OL-Weltcupfinal in Uster: Aebersold siegt im Sprint, Kyburz überrascht mit Podest
von belmedia Redaktion Allgemein Europa News Schweiz sportaktuell.ch Trips
Erfolgreicher Auftakt in Uster für das Schweizer Team. Am OL-Weltcupfinal im Zürcher Oberland feiern die Schweizerinnen mit Simona Aebersold und Natalia Gemperle einen Doppelsieg. Aebersold gewinnt damit auch den Gesamtweltcup. Matthias Kyburz läuft in seinem letzten Einzelsprint auf den zweiten Rang.
Zum Auftakt des OL-Weltcupfinals in Uster fiel mit dem Einzelsprint die erste Entscheidung. Auf die Läuferinnen und Läufer wartete dabei die erste Herausforderung gleich nach dem Start: Es ging eine Treppe mit unregelmässigen Stufen runter, auf der ein Einlesen in die Karte fast unmöglich war.
So wurden die Startenden ins kalte Wasser geworfen – und mussten einen Parcours absolvieren, der laut Bahnlegerin Rachel Marxer nicht allzu technisch war, aber einige Routenwahlen enthielt. Oft galt zu entscheiden, ob sich eine etwas längere Umlaufvariante lohnt, oder ob die kürzere Route mit zahlreichen Richtungswechseln schneller ist.
Simona Aebersold und Natalia Gemperle brillieren
Die Schweizerin Simona Aebersold sicherte sich mit einem phänomenalen Lauf nicht nur den Tagessieg mit 30 Sekunden Vorsprung, sondern auch die Titelverteidigung im Gesamtweltcup. Mit 103 Punkten Vorsprung auf die Zweitplatzierte ist sie nicht mehr einholbar am Sonntag. Dies auch, weil ihre Teamkollegin Natalia Gemperle im heutigen Sprint auf den zweiten Rang lief und der Schweiz so einen Doppelsieg sicherte. Die Norwegerin Pia Young Vik erkämpfte sich den 3. Rang.
Simona Aebersold sagte im Ziel: „Es ist natürlich extrem schön, vor Heimpublikum zum Sieg zu laufen. Ich spürte im Vorfeld, dass die Form gut war, toll konnte ich es heute auch zeigen und sogar noch den Gesamtweltcup gewinnen.“ Über ihren ersten Weltcup-Podestplatz der Saison 2025 freute sich Natalia Gemperle: „Es war ein physisch hartes Rennen. Nachdem ich seit August mit Verletzungen zu kämpfen hatte, hätte ich nicht erwartet, aufs Podest laufen zu können, deshalb ist die Freude umso grösser.“
Im Gesamtweltcup wird es am Sonntag richtig spannend bei den Plätzen hinter Simona Aebersold. Im letzten Rennen wetteifern Natalia Gemperle, Pia Young Vik und die Französin Céline Calandry um die Ränge zwei, drei und vier.
Ausgetragen wird dann ein Knock-out-Sprint, in welchem die Läuferinnen direkt gegeneinander antreten. Mit Inès Berger auf Rang 13, Lilly Graber (23.), Corina Hüni (31.) und Deborah Stadler (35.) qualifizierten sich insgesamt sechs der acht gestarteten Schweizerinnen für die KO-Finalrunden vom Sonntag.
Podestplatz für Matthias Kyburz bei seiner Abschiedsvorstellung
Überrascht hat Matthias Kyburz in seinem allerletzten Einzelsprint. Der achtfache Weltmeister, der im Marathontraining steckt und diese Woche seinen Rücktritt vom OL-Sport bekannt gegeben hatte, musste sich nur von Tomas Krivda geschlagen geben.
Der tschechische Sprinter rettete einen Vorsprung von 4 Sekunden gegenüber dem Schweizer ins Ziel und war selber erstaunt über seinen Sieg. „Es war ein sehr schnelles Rennen und ich bin mir nicht bewusst, einen Fehler gemacht zu haben“, sagte Krivda. Der belgische Sprintspezialist Yannick Michiels vervollständigte als Dritter das Podest.
Matthias Kyburz freut sich über den geglückten Auftakt ins Weltcupfinale: „Ich konnte meine gesamte Erfahrung in dieses Rennen hineinwerfen. Ich war mit einer grossen Lockerheit am Start und konnte mit viel Freude diesen Lauf in Angriff nehmen. So gelang mir ein gutes Rennen, das Tempo stimmte und technisch benötigte es heute auch nicht die feinste Klinge. Das kam mir sicher entgegen, habe ich in den letzten Jahren kaum mehr Sprint-OL trainiert. Nun freue ich mich auf die Sprintstaffel morgen und dann vor allem den KO-Sprint am Sonntag, der doch auch ein wenig meine Paradedisziplin ist.“
Quelle: swiss orienteering
Bildquellen: Silvan Schletti