchen deutlich mehr Platz als andere Fahrzeuge
Ein breiter Schneepflug kann seitlich über das eigentliche Trägerfahrzeug hinausragen. Dazu kommt der Schnee, der während der Räumung zur Seite geschoben wird. Gerade auf schmalen Strassen benötigen Winterdienstfahrzeuge deshalb ausreichend Raum. Begegnungen mit anderen Fahrzeugen können schwierig sein. Autofahrende sollten frühzeitig Geschwindigkeit reduzieren, genügend Abstand halten und bei Bedarf an einer geeigneten Stelle warten. Ein Schneepflug darf nicht zu riskanten Ausweichmanövern gezwungen werden. Auch parkierte Fahrzeuge können die Räumarbeiten erheblich behindern.
7. Schneeräumung mit landwirtschaftlichen Traktoren: Was rechtlich gilt
In der Schweiz gelten für landwirtschaftliche und gewerblich eingesetzte Traktoren unterschiedliche Zulassungs- und Verwendungsvorschriften. Landwirtschaftlich eingelöste Fahrzeuge mit grünem Kontrollschild dürfen grundsätzlich für landwirtschaftliche Fahrten verwendet werden. Für Schneeräumarbeiten auf öffentlichen Strassen im Auftrag einer Gemeinde ist dagegen eine gewerbliche Zulassung oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahmebewilligung erforderlich. Zusätzlich müssen die für Fahrzeug und Einsatz geltenden Führerausweiskategorien, Versicherungsanforderungen und technischen Vorschriften eingehalten werden. Vor einem kommunalen Winterdiensteinsatz sollten diese Punkte deshalb sorgfältig geklärt werden.
8. Wer ist für die Schneeräumung verantwortlich?
Für den Winterdienst auf öffentlichen Strassen sind grundsätzlich die zuständigen Gemeinwesen verantwortlich. Auf Nationalstrassen liegt diese Aufgabe beim Bund beziehungsweise bei den beauftragten Gebietseinheiten. Für Kantons- und Gemeindestrassen gelten die jeweiligen kantonalen und kommunalen Zuständigkeiten. Auf Privatgrundstücken und privaten Zugangswegen können dagegen die Eigentümerinnen und Eigentümer verantwortlich sein. Die genauen Pflichten sind von den geltenden Vorschriften und den örtlichen Verhältnissen abhängig. Auch bei einem organisierten Winterdienst müssen Verkehrsteilnehmende ihre Geschwindigkeit und ihr Verhalten stets den Strassenverhältnissen anpassen.
Gut zu wissen: Auf Schweizer Autobahnen wird grundsätzlich ein besonders hoher Winterdienststandard angestrebt. Dabei sollen Schnee und Eis möglichst vollständig von der Fahrbahn entfernt werden. Auf kleineren Gemeinde- und Nebenstrassen können dagegen andere Prioritäten und Räumverfahren gelten. Auch eine bereits geräumte Strasse kann bei anhaltendem Schneefall, gefrierendem Regen oder tiefen Temperaturen innerhalb kurzer Zeit erneut glatt werden. Eine Räumung garantiert deshalb nicht jederzeit eine vollständig sichere Fahrbahn.
Praktischer Tipp: Wenn ein grosser Schneepflug entgegenkommt, reduzieren Sie frühzeitig die Geschwindigkeit und halten Sie möglichst viel Abstand. Auf schmalen Strassen ist es oft sinnvoller, an einer sicheren Ausweichstelle zu warten, statt das Winterdienstfahrzeug unter Zeitdruck passieren zu wollen. Parkieren Sie bei Schneefall so, dass Räumfahrzeuge genügend Platz haben. Entfernen Sie Schnee von privaten Zufahrten möglichst so, dass er nicht wieder auf die geräumte Fahrbahn gelangt. Diese einfachen Massnahmen erleichtern den Winterdienst und verbessern die Sicherheit für alle.
Weitere Informationen: Aktuelle Meldungen zu winterlichen Strassenverhältnissen, Schneeräumungen und Verkehrsbehinderungen finden Sie bei Verkehrsmeldungen Schweiz und auf Polizeinews Prävention.
Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion