Sprachbarrieren im Spital? Studie zeigt, wie Tablets auf Intensivstationen helfen
von belmedia Redaktion Allgemein News xund24.ch
Sprachbarrieren gehören auch in europäischen Spitälern zum Klinikalltag. Besonders auf Kinderintensivstationen kann eine eingeschränkte Verständigung zwischen medizinischem Personal und Familien gravierende Folgen haben.
Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt nun, wie eine einfache technische Lösung die Kommunikation deutlich verbessern kann. Die Erkenntnisse sind auch für hiesige Gesundheitseinrichtungen von Interesse.
Sprachbarrieren sind vor allem auf Kinderintensivstationen besonders schädlich. Laut einer neuen Studie des Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital of Chicago treffen Familien hier häufig auf herausfordernde, oft lebensverändernde medizinische Entscheidungen.
In vielen Krankenhäusern trifft jedoch nicht die Familie die Entscheidung für den Einsatz eines Dolmetschers.
Wird ein derartiger Service jedoch genutzt, verdoppelt sich bei Familien, die nicht Englisch sprechen, das Ausmass der Kommunikation mit dem medizinischen Team, betonen die Wissenschaftler.
Mary Pilarz vom Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital of Chicago und ihre Kollegen haben eine einfache, kostengünstige Intervention entwickelt, die es den Familien ermöglicht, den Zugang zu Dolmetschern zu ebnen.
„Wir waren überrascht, wie sehr die Kommunikation mit den Ärzten im Krankenhaus zunahm“, unterstreicht die Medizinerin.
Als Teil der Intervention wurden Familien dazu ermutigt, unabhängig mit vom Krankenhaus zur Verfügung gestellten Tablets eine Übersetzung in die Wege zu leiten. Jedes Krankenzimmer verfügt dabei über ein Tablet für Videoübersetzungen mit Anweisungen in der Muttersprache der Familie, heisst es.
Angebot angenommen
An der Studie haben 158 Familien in einer Prä-Interventionsgruppe und 271 Familien in der Post-Interventionsgruppe teilgenommen.
Laut der Analyse der Daten hat die durchschnittliche Nutzung des Übersetzungs-Services pro Patiententag von sieben auf 16 Minuten zugenommen. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind im Fachmagazin „Hospital Pediatrics“ nachzulesen.
Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © Fizkes/Shutterstock.com