Flaschen, Steine und Barrikaden: Polizist bei Ausschreitungen vor Club verletzt

(Bern BE). In der Nacht auf Samstag ist es im Bereich eines Clubs in Bern zu Ausschreitungen gekommen.

Einsatzkräfte der Kantonspolizei Bern wurden wiederholt mit Gegenständen angegriffen. Es mussten Zwangsmittel eingesetzt werden. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Ermittlungen sind im Gang.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ort: Club an der Stauffacherstrasse in Bern.
  • Zeitpunkt: Samstag, 31. Oktober 2026, ab kurz nach 00.30 Uhr.
  • Auslöser des Einsatzes: Ruhestörungen und Sachbeschädigungen im Club.
  • Räumung: Die Polizei räumte das Lokal in Absprache mit dem Veranstalter.
  • Angriffe: Einsatzkräfte wurden mit Glasflaschen und Steinen beworfen.
  • Polizeiliche Mittel: Reizstoff, Tränengas, Pfefferspray und Gummischrot.
  • Verletzter: Ein Polizist wurde von einem Gegenstand getroffen und leicht verletzt.
  • Barrikaden: Müllcontainer, Armierungseisen und Holzpaletten blockierten die Strasse.
  • Auflösung: Barrikaden und Menschenansammlung waren kurz nach 2.30 Uhr beseitigt.
  • Strassensperrung: Rund zwei Stunden.
  • Rettungsdienst: Zwei Veranstaltungsteilnehmende wegen übermässigen Alkoholkonsums ins Spital gebracht.
  • Weitere Schritte: Die Kantonspolizei Bern ermittelt.

Polizei wegen Ruhestörungen und Sachbeschädigungen alarmiert

Am Samstag, 31. Oktober 2026, ging bei der Kantonspolizei Bern kurz nach 00.30 Uhr die Meldung ein, dass es im Bereich eines Clubs an der Stauffacherstrasse in Bern zu Ruhestörungen und Sachbeschädigungen im Innern des Lokals gekommen sei. Aufgrund der ausser Kontrolle geratenen Situation sah sich der Veranstalter veranlasst, Unterstützung anzufordern.

Polizist leicht verletzt

Die ausgerückten Einsatzkräfte wiesen die Veranstaltungsteilnehmenden mehrfach an, das Lokal zu verlassen. Nachdem ein Grossteil der Anwesenden den Aufforderungen nicht nachgekommen war, wurde der Club aus Sicherheitsgründen und in Absprache mit dem Veranstalter durch die Einsatzkräfte geräumt. Da der Eingangsbereich durch mehrere Personen blockiert wurde, musste vorübergehend Reizstoff eingesetzt werden.

Vor dem Club kam es in der Folge zu Angriffen der Veranstaltungsteilnehmenden auf die Einsatzkräfte der Kantonspolizei Bern. Aus der Menschenmenge heraus wurden diese mit Glasflaschen und Steinen beworfen. Zur Durchsetzung polizeilicher Massnahmen mussten die Einsatzkräfte mehrfach Zwangsmittel einsetzen, darunter Tränengas, Pfefferspray und Gummischrot.

Im Zuge der Ereignisse wurde ein Polizist von einem Gegenstand getroffen und leicht verletzt.

Barrikaden auf der Strasse errichtet

Zahlreiche weitere Personen, die sich zuvor ebenfalls im Club aufgehalten hatten, solidarisierten sich mit den an den Auseinandersetzungen beteiligten Personen und leisteten den polizeilichen Aufforderungen keine Folge. Auf der Strasse wurden mit Müllcontainern, Armierungseisen und Holzpaletten Barrikaden errichtet, die das Vorrücken der Einsatzkräfte erschwerten. Kurz nach 2.30 Uhr konnten die Barrikaden beseitigt und die Personenansammlung aufgelöst werden.

Der betroffene Strassenabschnitt war während rund zwei Stunden gesperrt. Im Einsatz standen zahlreiche Einsatzkräfte der Kantonspolizei Bern sowie mehrere Ambulanzteams. Letztere wurden insbesondere aufgrund des hohen Alkoholkonsums einiger Veranstaltungsteilnehmenden aufgeboten. Zwei Veranstaltungsteilnehmende mussten aufgrund übermässigen Alkoholkonsums mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.

Die Kantonspolizei Bern hat Ermittlungen zum Vorfall aufgenommen.

 

Quelle: Kantonspolizei Bern
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei Bern


Polizei.news informiert | Sicherheit im Ausgang

Wenn die Stimmung vor einem Club kippt: So schützen Sie sich bei Ausschreitungen

Ein Clubbesuch soll ein unbeschwerter Abend sein. Wenn sich jedoch eine grössere Menschenmenge aggressiv verhält, Gegenstände geworfen werden oder eine polizeiliche Räumung erfolgt, kann eine gefährliche Situation entstehen. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen, Abstand zu gewinnen und die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen.

1. Warnzeichen erkennen und frühzeitig Abstand nehmen

Aggressive Auseinandersetzungen, geworfene Gegenstände und dicht zusammengedrängte Personengruppen können Anzeichen dafür sein, dass eine Situation ausser Kontrolle gerät.

Nicht stehen bleiben: Wer eine gefährliche Entwicklung bemerkt, sollte sich möglichst frühzeitig und ruhig aus dem Bereich entfernen. Halten Sie Abstand zu streitenden oder gewalttätigen Personen.

Engstellen vermeiden: Besonders an Eingängen, Treppen und schmalen Durchgängen kann es gefährlich werden, wenn viele Menschen gleichzeitig in Bewegung geraten. Folgen Sie den vorgesehenen Fluchtwegen und den Anweisungen des Sicherheitspersonals.

Versuchen Sie nicht, eine gewaltsame Auseinandersetzung selbst zu schlichten. Im Zweifelsfall ist es sicherer, professionelle Hilfe zu alarmieren, statt sich zwischen die Beteiligten zu begeben.

2. Wie verhalte ich mich bei einer polizeilichen Räumung?

Wenn die Polizei oder das zuständige Sicherheitspersonal ein Lokal räumt, sollten die Anweisungen ruhig und ohne Verzögerung befolgt werden. Ziel ist es, Menschen aus einer möglicherweise gefährlichen Lage zu bringen und die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Fluchtwege freihalten: Blockieren Sie keine Türen oder Ausgänge. Schieben und drängeln Sie nicht und helfen Sie gefährdeten Personen, soweit dies ohne Eigengefährdung möglich ist.

Persönliche Gegenstände: Verzögern Sie eine angeordnete Räumung nicht, um eine Jacke oder Tasche zu holen. Die eigene Sicherheit hat Vorrang.

Falls Sie von Begleitpersonen getrennt werden, vereinbaren Sie nach dem Verlassen des Gefahrenbereichs einen sicheren Treffpunkt. Kehren Sie nicht eigenmächtig in einen abgesperrten Bereich zurück.

3. Reizstoff in der Umgebung: Was hilft?

Pfefferspray und andere Reizstoffe können Augen, Haut und Atemwege reizen. Je nach Stoff und Exposition treten beispielsweise starkes Augenbrennen, Tränenfluss, Husten oder Atembeschwerden auf.

Gefahrenbereich verlassen: Begeben Sie sich, soweit möglich, an einen Ort mit frischer Luft. Vermeiden Sie es, weiter in die Richtung einer Reizstoffwolke zu gehen.

Augen nicht reiben: Reiben kann die Beschwerden verstärken. Bei Kontakt mit Reizstoff sollten die Augen vorsichtig mit reichlich sauberem Wasser gespült werden. Kontaktlinsen sollten, wenn dies problemlos möglich ist, entfernt werden.

Bei ausgeprägter Atemnot, anhaltenden Beschwerden oder gesundheitlichen Vorerkrankungen ist medizinische Hilfe erforderlich. Bei einem akuten medizinischen Notfall wählen Sie die 144.

4. Alkohol im Ausgang: Wann wird es medizinisch gefährlich?

Starker Alkoholkonsum kann Wahrnehmung, Koordination und Urteilsvermögen beeinträchtigen. Bei sehr hohen Mengen besteht das Risiko einer Alkoholvergiftung.

Warnzeichen: Wiederholtes Erbrechen, starke Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, ungewöhnlich langsame oder unregelmässige Atmung und fehlende Reaktionen sind ernst zu nehmen.

Hilfe holen: Ist eine Person kaum ansprechbar oder bewusstlos, alarmieren Sie sofort die Sanität unter 144. Prüfen Sie die Atmung und befolgen Sie die Anweisungen der Notrufzentrale.

Lassen Sie eine stark alkoholisierte Person nicht allein. Geben Sie einer benommenen oder bewusstlosen Person weder Getränke noch Nahrung und versuchen Sie nicht, sie durch Kaffee oder eine kalte Dusche wieder fit zu machen.

Gut zu wissen: Auch wer nicht an einer Auseinandersetzung beteiligt ist, kann durch geworfene Flaschen, umstürzende Gegenstände oder eine unkontrollierte Menschenbewegung gefährdet werden. Abstand und ein frühzeitiger Rückzug sind deshalb wichtige Schutzmassnahmen.

Praktischer Tipp: Vereinbaren Sie vor einer Partynacht mit Ihren Begleitpersonen einen Treffpunkt ausserhalb des Veranstaltungsortes. Speichern Sie die wichtigsten Notrufnummern: Polizei 117, Feuerwehr 118 und Sanität 144.

Weitere Informationen: Meldungen über die Polizeiarbeit in der Region finden Sie bei Polizeinews Bern. Hinweise zum Verhalten in Gefahrensituationen bietet Polizeinews Prävention.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion