Einblick in Gotthard-Schätze – spektakuläre Funde präsentiert

Die Mineralienausstellung im Schloss A Pro in Seedorf wächst weiter – und mit ihr die Faszination für die verborgenen Schätze des Gotthards.

Peter Amacher, Mineralienaufseher des Kantons Uri, und sein Mitarbeiter haben die beliebte Ausstellung mit Tunnelmineralien um eine zusätzliche Vitrine erweitert.

Im Zentrum stehen Neufunde von Rosafluoriten, die Ende Januar 2026 beim Bau der zweiten Gotthard-Strassenröhre geborgen werden konnten.

Die Fundstelle liegt tief im Berg: exakt 1493 Meter vom Portal entfernt, eingebettet im massiven Granitgneiss des Aarmassivs. Solche Funde sind heute alles andere als selbstverständlich. Der Tunnelbau ist so weit fortgeschritten, dass frisch freigebohrter Fels meist sofort mit Betonplatten gesichert wird. Zeit und Raum für Entdeckungen sind rar geworden. Umso grösser ist die Freude über diesen Fund – und umso bemerkenswerter seine Qualität.

Die Rosafluorite zeigen sich in intensiven, dunkleren Rosatönen als frühere Funde. Besonders auffällig ist ihr Aufbau: feine, plättchenartige Strukturen, die wie sauber geschichtete Ziegel übereinanderliegen. Zusammen mit Calcit bilden sie filigrane, fast architektonisch wirkende Gebilde – gewachsen über Jahrmillionen.

Grösste Ausstellung von Tunnelmineralien überhaupt

Mit den neuen Stücken wird die Ausstellung im Schloss A Pro erneut aufgewertet. Fünf ausgewählte Rosafluorite und elf Quarze aus dem Gotthard sind neu zu sehen. Damit gehört die Sammlung zu den bedeutendsten Präsentationen von Tunnelmineralien überhaupt. Im dritten Obergeschoss des Schlosses präsentiert der Kanton Uri die schönsten und eindrucksvollsten Stücke seiner Mineraliensammlung.

Sie ist im Zusammenhang mit dem Bau des Gotthard-Basistunnels zwischen Erstfeld und Bodio, dem Erneuerungsbau des Kraftwerks Amsteg, dem Bau des Kraftwerks Realp 2 sowie dem 1. und 2. Gotthardstrassentunnel entstanden. Die gezeigten Mineralien befinden sich im Eigentum des Kantons Uri, da sie auf dessen Kantonsgebiet im Herzen der Gottharddecke und des Aarmassivs gefunden wurden.

Was hier gezeigt wird, ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Resultat von Erfahrung, Aufmerksamkeit und auch einer Portion Glück – und es macht sichtbar, was sonst im Verborgenen bleibt: die stille, langsame Arbeit der Natur tief im Innern des Berges.

Die Ausstellung ist während den Restaurantöffnungszeiten frei zugänglich. Auf Wunsch und gegen Gebühr werden von Peter Amacher Führungen für Gruppen angeboten. Interessierte melden sich bei Peter Amacher (Telefon 041 883 19 45).

 

Quelle: Kanton Uri
Bildquelle: Kanton Uri