Serpentine 2025/26: Peter Doig verwandelt die Galerie in einen Raum des Hörens

Serpentine fühlt sich geehrt, House of Music zu präsentieren – ein neues Projekt eines der bedeutendsten britischen Künstler der Gegenwart: Peter Doig.

Die Ausstellung läuft vom 10. Oktober 2025 bis 8. Februar 2026 und markiert Doigs Rückkehr in die Serpentine South, wo er 1991 erstmals als Finalist des Barclays Young Artist Award ausstellte.


Bild oben:Peter Doig, House of Music, installation view

House of Music verwandelt die Galerie in einen Ort des Hörens und erforscht die Rolle von Musik, Film und gemeinschaftlichem Zusammenkommen in Doigs künstlerischer Praxis. Die Ausstellung zeigt neue und jüngere Arbeiten und begleitet Doigs Gemälde erstmals mit Klang. Sie unterstreicht die Bedeutung anderer Disziplinen für sein Werk – insbesondere Musik und Film – ebenso wie die Rolle von Orten des gemeinschaftlichen Austauschs und kreativer Begegnung.

Als multisensorische Umgebung konzipiert, lädt House of Music die Besucherinnen und Besucher dazu ein, innezuhalten, zu verweilen, zu schauen und zu hören. Die Ausstellung vereint aktuelle Gemälde von Doig mit Klang, der über zwei seltene, restaurierte analoge Lautsprechersysteme ausgespielt wird, die ursprünglich für Kinos und grosse Auditorien entwickelt wurden.

Musik, ausgewählt vom Künstler selbst aus seinem über Jahrzehnte gewachsenen Archiv an Vinylplatten und Kassetten, erklingt über ein Set von hochauflösenden Holzlautsprechern des Typs Klangfilm Euronor aus den 1950er-Jahren.

Im Zentrum der Ausstellung steht ein originales Western Electric / Bell Labs Soundsystem aus den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren. Dieses äusserst seltene „lautsprechende Telefon“ besteht aus Röhrenverstärkern und netzbetriebenen Feldspulenlautsprechern, die speziell für den Beginn des Zeitalters der Tonfilme entwickelt wurden.

Die Lautsprecher wurden aus stillgelegten Kinos in ganz Grossbritannien geborgen von Laurence Passera, einem in London ansässigen Experten und leidenschaftlichen Kenner historischer Kinosoundsysteme, mit dem Doig bei diesem Projekt eng zusammengearbeitet hat. Passeras intensive Auseinandersetzung mit der sogenannten „Class-A-Trioden“-Klangtechnologie führte ihn schliesslich zu den frühen Pioniersystemen des Kinoklangs.

Dank ihrer technischen Exzellenz bieten diese Lautsprecher ein einzigartiges Hörerlebnis und gelten als Vorläufer moderner High-End-Audiosysteme. Peter Doig sagt: „Ich habe Laurence eingeladen, Teil der Ausstellung zu sein, weil er seit vielen Jahren Western-Electric-Soundsysteme rettet und restauriert.

Seine Arbeit hat zu einem der weltweit bedeutendsten Systeme dieser Art geführt. Bis jetzt war es in seinem Studio in Silvertown verborgen und nur für wenige hörbar.“

An Sonntagen wird der Raum durch Sound Service aktiviert – eine Reihe von Live-Hörsessions vor Ort. Musiker und Künstler wie Nihal El Aasar, Olukemi Lijadu, Ed Ruscha, Samuel Strang und Duval Timothy spielen eine speziell kuratierte Auswahl aus ihren persönlichen Musiksammlungen über die analogen Soundsysteme.

Sonntag, 19. Oktober 2025:

11 Uhr Jerald „Coop“ Cooper, Künstler und Gründer von Hood Midcentury Modern

12 Uhr Arthur Jafa, Künstler

15 Uhr Dare Balogun, DJ und Autor

Sound Service ist als integraler Bestandteil des Projekts gedacht. Ziel ist es, die Erfahrungsräume von House of Music zu erweitern, Dialoge durch gemeinsames Hören zu fördern und eine klangliche Landschaft Londons entstehen zu lassen. Diese informellen Residenzen vertiefen die Themen der Ausstellung: Klang als Erinnerung, gemeinsames Hören als Zusammenkunft, der Lautsprecher als Skulptur und als Medium zugleich.

Die Sound-Service-Abende laden besondere Gäste dazu ein, ausgewählte Tracks und Klangbeispiele zu teilen, die in neuen und unerwarteten akustischen Dialogen aufeinandertreffen – live vor Publikum. Zu den Teilnehmenden zählen unter anderem Lizzi Bougatsos, Dennis Bovell, Brian Eno, Andrew Hale, Linton Kwesi Johnson, Cat Power, Roger Robinson sowie weitere Gäste, die noch bekannt gegeben werden.

 

Quelle: Serpentine
Bildquelle: Peter Doig / Courtesy of the artist and Serpentine.